Plünderungen und Umsatzeinbußen : Frankreichs Handelskammer ruft nach Demonstrationsverbot

Plünderungen und Umsatzeinbußen Frankreichs Handelskammer ruft nach Demonstrationsverbot
28.10.2026, 04:30 Uhr
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Die Randale bei Protesten in Frankreich trifft den Handel hart. Aus Angst vor Plünderungen bleiben viele Geschäfte bleiben vorsorglich verrammelt, Kunden meiden die Innenstädte. Die französische Handelskammer fordert eine drastische Maßnahme.
Frankreichs Einzelhandel beklagt massive Einbußen wegen der schweren Ausschreitungen bei landesweiten Massenprotesten. An den vergangenen beiden Samstagen sei der Umsatz in den Innenstädten, in denen es zu Demonstrationen kam, um 80 Prozent eingebrochen, weil die Kundschaft die Stadtzentren meide, teilte die Handelskammer CCI France laut einem Bericht des Senders France Info mit.
Eine Fortsetzung der Proteste habe für den Handel, der im November und Dezember 40 Prozent seines Jahresumsatzes mache, schwere Folgen, sagte Handelskammerchef Alain Di Crescenzo. Er forderte ein Verbot von Demonstrationen in den Städten bis zum Jahresende.
Bei den Ausschreitungen an den vergangenen beiden Samstagen sind nach Informationen der Handelskammer frankreichweit über 2500 Geschäfte beschädigt worden, die meisten davon am 17. Oktober. Davon seien 1161 Geschäfte durch Plünderungen, Verwüstungen und Brandstiftungen schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Am schlimmsten betroffen sei die Hafenstadt Marseille mit 527 Geschäften. 331 Läden seien dort verwüstet und 128 vollständig geplündert worden.
Schutzvorrichtungen bleiben vorerst
Vor den Demonstrationen am vergangenen Samstag verrammelten in Paris und anderen Städten viele Geschäfte ihre Schaufenster mit Holzplatten. Weil bereits weitere Proteste für den anstehenden Samstag und den Donnerstag nächster Woche angekündigt wurden, montierten etliche Läden die Schutzvorrichtungen erst gar nicht ab. Teils ist nur die Eingangstür der Geschäfte zugänglich und von den Waren von außen nichts zu sehen.
Es gab auch Berichte von Geschäftsinhabern, die sich vor den Demonstrationen vom vergangenen Samstag bewaffneten, um Angreifer eigenhändig abzuwehren, etwa mit Eisenstangen oder Tränengas. Auch rechtsextreme Gruppen und Hooligans mobilisierten in einigen Städten - angeblich, um die Geschäfte zu schützen. Vielfach lieferten sie sich aber gewalttätige Auseinandersetzungen mit linken Demonstranten.
Die Proteste waren ursprünglich von Schülern ausgegangen. Sie begannen Ende September damit, wegen maroder Schulen und Lehrkräftemangel auf die Straße gehen. Studierende schlossen sich dem Protest an. Immer wieder kam es am Rande friedlicher Demonstrationen zu Ausschreitungen und zahlreichen Festnahmen. Mitte Oktober eskalierten Proteste dann in mehreren französischen Städten. Neben Schülern und Studierenden hatten sich weitere Bevölkerungsgruppen und Gewerkschaften dem Protest angeschlossen, auch um gegen steigende Lebenshaltungskosten zu demonstrieren.
Nach der massiven Eskalation am Samstag vor knapp zwei Wochen verlief der letzte Protesttag friedlicher. Es habe zwar auch wieder Sachbeschädigungen und Plünderungen gegeben, sagte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez am Wochenende. Sie seien aber nicht vergleichbar mit denen der Vorwoche. Nach offiziellen Angaben hatten am letzten Samstag landesweit rund 410.000 Menschen protestiert, davon rund 110.000 in Paris.
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