Glänzende Noten für Guy Parmelin – doch es gibt auch Kritik

- Bundespräsident Guy Parmelin (66) tritt nach elf Jahren per Ende Jahr aus dem Bundesrat zurück.
- Die 20-Minuten-Community ist gespalten: Viele loben ihn als besonnenen und kompetenten Politiker, andere sehen seinen Abgang als überfällig.
- Diskutiert wird bereits über mögliche Nachfolgerinnen und Nachfolger und das Ruhegehalt von Bundesräten.
Elf Jahre lang war Guy Parmelin Bundesrat. Nun hat er seinen Rücktritt verkündet. 2015 wurde in die Landesregierung gewählt, Ende Jahr tritt er zurück.
Viele Leserinnen und Leser sind voller Lob für den abtretenden Bundespräsidenten und heben seine Meilensteine hervor. Auch eine nicht-repräsentative Umfrage unter tausend Leserinnen und Lesern zeigt: Viele geben dem abtretenden Bundesrat eine sehr gute Note (siehe Screenshot weiter unten). Andere sind kritischer und haben wenig Beifall übrig. Wir haben die spannendsten Kommentare zusammengefasst.
«Schade, aber verständlich»
User Globie2 hält sich kurz und schreibt: «Der Fähigste geht leider.» User Me_and_myself fand ihn «den idealen Bundespräsidenten» und begründet: «Korrekt, besonnen, freundlich – aber nie devot, und mit einer subtilen Prise feinem Humor.»
User joecotteneye beschreibt ihn mit folgenden Worten: «Diskret, im Hintergrund agierend, diplomatisch, steht für das Land und sein Volk ein.» Auch User Meinungsfreiheit99 findet den Abgang schade: «Als gelernter Meisterlandwirt war er einer der letzten Bundesräte, der noch echte Berufserfahrung von ausserhalb der sterilen Polit-Blase mitbrachte.»
Und User urbig60 findet: «Sein Rücktritt ist schade, aber auch verständlich. Er gehört ganz klar zu den besten Bundesräten, die die Schweiz je hatte.» User Seher wünscht ihm «eine schöne Ruhezeit und viel Freude im neuen Leben! Danke für das nicht immer einfache Amt.»
«Kein grosser Leistungsausweis»
Doch viele Leserinnen und Leser sehen die Situation ganz anders. «Endlich ist er weg. Die erste positive Nachricht von dieser Regierung in diesem Jahr», schreibt User JonPietro. User Emilio-Urs-Beer findet: «Es wird kaum, oder wenige geben, die diesen Entscheid bedauern. Diesen Schritt hätte man früher fällen sollen.»
User RiBe war kein Fan: «Aha, zuerst in Europa-Verträge unterschreiben und dann abzischen.» Und auch Mary_J. findet: «Sehr gut, so richtig gross ist sein Leistungsausweis nicht.»
Auch User Rod_Rondon übt Kritik: «Parmelin war als Bundesrat völlig fehl am Platz.» User Experienc_Travel schreibt: «Endlich geht der nächste Bauern-Bundesrat. Es kann nur besser werden und der nächste Bundesrat versteht hoffentlich Englisch und hat ein wenig Rückgrat.»
Die Frage nach dem Nachfolger
In der Kommentarspalte wird bereits rege über die Zukunft diskutiert. «Jetzt wird’s spannend, wenn die SVP wieder mal liefern muss, statt nur lafern. Wer kommt als Nachfolger?», fragt sich LinksRechtsIstEgal. User Jäjosoesches schlägt vor: «Ich wäre für Andreas Glarner in den Bundesrat. Dann bewegt sich vielleicht mal etwas.»
PeerMalmquist schlägt andere Personen vor: «Hoffentlich rücken Frau Martullo oder Frau Friedli nach, das wären dann die besten im Bundesrat.»
User strandmuschel fragt sich: «Wird Thomas Aeschi nun doch noch Bundesrat im zweiten Anlauf?» Er könne sich aber auch Thomas Matter oder Esther Friedli als Nachfolge vorstellen.
Ruhegehalt sorgt für Diskussionen
Der Rücktritt von Guy Parmelin entfacht auch die Diskussion um das Ruhegehalt neu. Kein Fan davon ist Realist_2021: «Und jetzt ein Leben lang das unverdiente Ruhegehalt in der Höhe von 200’000 Franken pro Jahr geniessen.» Darauf kontert User Bodemünzi: «Jedes Mal über die Bundesratsrente loszuheulen, ist langsam aber sicher mühsam. Wem es nicht passt, hat die möglichen politischen Mittel, dies zu ändern.»
Worauf achtest du bei einem Bundesrat am meisten?
Anja Zingg (anz), arbeitet seit 2020 bei 20 Minuten. Sie ist seit Juni 2023 Leiterin des Ressorts Gesellschaft & Community.
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