Geronimo (23) und Lena (22) vermieten Luxusautos an 18-Jährige

Darum gehts
- Die Autovermietung Eastside Rent in Mörschwil SG wirbt per Video um 18-jährige Kunden für teure Sportwagen.
- Auf Social Media hagelt es Kritik: Nutzer finden die Vermietung an Junglenker verantwortungslos.
- Geschäftsführer Geronimo Casadio (23) verweist auf Eigenverantwortung.
Ein Video der Autovermietung Eastside Rent in Mörschwil SG sorgt auf Social Media für heftige Kritik. Darin wirbt Geschäftsführer Geronimo Casadio (23) um 18-jährige Kunden, die bei ihm einen Sportwagen mieten können. Vor zweieinhalb Jahren gründete er die Firma gemeinsam mit seiner Freundin Lena Böni (22).
In der Kommentarspalte hagelt es Kritik. Zahlreiche Nutzer finden es verantwortungslos, teure Sportwagen an Junglenker zu vermieten. «Braucht es noch mehr Unfälle?», «Kommt sicher gut, wenn Kinder solche Autos fahren.» oder «Kindern, welche nicht Auto fahren können und kein Geld haben, sollte man den Zugang zu Sportwagen verbieten.» Das sind nur wenige von zahlreichen weiteren negativen Kommentaren unter dem Video.
Die beiden Geschäftsführer verteidigen ihr Geschäft und antworten auf zahlreiche Kommentare. Dabei appellieren sie an die Eigenverantwortung der Fahrer. «Bis jetzt hatten wir zwei Totalschäden. Der eine Fahrer war 21 Jahre alt und der andere 22 Jahre alt. Also beide über 20 mit einer gewissen Fahrpraxis», sagt Geronimo zu 20 Minuten.
Die Kunden unterscheiden sich laut den Geschäftsführern stark in Alter und Nationalität. «Mehrheitlich sind es jedoch schon junge Männer. Zudem haben wir auch Stammkundinnen und Stammkunden», sagt Geronimo.
Jayson (18) mietet jedes Wochenende ein Auto
Ein treuer Neukunde ist Jayson (18). Seit gut zwei Monaten hat er den Führerausweis. Fast jedes Wochenende mietet er bei Geronimo und Lena einen anderen Sportwagen. «Es soll sich schon lohnen, deswegen miete ich mindestens einen ganzen Tag oder gar das ganze Wochenende», sagt Jayson zu 20 Minuten.
Unter der Woche fährt Jayson sein eigenes Auto, welches ein VW Polo ist. Am Wochenende steigt er dagegen gerne auf einen Sportwagen um. «Mit einem Sportwagen fahre ich gerne auf Hauptstrassen und Pässen», sagt er. Der 18-Jährige hat bereits zahlreiche Sportwagen gemietet. Nun denkt er darüber nach, selbst einen zu kaufen.
Geschäftsmodell sei zukunftsorientiert
Geronimo erzählt 20 Minuten, dass er von zahlreichen weiteren Autovermietungen wisse, die jeweils nur für kurze Zeit auf dem Markt seien. Sein Geschäft besteht schon seit zweieinhalb Jahren. «Im Unterschied zu solchen Vermietungen haben wir alle Fahrzeuge bei mir auf dem Platz.»
«Viele Autovermietungen müssen die Fahrzeuge zuerst bei anderen mieten, bevor sie es weitervermieten können.» Bei Eastside Rent könne man anrufen und innerhalb einer halben Stunde stehe das gewünschte Auto zur Verfügung. Voraussetzung: Es wurde nicht bereits vermietet.
Die Autos, welche die beiden vermieten, gehören zum grössten Teil Privatpersonen, welche die Fahrzeuge Geronimo und Lena zur Verfügung gestellt haben, um sie weiterzuvermieten. «Die Autobesitzer bekommen nach der Vermietung einen gewissen Prozentteil der Einnahmen», sagen die beiden.
Vorher-Nachher-Fotos schützen vor Betrug
Seit einem halben Jahr führt das Unternehmen eine digitale Kundendatenbank. Verträge sowie Vorher- und Nachherfotos der Autos werden digital erfasst, damit Schäden klar dokumentiert und den Kunden zugeordnet werden können.
Je nach Wert des Fahrzeugs kostet die Miete für drei Stunden zwischen 180 und 550 Franken. Dabei sind die Kilometer unbegrenzt. Unter der Woche gelten für alle Fahrzeuge günstigere Preise, dort gibt es jedoch eine Kilometergrenze. Den blauen Lambo kann man von Montag bis Donnerstag für 850 Franken während 24 Stunden mieten. Im Preis sind 250 Kilometer enthalten.
Bist du schon mal mit einem Lamborghini gefahren?
Auf Kundenwunsch bauen sie Autos um
Neben der Autovermietung führen die beiden eine weitere Einzelfirma, die Yourcarcustoms. «Wir bauen Fahrzeuge im Tuningbereich um. Vielfach montieren wir eine Innenbeleuchtung, wie zum Beispiel einen Sternenhimmel», sagt der gelernte Automechaniker zu 20 Minuten.
Mit ihren beiden Firmen hat sich das junge Liebespaar seine Autoleidenschaft zum Beruf gemacht. Wie Geronimo erzählt, hatte er bereits als Kind eine Faszination für Autos entwickelt. «Es ist faszinierend, was alles mit einem Auto machbar ist.»
Aktivier jetzt den Ostschweiz-Push!
Nur mit dem Ostschweiz-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region St. Gallen, Thurgau, Appenzell-Innerrhoden, Appenzell-Ausserrhoden, Glarus, Graubünden und dem nahen Ausland blitzschnell auf dein Handy geliefert.
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus. Voilà!
Vanessa Figi (vfi), Jahrgang 2004, arbeitet seit Juli 2026 als Praktikantin beim Ressort Ostschweiz.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
