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Tuesday, September 15, 2026

Vorwurf der Kinderprostitution – Sex-Website mit Verbindung zur Schweiz im Visier der Justiz

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Vorwurf der Kinderprostitution Sex-Website mit Verbindung zur Schweiz im Visier der Justiz

Gegen die grösste Prostitutions-Website Frankreichs wird wegen Kinderprostitution ermittelt. Sie wird von der Schweiz aus betrieben.

15.09.2026, 08:42

Die Website «Sexemodel», die kürzlich in «Meslibertines» umbenannt wurde, ist die wichtigste Plattform für Escort- und Prostitutionsangebote in Frankreich. Sie verzeichnet durchschnittlich 430'000 Besuche pro Tag mit über 45'000 aktiven Prostitutionsannoncen.

Unter diesen finden sich jedoch mehrere Hundert Seiten, die die Dienstleistungen minderjähriger Mädchen anbieten. Deswegen hat die französische Hochkommissarin für Kinder die Staatsanwaltschaft eingeschaltet – mit dem Ziel, die Website schliessen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft hat nun laut dem öffentlich-rechtlichen Radiosender France Inter ein Untersuchungsverfahren eröffnet.

Die Schweiz als Drehscheibe

Die Plattform präsentiert sich als blosser «Anzeigenhost». Sie lehnt jede Verantwortung ab für «Kontakte oder Treffen, die sich aus platzierten Anzeigen ergeben», und behauptet, eine «Nulltoleranz» gegenüber illegalen Aktivitäten zu haben. Sie hat ihren Sitz in der Schweiz, was die Ermittlungen und das Verfahren erschwert. Die französische Justiz hat die Schweizer Behörden um Rechtshilfe gebeten.

Erläuterungen der RTS-Korrespondentin in Paris zum Thema:

Der Eigentümer der Website ist ein 47-jähriger Schweizer Bürger, der in Frankreich bereits 2011 wegen schwerer Zuhälterei zu drei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt wurde. Gemäss France Inter hatten die Schweizer Behörden damals die Vollstreckung des internationalen Haftbefehls verweigert. Der Mann besitzt auch andere ähnliche Plattformen.

Der Leiter des zentralen Büros zur Bekämpfung des Menschenhandels prangerte gegenüber France Inter eine «äusserst heuchlerische Haltung» der Website an. «Sie wissen sehr genau, dass es unter den Tausenden Anzeigen einige gibt, für die sie sich strafbar machen», betont er. «Aber die französische Justiz kann nicht allein handeln, es braucht eine Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden.»

Ein immenses Vermögen im Exil in Dubai

Der Schweizer Eigentümer der Prostitutionsplattform lebt laut France Inter heute in Dubai und verdient über 20 Millionen Euro pro Jahr durch diese Plattform. Diese sei so dominant, dass sich die überwältigende Mehrheit der Prostituierten in Frankreich gezwungen sehe, ein Abonnement abzuschliessen.

Das Onlineportal Mediapart hatte 2025 in einer grossen Recherche aufgedeckt, dass der Schweizer Eigentümer seit zwanzig Jahren an der Spitze eines wahren internationalen Imperiums der Onlineprostitution steht. Er verwalte seine Geschäfte über Strohmänner und Briefkastenfirmen, die grösstenteils in der Schweiz und auf Zypern registriert seien.

Die Prostitution von Minderjährigen ist eine wahre Plage in Frankreich. Gemäss Organisationen, die sich für diese einsetzen, sind mindestens 20'000 Kinder im Land betroffen. Diese Zahl habe sich in den letzten zehn Jahren verzwanzigfacht. Das Geschäft sei lukrativer und weniger gefährlich als der Drogenhandel. Die Zuhälter holten die Mädchen oft direkt in Heimen für Jugendliche in Schwierigkeiten ab und platzierten sie anschliessend regelmässig um, damit die Spuren verwischt werden.

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