– Nach Felsabbruch: Schächental ist von Staubschicht bedeckt

- In der Nordwand des Gross Ruchen hat sich ein Felssturz ereignet.
- Am frühen Montagmorgen sind rund 2000 Kubikmeter Fels ins Tal gedonnert.
- Der Abbruch hat zu einer riesigen Staubwolke geführt, deren Spuren auch am Tag danach noch sichtbar sind.
Ereignet hat sich der Felssturz im Brunnital – einem Seitental des Urner Schächentals bei Unterschächen. Familie Gisler führt dort das Brunnialp-Beizli und hat das Naturereignis aus der Ferne miterlebt.
Kurz vor 4 Uhr ist es, als ein dumpfes Geräusch Toni Gisler aus dem Schlaf holt. Er weckt seine Frau Pia, zusammen schauen sie zum Felsen hoch. «Die Staubwolke kam direkt auf uns zu. Es sah aus, als käme eine Lawine runter», sagt Pia Gisler.
Im einen Moment war die Nacht noch mondhell, im nächsten war es stockfinster. Bei Tagesanbruch zeigt sich: Eine Staubschicht hat sich über das Beizli und die Landschaft ringsum gelegt.
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Bild 1 von 4. Eine Staubschicht lässt das Brunnital derzeit gräulich erscheinen. Bildquelle: Pia Gisler.
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Bild 2 von 4. Grund dafür ist ein Felssturz am Gross Ruchen. Bildquelle: Pia Gisler.
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Bild 3 von 4. Beim Brunnialp-Beizli brauchte es eine Putzaktion, bevor die Gäste wieder einkehren konnten. Bildquelle: Pia Gisler.
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Bild 4 von 4. Der Wind wirbelt den Staub derzeit immer wieder von Neuem auf. Bildquelle: Pia Gisler.
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Die eigentliche Absturzstelle liegt abseits des Siedlungsgebiets. Personen, Gebäude oder Infrastrukturanlagen kamen gemäss aktuellem Kenntnisstand nicht zu Schaden, heisst es in einer Medienmitteilung der Standeskanzlei Uri. Auch das Vieh, das den Sommer über auf einer dortigen Alp weidet, ist bereits früher ins Tal zurückgekehrt.
Allerdings blieb – weit über das betroffene Gebiet hinaus – die besagte Staubschicht zurück. «Die Staubwolke zog sich bis nach Altdorf», sagt André Bissig, Gemeindepräsident von Unterschächen.
Bissig hatte am Montagnachmittag zusammen mit einem Geologen einen Erkundungsflug gemacht. «Der Heli-Pilot meinte sogar, man habe die Staubwolke bis nach Brunnen gespürt.»
Wenn man ein Foto macht, könnte man meinen, man habe den Schwarz-Weiss-Filter eingestellt.
Bissig sagt, der Blick in die Landschaft sei auch am Tag nach dem Felssturz noch sehr eindrücklich. «Wenn man ein Foto macht, könnte man meinen, man habe den Schwarz-Weiss-Filter eingestellt.» Autos und Fensterrahmen müssten nun vom Staub befreit werden, weitergehende Reinigungsmassnahmen seien aber keine geplant.
Der Felssturz sei unerwartet gekommen, sagt Bissig. Als Ursache dürfte die enorme Hitze des Sommers eine Rolle gespielt haben, die das Eis im Untergrund hat schmelzen lassen: «Laut dem Geologen dürfte der Permafrost aufgetaut sein, damit ging der ‹Leim› des Gesteins verloren.» Daher seien weitere Felsabbrüche möglich.
Die Behörden raten dringend davon ab, das Gebiet entlang des Hangfusses zu betreten oder die Ruchennordwand oder die Ruchenchälen zu besteigen.
Regionaljournal Zentralschweiz, 29.9.2026, 6:31 Uhr ; fise;stes;brus
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