Neu im Kino – «Heart of the Beast»: Zwei harte Hunde mit Herz

Brad Pitt und sein Hund kämpfen sich durch die Wildnis Alaskas. Schönes, aber überraschungsarmes Survival-Drama.
Autor:
25.09.2026, 07:02
«Wer ist ein guter Junge?», fragt Brad Pitt in diesem Film alle paar Minuten. Und die Antwort ist immer die gleiche: Odin ist ein guter Junge.
Odin ist ein deutscher Schäferhund, eine treue Seele mit dunkler Vergangenheit. Einst war er mit seinem Herrchen als militärischer Kampfhund in einem nicht genauer bezeichneten Kriegsgebiet im Einsatz. Wie sein Herrchen hat er aus dieser Zeit einige körperliche und seelische Blessuren davongetragen. Odin hat eine Beinprothese und ein Titangebiss, vor allem aber plagen ihn nachts Flashbacks und Albträume.
Ruhestand in der Wildnis
Hund und Herrchen geniessen ihren Ruhestand in der Abgeschiedenheit Alaskas. Andere Menschen mag James, der wortkarge Offizier ausser Dienst, nicht besonders. Er und Odin sind sich genug und wollen vom Leben nichts ausser Ruhe, frischer Luft und ab und zu einem Fisch aus dem kühlen Fluss. Als einzigen Luxus gibt es für Odin manchmal ein Stück gepökeltes Trockenfleisch und für James ein belgisches Dunkelbier.
Nach einem Flugzeugabsturz finden sich die beiden inmitten einer unwirtlichen Wildnis wieder. James ist nach dem Unglück angeschlagen. Der weite Weg bis zur nächsten Strasse wird zusätzlich erschwert durch das schwierige Gelände, Bären und Wölfe. Auf ihrem abenteuerlichen Weg sind Mensch und Hund gleichermassen voneinander abhängig.
Ein Herz für Hunde
Für den wie immer souveränen Hauptdarsteller Brad Pitt, der «Heart of the Beast» über fast die ganze Dauer alleine trägt, ist der Film mehr eine körperliche als eine schauspielerische Leistung. Das dürfte für Pitt, der mittlerweile relativ wenige Filme dreht, der Reiz an diesem Projekt gewesen sein. Auch wird dem erklärten Hundeliebhaber gefallen haben, dass er die Leinwand mit einer Reihe von Filmhunden teilen darf.
«Heart of the Beast» setzt die innige Beziehung zwischen einem Menschen und seinem Hund ins Zentrum. Das tut er anrührend und zuweilen hart an der Grenze zum Kitsch. Brad Pitt lässt sich von seinen tierischen Co-Stars gerne die Show stehlen – die tiefe Zuneigung zu seinem Filmpartner ist nicht gespielt.
Abenteuer ohne Überraschungen
Darüber hinaus ist der Film ein Wildnis- und Survival-Drama ohne erzählerische Überraschungen, das weder zur Beziehung des Menschen zur Natur noch zum Thema Krieg erhellendes erzählen kann oder will. Für die Regie zeichnet sich David Ayer verantwortlich. Der Spezialist für kernige Action hat mit Brad Pitt bereits das Panzerdrama «Fury» gedreht.
In «Heart of the Beast» hält sich Ayer mit der Action lange zurück, verlässt sich stattdessen auf die Schönheit der Landschaft und die beeindruckende schauspielerische Leistung der Hunde, die Odin darstellen. Im Vergleich mit den echten Hunden fallen die computergenerierten Wildtiere deutlich ab.
Der Film spielt zwar in Alaska, gedreht wurde aber in Neuseeland. Beeindruckend sind die üppigen Naturbilder dennoch, sodass der Film in der ersten Hälfte richtig Lust auf einen ausgedehnten Hundespaziergang in unberührter Natur macht – bevor die zweite Hälfte einem die unbarmherzige Wildnis weit weniger verlockend erscheinen lässt.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.