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Saturday, August 29, 2026

Sexismus-Zoff am Oktoberfest: München zensuriert Frauenfiguren

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  • Die Stadt München hat die Betreiberin des Teufelsrads auf dem Oktoberfest gezwungen, ihre Werbefiguren am Eingang zu überarbeiten.
  • Die Gleichstellungsstelle bemängelte zu tiefe Ausschnitte und zu kurze Röcke – drei der vier rund zwei Meter grossen Pappmaché-Figuren wurden daraufhin züchtiger eingekleidet.
  • Betreiberin Elisabeth Polaczy (80) liess die Arbeiten über einen Bekannten günstiger als die verlangten 7500 Euro erledigen.

Kurz vor dem Anstich auf dem Münchner Oktoberfest sorgt ausgerechnet ein Fahrgeschäft für Gesprächsstoff: Die Stadt München empfindet drei der vier rund zwei Meter grossen Werbefiguren am Eingang des Teufelsrads als zu freizügig. Betreiberin Elisabeth Polaczy (80) musste deshalb eine Umgestaltung vornehmen (auf dem Bild des X-Post vom Spiegel sind die neuen Figuren zu sehen), wie die TZ berichtet.

Seit 80 Jahren begrüssen die Figuren die Besucherinnen und Besucher vor dem Traditionskarussell. Diesen Herbst sind sie zwar noch da – aber deutlich zugeknöpfter. Zwei Figuren in Dirndl-Tracht bekamen hochgeschlossene Blusen und lange Unterhosen, eine dritte, die eine Hawaiianerin darstellt, ein Oberteil unter der Blumenkette sowie Schuhe. Nur eine Figur, eine Frau in blauer Hose, blieb unverändert.

Kein Einzelfall auf der Theresienwiese

Ausgelöst hatte die Umgestaltung ein Brief der Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt München, den Polaczy im vergangenen Herbst bei ihrer Bewerbung für die Wiesn 2026 (19. September bis 4. Oktober) erhielt. Darin schlug die Stadt Änderungen für «ein etwas vielfältigeres Teufelsrad» vor: zu tiefe Ausschnitte, zu kurze Röcke – und die Idee, eine Figur zum Mann zu machen. Es wurde auch kritisiert, dass die «Hawaiianerin» keine Schuhe anhat. Laut der Gleichstellungsstelle sei es diskriminierend, sie Barfuss darzustellen.

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Für die Überarbeitung der Figuren habe eine Firma 7500 Euro (rund 7050 Franken) verlangt, so Polaczy – am Ende liess sie die Arbeit über einen Bekannten günstiger erledigen. Beim Thema Upskirting, wenn Männer den Frauen unter den Rock filmen, zeigt sich die Chefin dagegen kompromisslos: Kameras, Schilder und Radlerhosen hat sie schon vor zwei Jahren eingeführt. Die neuen Blusen nimmt sie mit gemischten Gefühlen hin. Polaczy sagt: «Ich will einfach nur Frieden und mein Geschäft gut machen.»

CSU gar nicht einverstanden

Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, schreibt die CSU in einer Mitteilung, dass die Aktion «ein Prosit der Prüderei» sei. Wiesn-Stadträtin Anja Berger von den Grünen findet: «Ich persönlich hätte diese Umgestaltung nicht angestossen.» Es sei trotzdem gut, dass die Figuren nun anders aussehen.

Ganz neu ist der Streit um Wiesn-Motive nicht. Bereits 2023 musste die Betreiberfamilie des Fahrgeschäfts Voodoo-Jumper 80'000 Euro (rund 75'200 Franken) aus eigener Tasche zahlen, nachdem dessen Fassadengestaltung als sexistisch-rassistisch kritisiert worden war.

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Florian Osterwalder

Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.

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