Italiens höchstgelegene Enoteca liegt am Splügenpass

Weinflaschen im Höhenflug
Italiens höchstgelegene Enoteca liegt am Splügenpass
Wer bei der Familie Sala in Montespluga einkehrt, ist eine Weile über dem Berg. Der Albergo Posta mit seinem stilvollen Restaurant bietet dank Gastgeber Fausto Sala eine Weinauswahl, die kaum Wünsche offenlässt.
Publiziert: vor 15 Minuten
- In Montespluga (1900 m ü. M.) liegt Italiens höchstgelegene Enoteca
- Sie bietet eine beeindruckende Sammlung italienischer Spitzenweine
- Fausto Salas Enoteca ist Teil der Albergo Posta
Stefan KellerRedaktor Wein
Am spektakulärsten ist die Anreise zum Albergo Posta in Montespluga über die alte Säumerstrasse. Man startet im Alpenstädtchen Chiavenna und kurvt durch engste Kehren und unbeleuchtete Tunnels hoch nach Pianazzo und weiter ins Passdorf.
Unterwegs öffnet sich immer wieder der Blick in die weit unten gelegene Cardinello-Schlucht. Parallel zur Strasse verläuft dort der historische Saumpfad, heute Teil der Wanderroute Via Spluga. Bei winterlichen Durchquerungen verloren hier früher oft Menschen und Tiere ihr Leben.
Ein Gasthaus mit Geschichte
Der Weiler Montespluga auf 1900 m ü. M. liegt etwas unterhalb der Passhöhe auf italienischer Seite. Am Dorfeingang stösst man auf den Albergo Posta. Auf historischen Fotos findet man auch die französische Bezeichnung Hôtel Poste und die deutsche Beschriftung Gasthof zur Post.
Seit 1955 ist er im Besitz der Familie Sala und wird heute von Fausto und Ines Sala, ihrem Sohn Christian und dessen Frau Lorenza geführt.
Fausto Sala wurde in den 1980er-Jahren vom Weinvirus befallen – es war die Zeit, als Luigi Veronelli und die Slow-Food-Gruppe um Carlo Petrini italienischem Wein zu neuem Leben verhalfen.
Der Posta-Wirt begann, Abfüllungen hochgelobter Produzenten wie Giacomo Conterno, Angelo Gaja oder Mauro Mascarello zu kaufen, und bot sie in seiner kleinen Enoteca und in der Gaststube wohlfeil an. Das sprach sich bald herum, und so entwickelte sich der Albergo Posta in Montespluga zum önologischen Wallfahrtsort in den Alpen.
Schlichte Küche – sensationelle Weinkarte
Seit zehn Jahren kocht Gabriele Nonnini solid die traditionellen Gerichte der Region: Salmì di cervo etwa, Hirschpfeffer mit Polenta, Pizzoccheri, Tagliatelle mit Steinpilzen …
Die Speisekarte nimmt sich gemessen am dicken Weinbuch bescheiden aus. Was Fausto Sala darin auflistet, treibt italophilen Weinliebhabern die Tränen in die Augen. Viele Spitzenweine sind in Jahrgangstiefe verfügbar, und dies zu Preisen, die man als freundschaftlich bezeichnen kann.
Dank den acht gemütlichen Gästezimmern lässt sich die Rückfahrt über die kurvenreiche Strasse auf den nächsten Tag verschieben.
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