Späte Hitzeglocke bringt Temperaturen bis 40 Grad

- Eine Hitzeglocke bringt Ende September Temperaturen bis 40 Grad auf die Iberische Halbinsel.
- Auch in der Schweiz sind am Sonntag bis zu 30 Grad möglich, besonders in der Region Basel.
- Laut MeteoSwiss fehlen der Schweiz derzeit rund drei Monate Niederschlag – der September könnte zu den zehn trockensten seit Messbeginn gehören.
Eine Hitzeglocke sorgt in Europa für Temperaturen, wie man sie Ende September kaum kennt. Über weiten Teilen des Kontinents hat sich ein kräftiges Hochdruckgebiet aufgebaut, während über dem Nordatlantik ein Tief liegt.
Zwischen den beiden strömt warme Luft aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum weit nach Norden. In weiten Teilen West-, Mittel- und Nordeuropas liegen die Temperaturen 10 bis 14 Grad über dem langjährigen Mittel für die Jahreszeit. Die Lage dürfte bis in die ersten Oktobertage andauern.
Spanien und Portugal am heissesten
Am extremsten ist es auf der Iberischen Halbinsel. In Zentral- und Südspanien sowie in Portugal klettern die Höchstwerte bis am Samstag über 35 Grad, örtlich sind bis zu 40 Grad möglich. Dazu kommt eine extrem trockene Luftmasse. Die Hitze greift auch auf Frankreich über: Im Süden werden bis zu 36 Grad erwartet, in Zentralfrankreich Werte um die 35 Grad.
Grosse Dürre in der Schweiz
«Uns fehlen derzeit etwa drei Monate Regen», sagte MeteoSwiss-Meteorologe Adrien Michel gegenüber RTS. Um das Defizit nicht weiter zu verschärfen, bräuchte es laut ihm drei Monate mit normalen Niederschlagsmengen. Um es ganz aufzuholen, wären sogar drei Monate mit doppelt so viel Regen wie üblich nötig. Auch der September bringt kaum Entlastung. Abgesehen von einigen Niederschlägen Anfang des Monats war er laut MeteoSwiss von Hochdruck, trockenem und sehr sonnigem Wetter sowie deutlich zu hohen Temperaturen geprägt. Bleibt es so, könnte der September schweizweit zu den zehn trockensten seit Messbeginn gehören, im Mittelland sogar zum zweittrockensten.
Ab dem Wochenende verlagert sich die warme Luft weiter nach Nordosten. In Deutschland werden 27 bis 29 Grad erwartet, in Norditalien und auf dem Balkan 28 bis 30 Grad.
Und in der Schweiz?
Auch hierzulande bleibt es aussergewöhnlich mild. Die höchsten Temperaturen werden am Sonntag erwartet. Dann sind besonders in der Region Basel Temperaturen bis 30 Grad möglich.
«25 bis 27 Grad Ende September sind definitiv sehr bemerkenswert», sagte Meteorologe Peter Wick am Dienstag zu 20 Minuten. Der September war in der Schweiz bereits sehr sonnig, sehr bis extrem trocken und rund drei bis fünf Grad wärmer als üblich. Wicks Fazit: «Der Sommer kommt also nicht wirklich zurück – er ist noch immer hier.»
Ganz anders sieht es am Westrand Europas aus. Zwischen dem Atlantiktief und dem Hoch über dem Kontinent fliesst sehr feuchte Luft heran. Von Westirland über Schottland bis nach Südwestnorwegen können bis Anfang Oktober über 150 Millimeter Regen fallen.
Was ist eine Hitzeglocke?
Eine Hitzeglocke entsteht, wenn sich ein stabiles Hochdruckgebiet über einer Region festsetzt. Die Luft darin sinkt ab, erwärmt sich dabei und verhindert, dass sich Wolken bilden. So scheint die Sonne ungehindert, und die Wärme staut sich wie unter einem Deckel. Weil das Hoch kaum weiterzieht, hält die Hitze oft tagelang an, und auch nachts kühlt es kaum ab. Die Folge sind Hitzewellen, die Menschen, Natur und Landwirtschaft belasten.
Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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