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Sunday, October 4, 2026

Langes Ringen um Atomendlager – Stadel statt Wellenberg: Wie Nidwalden sein Tiefenlager bekämpfte

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Wohin mit dem Atommüll? Für dieses Problem scheint sich in der Schweiz erstmals eine Lösung abzuzeichnen: Im Gebiet Nördlich Lägern in der Gemeinde Stadel (ZH) soll ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle entstehen. Jüngst hat sich Bundesrat Albert Rösti erstmals mit der Bevölkerung ausgetauscht. Definitiv fallen soll der Standortentscheid 2030.

Wird das Tiefenlager realisiert, findet damit ein jahrzehntelanges Ringen ein Ende. Denn die Frage nach der sicheren Entsorgung von atomaren Abfällen beschäftigt die Schweiz seit 1972. Damals wurde die Nagra gegründet – die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle. Lange hegte sie den Plan, den Atommüll in der Zentralschweiz zu lagern. Genauer gesagt im Wellenberg in Nidwalden.

1986 gestattete die Nidwaldner Kantonsregierung der Nagra, im dortigen Mergelgestein Probebohrungen vorzunehmen. Der Entscheid sorgte unter Einheimischen für Aufruhr: Noch im selben Jahr gründete sich das MNA, das Komitee für die Mitsprache des Nidwaldner Volkes bei Atomanlagen.

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  • Bild 1 von 8. 1986 gestattete die Nidwaldner Kantonsregierung der Nagra, am Wellenberg Probebohrungen vorzunehmen. Bildquelle: Keystone / Str.

    Landschaft mit Hügeln, Strassen und vereinzelten Häusern.
  • Bild 2 von 8. Dieser Entscheid bewegte die Bevölkerung der Standortgemeinde Wolfenschiessen. Bildquelle: Keystone / Str.

  • Bild 3 von 8. Ein Infoanlass im Dezember 1986 führte zu einem Grossaufmarsch. Bildquelle: Keystone / Str.

  • Bild 4 von 8. In der Bevölkerung organisierte sich starker Widerstand gegen das Atomendlager – im Bild eine Kundgebung vom 5. November 1988. Bildquelle: Keystone / Str.

  • Bild 5 von 8. Bürgerinnen und Bürger demonstrierten damals gegen den geplanten Sondierstollen der Nagra. Bildquelle: Keystone / Str.

  • Bild 6 von 8. 1989 kam es zu seismischen Messungen. Bildquelle: Keystone / Roger Doelly.

  • Bild 7 von 8. Die Nagra richtete mehrere Bohrstellen ein, unter anderem in der Wildershöchi am Wellenberg, aufgenommen am 17. Januar 1990, ... Bildquelle: Keystone / Schroeter.

  • Bild 8 von 8. ... und im Gebiet Schwundrain, aufgenommen am 16. Mai 1990. Bildquelle: Keystone / Str.

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Das gäbe neue Arbeitsplätze. Die könnten wir hier gebrauchen.

Weitere sieben Jahre später – im Jahre 1993 – schlug die Nagra vor, den Atommüll nicht an einem Ort zu lagern, sondern ihn aufzuteilen: Schwach- und mittelaktive Nuklearabfälle sollten im Wellenberg gelagert werden, langlebige mittelradioaktive und hochradioaktive Abfälle in einer tiefen Gesteinsschicht unter Benken im Zürcher Weinland.

Was kommt in den Berg? Und wer kontrolliert das? In die Behörden habe ich kein vollstes Vertrauen mehr.

In Wolfenschiessen waren die Meinungen zum neusten Plan der Nagra geteilt. Die einen fürchteten Risiken, andere standen aus finanziellen Gründen hinter den Nagra-Plänen. Doch der Widerstand hielt sich hartnäckig im Kanton Nidwalden. Es gab mehrere kantonale Abstimmungen, in denen das Atomendlager abgelehnt wurde.

Im Januar 2015 schliesslich, 43 Jahre nachdem der Name Wellenberg zum ersten Mal ins Feld geführt wurde, fällte die Nagra schliesslich einen (Vor-)Entscheid: Der Wellenberg schied aufgrund ungünstiger geologischer Voraussetzungen als Lager aus – allerdings blieb der Standort in Nidwalden noch lange eine Reserve-Option.

Seit diesem Jahr können Hörerinnen und Hörer neu zusätzlich rund 3900 Sendungen und über 20'000 Beiträge des Regionaljournals Zentralschweiz anhören – und zwar im Online-Archiv von SRF. Die Abteilung Recherche und Archive hat knapp 1300 Stunden Audiomaterial aus der Zeitspanne von 1978 bis 2006 aufgearbeitet und archiviert. «Die Sendungen des Regionaljournals ergeben über die Jahre ein Geschichtsbuch der Region zum Anhören», sagt Manuel Meyer, Co-Bereichsleiter Recherche und Archive bei SRF.

Zwei Wochen lang Archiv-Perlen

Die Regionalredaktion Zentralschweiz gibt mit einer zweiwöchigen Archiv-Serie einen Einblick in die Geschichte der regionalen Berichterstattung. Vom 28. September bis 9. Oktober werden ausgewählte Archivbeiträge zu bewegenden Ereignissen in der Region ausgestrahlt, eingeordnet durch Interviews mit damaligen Protagonisten oder Expertinnen.

SRF-Archiv

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Regionaljournal Zentralschweiz, 30.9.2026, 17:30 Uhr ;  fise/zezm;ledn;rama

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