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Saturday, September 26, 2026

Joya Marleen über Bodyshaming – «Niemand hat das Recht, meinen Körper zu kommentieren»

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«Du musst abnehmen, wenn du in der Musikbranche arbeiten willst.» Es ist ein Satz, den Joya Marleen bis heute nicht vergessen hat. Besonders, weil sie damals erst 13 Jahre jung war, voller Vorfreude hinter der Bühne stand und kurz vor ihrem ersten grossen Auftritt war.

Die Schweizer Musikerin wirkt auch heute noch betroffen, wenn sie am Radio davon erzählt. Sie musste sich anhören, dass sie «schwer» und «voluminös» auf der Bühne aussehe.

Der Hate bleibt nicht hinter der Bühne

Mit wachsendem Erfolg verlagerte sich das Bodyshaming auch ins Internet, auf Social Media. «Ich sass im Physikunterricht, als ich den ersten Hate-Kommentar gelesen habe, und musste mega weinen. Ich wusste nicht, wie damit umgehen», erzählt sie bei Radio SRF 3.

Ich habe immer gedacht, dass ich auf der Bühne ja viel mehr bin als nur mein Aussehen.

Diese Erfahrungen verarbeitet Joya Marleen in ihrem Song «Diet». Darin singt sie: «If I could, I'd change me» und «One day, I'll be pretty» – übersetzt so viel wie: Wenn ich könnte, würde ich mich ändern, eines Tages werde ich schön sein.

Veröffentlichen wollte sie den Song zunächst allerdings nicht. Öffentlich über das Thema gesprochen hat die Künstlerin bisher bewusst kaum: «Ich habe immer gedacht, dass ich auf der Bühne viel mehr bin als nur mein Aussehen.»

Ein Song, der plötzlich alle betrifft

Doch auf ihrer Deutschlandtour im Winter 2025 ändert sich das. Die Sängerin performt den Song in einem kleinen, intimen Rahmen. Im Publikum sassen viele junge Frauen, die Joya Marleen durch die Musik kennengelernt hat. «Das waren Mädels mit ganz unterschiedlichen Körpertypen und sie haben alle geweint.»

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Dieser Moment hat in Joya Marleen etwas ausgelöst: Sie habe geschnallt, wie «fucked up» es sei, dass so viele Frauen ähnliche Erfahrungen gemacht hätten. Dass sie ihr Äusseres ständig vergleichen, Kalorien zählen, ihren Körper hassen.

Aus der anfänglichen Trauer und Unsicherheit habe sich Wut entwickelt, erzählt die 23‑Jährige. «Niemand hat das Recht, meinen Körper zu kommentieren.»

Aus Wut wird Musik

Deshalb hat sie sich entschieden, den Song doch zu veröffentlichen. «Diet» erscheint am 23. Oktober. Darin rechnet die Künstlerin mit Menschen ab, die das Aussehen anderer ungefragt bewerten.

Inzwischen lässt sie Bemerkungen über ihr Äusseres nicht mehr so nahe an sich heran. «Diese Stimmen, die dich kritisieren, werden immer leiser.»

Gleichzeitig möchte Joya Marleen mit «Diet» andere Frauen auch dazu animieren, dass Freundinnen zusammenhalten sollen. Und sie möchte ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind mit ihren Erfahrungen. «Du bist okay, so wie du bist, und wir kommentieren dich nicht.»

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