Mann bedrohte Kinder mit Messer – Security bewacht jetzt Schule

- Drei Vorfälle innert kürzester Zeit: Ein Mann bedrohte in Menziken Kinder mit Messer und Stock und griff weitere Personen an.
- Der psychisch kranke Eritreer wurde mehrfach festgenommen und befindet sich nun in Haft.
- Wegen anhaltender Bedenken der Eltern patrouilliert nun seit letztem Freitag für zwei Wochen ein Sicherheitsdienst rund um das Schulgelände.
Ein Mann soll letzte Woche in Menziken bei der reformierten Kirche einem Mädchen mit einem Messer in der Hand nachgelaufen sein, berichtet die «Aargauer Zeitung». Auch ein News-Scout schildert gegenüber 20 Minuten: «In Menziken wurde vergangenen Dienstag eine Schülerin mit einem Messer angegriffen, die Haltung der Schulleitung ist: Schweigen.»
Der «Blick» berichtet von Drohungen gegen Kinder, Jogger und andere Personen rund um die reformierte Kirche in Menziken: Die Zeitung schreibt davon, dass ein Eritreer dort oft herumhänge und Alkohol und Drogen konsumiere. Eine Frau berichtet: «Das ist der, der hier oft chillt und auf Leute losgeht.» Der Mann habe schon mehrfach Schüler mit einem Messer und einem Stock bedroht, behauptet eine Augenzeugin.
Drei Vorfälle, drei Festnahmen
Die Lokalmedien berichten über insgesamt drei Vorfälle: Im Juli soll der Mann einer Frau die Autoscheibe eingeschlagen haben. Als die verängstigte Frau in die Kirche flüchtete, soll der Eritreer einen Kirchenangestellten mit einem Messer bedroht haben. Dieser vertrieb ihn mit einem Besen. Es folgte die erste Festnahme. Doch im August soll der Mann zurückgekehrt sein und einen Jogger angegriffen haben, berichtet «Tele M1». Erneut folgte eine Festnahme.
Später soll der Mann einen Buben mit dem Tod bedroht haben. Und dann fühlt sich ein Schulmädchen verfolgt – dabei soll der Mann ein Messer in der Hand gehabt haben. Der Mann soll psychisch auffällig sein und früher einen Kirchentreff für randständige Personen besucht haben, erzählt der Kirchenangestellte, der zum Besen gegriffen hatte.
Die Gemeinde gibt derweil Entwarnung. «In der Presse wurde mehrfach über die Vorfälle berichtet, aber nun herrscht keine Gefahr mehr», sagt Gemeindeschreiber Michael Schätti zu 20 Minuten. In einer Mitteilung an die Eltern schreibt die Gemeinde: «Nach gemeinsamer Einschätzung der Ereignisse der vergangenen Tage mit der Polizei besteht aktuell keine konkrete Gefährdungssituation für unsere Schülerinnen und Schüler. Die betreffende Person befindet sich in Haft.»
Gemeinde engagierte am Freitag Sicherheitsdienst
Offenbar herrschte jedoch bei den Eltern und Schülern Verwirrung darüber, wann sich der Messer-Vorfall mit der Schülerin ereignet haben soll – und ob nicht vielleicht noch ein zweiter Mann herumlaufe, der Kinder bedrohe. Das verneint der Gemeindeschreiber. «Die Gemeinde geht nicht davon aus, dass noch eine weitere Gefährdung besteht», sagt Michael Schätti.
Weil die Eltern jedoch weiterhin Bedenken hatten, wurde am Freitag als Sofortmassnahme ein Sicherheitsdienst aufgeboten. «Während der nächsten zwei Wochen bis zu den Herbstferien werden jeweils am frühen Morgen, über die Mittagszeit sowie am Nachmittag nach Schulschluss ein bis zwei Mitarbeitende eines Sicherheitsdienstes auf und rund um das gesamte Schulgelände präsent sein», steht in einer Mitteilung der Gemeinde an die Eltern.
Kosten noch nicht absehbar
«Wir haben dies gemacht, um das Sicherheitsgefühl zu stärken», sagt Schätti. Wie viel der Sicherheitsdienst kosten wird, steht noch nicht fest. Der Gesamtgemeinderat werde über die derzeit bislang nicht vorliegende Offerte erst noch entscheiden müssen.
Sowohl die Gemeinde als auch die Polizei appellieren an die Betroffenen, dass bei Bedrohungen immer sofort die 117 angerufen werden soll. Schätti: «Der Vorfall ging über eine Lehrkraft zur Schulleitung und es gelangte erst später, mit ein oder zwei Tagen Verzögerung, als Meldung an die Polizei. Das hat die Unsicherheiten im Dorf und bei der Elternschaft noch befeuert.» Dem wolle man jetzt eben mit dem Sicherheitsdienst entgegenwirken.
Zusätzlich will die Regionalpolizei «Aargau Süd» in den kommenden Tagen ihre Präsenz rund um die Schulhäuser verstärken.
Céline Trachsel (ct), arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Zürich.
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