The Jerusalem PostThe big 'what if': Do those chanting 'from the river to the sea' really mean it? - opinionInquirerTalaandig chieftain Datu Migketay Saway passes away at 72ESPN DeportesLa probable alineación de Guatemala para enfrentar a JamaicaESPNSource: Man City set to be found guilty of most PL financial breach chargesDaily MaverickI have a picture for you! 19 September-25 September 2026VarietyJodie Turner-Smith Sued for Allegedly Enabling Brother’s Sexual Misconduct and Drug DealingStraits Times SportRodri confident in Manchester City innocence despite reported chargesThe Hollywood ReporterDisney Seeking “Director of AI Enablement” After Warning of Layoffs Amid Companywide AI PushDeadline‘Adults’ Star Rachel Marsh On Creating “Hiccup” Pop Anthem With Director: “We Tried All Different Versions”QuemXororó mostra treino pesado e faz suspense sobre novo projeto de Sandy e Junior: 'Não contei nem pra personal'La PresseChambre des communes | L’utilisation ou pas de l’IA dans leurs travaux divise les députésColliderHorror’s Favorite Killer Is Officially Ready for Primetime on HBO Max
The Daily Newsstand · Free, Always
Friday, September 25, 2026

Maga-Druck auf Internationale Justiz: „Hände weg vom ICC“

Translate

US-Präsident Trump fordert alle Staaten auf, aus dem Internationalen Strafgerichtshof auszusteigen und kündigt Sanktionen an. Doch es gibt Widerstand.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag steht zunehmend unter Druck: bei seinem jüngsten Auftritt vor der UN-Vollversammlung beschimpfte Donald Trump ihn als „skrupellose Institution“ einer „böswilligen Gruppe von Leuten“, die „außer Kontrolle“ geraten sei. Höhepunkt der Tirade des US-Präsidenten war der Aufruf an die 125 Mitgliedsstaaten des Gerichtshofs – die USA zählen, ebenso wie Russland, China, Indien, Israel und die Türkei, nicht dazu – aus dem Tribunal auszusteigen.

1998 auf Basis des Römischen Statuts gegründet und seit 2002 in Funktion, ist der IStGH ein Meilenstein in der Geschichte des Völkerrechts. Anders als der auch in Den Haag angesiedelte Internationale Gerichtshof (IGH), der Streitigkeiten zwischen Staaten verhandelt, richtet sich der IStGH an individuelle Angeklagte. Zu Last gelegt werden diesen besonders schwere Straftaten wie Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Angriffskrieg. Seine eigene Rolle sieht er im weltweiten Kampf gegen Straflosigkeit, wobei er laut Website nationale Gerichte „ergänzen, nicht ersetzen“ will.

Vor allem seit der Rückkehr Trumps ins Weiße Haus trifft den Gerichtshof verstärkt der Zorn der MAGA-Anhänger. Das liegt zum einen am Haftbefehl gegen den israelischen Premier Benjamin Netanjahu. Diesen erließ der IStGH im November 2024, ebenso wie gegen dessen ehemaligen Verteidigungsminister Joav Gallant und die Hamas-Führer Mohammed Deif, Ismail Hanija und Jahja Sinwar. Zweiter Grund sind die Ermittlungen gegen US-Bürger wegen vermeintlicher Kriegsverbrechen in Afghanistan, die der IStGH zuließ.

Schon 2020, während Trumps erster Amtszeit, verhängte die US-Regierung wegen dieser Entscheidung Sanktionen gegen die damalige Chefanklägerin, Fatou Bensouda. Unter Joe Biden wurden die Massnahmen gegen Bensouda zurückgenommen. In seiner UN-Rede zu Wochenbeginn kündigte Trump an, man werde nie zulassen, dass gegen amerikanische Bürger ermittelt werde oder diese „in Schauprozessen von einem anti-amerikanischen Tribunal, das keine Jurisdiktion über uns hat“, belangt würden.

Plant Trump weitere Sanktionen gegen de IStGH?

Kurz zuvor hatte das Wall Street Journal berichtet, Trump bereite „einschneidende Sanktionen“ gegen den IStGH vor, die diesen vom globalen finanziellen System weitgehend abschneiden würden. Details sind bislang nicht bekannt. Deutlich hingegen ist, dass der US-Präsident damit den Druck auf den Gerichtshof deutlich verschärft. Bereits kurz nach Beginn seiner zweiten Amtszeit 2025 verhängte er ein Einreiseverbot gegen Führungskräfte, Angestellte und Mitarbeitende des Gerichtshofs sowie deren engste Familienmitglieder.

Im Sommer 2025 belegte die US-Regierung außerdem vier Den Haager Richterinnen mit persönlichen Sanktionen. Laut Außenminister Marco Rubio hätten diese „aktiv an den gesetzeswidrigen und unbegründeten Aktionen des Strafgerichtshofs gegen Amerika und unseren treuen Verbündeten Israel teilgenommen“. Zwei von ihnen hätten „unbegründete Ermittlungen“ gegen US-Militärs in Afghanistan angeordnet, den anderen wurden die „illegitimen Haftbefehle“ gegen Netanjahu und Gallant angelastet. Alle vier dürfen in den USA weder Besitztümer haben noch Geschäfte mit US-Firmen oder Bürgern tätigen. Es folgten weitere Sanktionen gegen Richter und Ankläger, zuletzt die Präsidentin Tomoko Akane und den derzeit leitenden Anwalt Abdoulaye Seye.

In den letzten beiden Jahren stand der ICC, so der englische Name des Tribunals, auch wegen der Ermittlungen gegen den eigenen Chefankläger Karim Khan im Fokus. Diesem werden sexuelle Übergriffe gegen Mitarbeiterinnen und Machtmissbrauch vorgeworfen, was Khan bestreitet. Seit 2025 war Khan nicht mehr offiziell in seinem Amt in Erscheinung getreten, im Juli wurde er dessen per Abstimmung der Vertragsstaaten auf einer Sondersitzung enthoben. Zuvor war er bereits suspendiert worden.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul kündigte im Deutschlandfunk an, man werde sich „selbstverständlich“ nicht aus dem Gerichtshof zurückziehen. Der IStGH sei „eine wichtige Institution“ und als „Teil einer regelbasierten Ordnung“ ein Ausdruck von „Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Durchsetzung von Humanität“.

Unterstützung aus den Niederlanden

Unterstützung bekam er von Rob Jetten, dem niederländischen Premierminister. Dieser wandte sich, ebenfalls vor der UN-Vollversammlung, entschieden gegen das „Untergraben von Institutionen, die Menschen und Bevölkerungsgruppen schützen“. Angesichts der Angriffe auf den Strafgerichtshof könne es nur eine Antwort geben: „Hände weg vom ICC und allen anderen Institutionen, die die internationale Rechtsordnung schützen.“

Die Folgen dieser Demontage sind bereits sichtbar: etwa in Luxemburg, wo die staatliche Bank Spuerkeess Anfang des Jahres zwei Konten des Strafgerichtshofs schloss, aus Angst vor möglichen negativen Auswirkungen auf ihre US-amerikanischen Geschäftsbeziehungen. Die linke Opposition warf der Regierung daraufhin vor, aus vorauseilendem Gehorsam gegen Trump bei der Verteidigung des IStGH versagt zu haben.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

View the original on taz →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.