Braindrain an der ETH Zürich: Google wirbt Talente ab

- Die Schweiz verliert laut «NZZ am Sonntag» an der ETH ausgebildete IT-Talente an US-Techkonzerne.
- Google soll hinter einem Studentenverein stecken, der an der ETH Treffen mit IT-Konzernen organisiert.
- ETH-AI-Center-Leiter Andreas Krause sieht darin ein Problem für die «digitale Souveränität der Schweiz».
Die Schweiz ist von Braindrain betroffen – der Abwanderung von an Schweizer Universitäten ausgebildeten, hochqualifizierten Fachkräften. Gemäss einem Artikel der «NZZ am Sonntag» nehmen Tech-Firmen aus den USA Millionen in die Hand, um IT-Talente für sich zu gewinnen.
Die «NZZ am Sonntag» weiss beispielsweise, dass Google hinter einem Studentenverein stecke, der an der ETH Treffen mit solchen IT-Konzernen organisiere. Obwohl viele der ausgebildeten Fachkräfte insbesondere aus dem KI-Bereich bei Schweiz-Ablegern der Firmen arbeiten, sei dies im Zusammenhang mit der «digitalen Souveränität der Schweiz» problematisch, wie Andreas Krause, Leiter des ETH AI Center, gegenüber der «NZZ am Sonntag» sagt. «Wenn unsere klügsten Köpfe für amerikanische Konzerne arbeiten, liegt die Kontrolle über die Technologie letztlich in den USA».
Wie siehst du das Problem, dass Top-Talente von der ETH direkt zu US-Konzernen wechseln?
Wie gut ausgebildet die Talente sind, zeigt ein Beispiel der ETH Zürich. Forschende entwickelten einen Chip gegen Deepfakes. Dieser soll Bilder, Videos oder Audiosignale schon bei der Aufnahme mit einem digitalen Wasserzeichen versehen. So soll später überprüft werden können, woher die Daten stammen und ob sie verändert wurden. Die Idee entstand laut ETH Zürich schon 2017, lange bevor ChatGPT die Debatte über KI prägte, da die Deepfake-Problematik absehbar war.
Bei dem Chip handelt es sich bisher noch um einen Prototypen. Bis zum marktfähigen Produkt seien weitere Schritte nötig. Die Forschenden haben jedoch bereits ein Patent angemeldet.
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Yasmin Rosner (roy), Jahrgang 1980, arbeitet seit 2017 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.
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