Kunstturn-WM: Mehrkampffinal – Topfavoritin Nemour patzt am 1. Gerät – Blakely ist Weltmeisterin

- Blakely Skye (USA) holt an der Kunstturn-WM in Rotterdam Gold im Mehrkampf.
- Topfavoritin und Qualifikationssiegerin Kaylia Nemour muss mit dem 4. Platz vorliebnehmen.
- Die Algerierin patzt beim Sprung – ihrem 1. Gerät an diesem Abend.
Es war die Geschichte des Abends. Gold-Favoritin Kaylia Nemour (ALG) schien ihre Medaillenhoffnungen bereits nach dem 1. Element begraben zu müssen. Die 19-Jährige hatte beim Sprung gepatzt: Statt einer Doppelschraube zeigte Nemour nur einen gestrecken Salto, der mit 12,366 Punkten bewertet wurde. So lag die Topturnerin nach einem Gerät statt zuoberst nur auf zwischenzeitlichen 21. Rang.
Ein Glück für die Algerierin, dass in der 2. Rotation ihr Paradegerät – der Stufenbarren – auf sie wartete. Doch mit 14,866 Punkten blieb die Olympiasiegerin von Paris unter ihren Erwartungen. Während die meisten Athletinnen von einer solchen Punktzahl am Stufenbarren träumen können, hatte Nemour in ihrer Karriere auch schon die 15-Punkte-Marke geknackt. Dennoch verbesserte sie sich in der Rangliste ordentlich: Bei Halbzeit schaute für die Qualifikationssiegerin der geteilte 6. Platz heraus.
Eine Medaille war also trotz Horror-Start noch im Bereich des Möglichen. Doch Nemours Aufholjagd endete schliesslich auf bittere Art und Weise auf dem undankbaren 4. Rang. Auf Bronze fehlten mickrige 34 Tausendstel – dieses schnappte sich die Chinesin Qinqin Ke.
Neue Weltmeisterin: Skye holte ihr 1. Einzel-Medaille
Nicht zu schlagen an diesem Abend war die US-Amerikanerin Skye Blakely. Die zweifache Team-Weltmeisterin blieb an allen vier Geräten fehlerfrei und sicherte sich ihre 1. Einzel-WM-Medaille. Blakely war vor der letzten Rotation mit 1,001 Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz in Führung gelegen. Diesen komfortablen Vorsprung liess sie sich am Boden nicht mehr nehmen. Mit 55,733 Punkten distanzierte sie die russische Silbergewinnerin Ljudmila Roschtschina um über 0,5 Punkte.
Am Wochenende hat Nemour die Chance, doch noch mit einer Goldmedaille nach Hause fahren zu können: Im Gerätefinal am Samstag gilt es für die Konkurrenz, die junge Ausnahmekönnerin am Stufenbarren zu schlagen. Nemour geht als Titelverteidigerin an den Start, alles andere als ein erneuter Triumph wäre eine Überraschung. Am Sonntag startet sie noch am Schwebebalken.
Ohne Schweizerin und Titelverteidigerin
Der Mehrkampffinal der Frauen fand ohne Schweizer Beteiligung statt. Die Tessinerin Lena Bickel war in der Qualifikation als 28. knapp gescheitert und im Final nur zweite Ersatzturnerin. Titelverteidigerin Angelina Melnikowa aus Russland fehlte aufgrund von Visaproblemen.
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