Unser Fenster nach Georgien: Zwischen Moskau-Kurs und Repression

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Illustration: Manuel Fazzini
Oppositionelle im Knast, Demos in Berlin: Im Podcast sprechen drei Aktivisten über Georgiens Demokratie-Kampf und mutmaßliche Regimerepression.
Seit rund zwei Jahren gehen in Georgien Menschen für Demokratie, Freiheit und eine europäische Zukunft auf die Straße. Doch die Repressionen halten an: Oppositionelle und Aktivisten sitzen im Gefängnis, weitere Menschen werden festgenommen. Zugleich nähert sich die georgische Regierung zunehmend Moskau an. Was bedeutet diese Entwicklung für die Menschen in Georgien und in Ausland? Und welche Hoffnung bleibt auf einen politischen Wandel?
Darüber spricht Podcast-Host Tigran Petrosyan mit Gaga Gogoladze, Giorgi Kakabadze und Tedo Rakviashvili. Die drei engagieren sich beim GZA, dem Georgischen Zentrum im Ausland in Berlin.
Die Aktivisten organisieren Proteste, versuchen die georgische Diaspora zu mobilisieren und suchen den Austausch mit deutschen Politikern. Gleichzeitig wächst ihre Sorge, dass Georgien zunehmend aus der internationalen Berichterstattung verschwindet.
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Kaum Chancen auf eine EU-Zukunft
Für Gaga Gogoladze ist die europäische Integration mehr als eine politische Entscheidung: „Der Weg nach Europa sei für Georgien zugleich ein Weg nach Hause“, sagt er. Doch unter der gegenwärtigen Regierung sieht er kaum Chancen, diese Perspektive zu verwirklichen.
Besonders beschäftigt ihn eine oft übersehene Folge autoritärer Herrschaft: Familien werden auseinandergerissen. Viele Menschen müssten ihre Heimat verlassen, ohne zu wissen, wann sie ihre Angehörigen wiedersehen könnten. „Das ist einer der am wenigsten berichteten Ergebnisse sozusagen der Diktaturen, dass die die Familien auseinanderbrechen“, sagt Gogoladze.
Auch in Berlin fühlen sich die Aktivisten nicht immer sicher. Giorgi Kakabadze berichtet von Provokationen und mutmaßlichen Einschüchterungsversuchen bei friedlichen Demonstrationen in Berlin. Mehrfach seien verdächtige Personen aufgetaucht. Ein Mann habe angedeutet, dass ihr Engagement künftig gefährlich werden könnte. Kakabadze vermutet einen möglichen Zusammenhang mit georgischen Sicherheitsdiensten.
Wie viel können Proteste aus dem Ausland tatsächlich bewirken? Und wie lässt sich verhindern, dass Georgiens Kampf um Demokratie in Vergessenheit gerät? Darum geht es in dieser Podcastfolge.
Osteuropa gehört zu den Schwerpunkten der taz panterstiftung, die dorthin blickt, wo der Zugang zu Informationen immer schwieriger wird – Russland und Belarus gehören dazu. Am letzten Tag im Monat erscheint eine neue Podcastfolge von „Unser Fenster nach u. a. Russland/Belarus“ im Podcastformat „Freie Rede“ der taz panterstiftung.
Unser Fenster nach Russland Was kommt nach den Wahlen in Russland?
Podcast „Freie Rede“ von Tigran Petrosyan
Radio-Echo-Chefredakteur Maxim Kurnikov über die politische Lage nach der Wahl, eine mögliche weitere Ausreisewelle und die Arbeit russischer Exilmedien in Berlin.
Unser Fenster nach Russland Russland wählt im Krieg
Podcast „Freie Rede“ von Tigran Petrosyan
Wahlen als Loyalitätstest für Putin, wachsende Repression und eine mögliche neue Mobilisierung: Exiljournalist Arnold Khachaturov ordnet ein.
Unser Fenster nach Belarus Pässe, Exil und Widerstand
Podcast „Freie Rede“ von Tigran Petrosyan
Exil endet nicht an der Grenze: Belarussische Stimmen diskutieren über Passentzug, Repression und die Kraft unabhängiger Medien.
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