«Worldskills» in Schanghai – Schweizer Präzision gegen Chinas Medaillen-Maschine

«Worldskills» in Schanghai Schweizer Präzision gegen Chinas Medaillen-Maschine
Schweizer Berufsathleten kämpfen in Schanghai um Gold. Doch Gastgeber China ist eine Macht im Kampf um die Medaillen.
23.09.2026, 16:05
Der Einlauf der Berufsathletinnen und -athleten in die Arena in Schanghai erinnert an die Olympischen Spiele. Rund 1400 junge Fachkräfte aus aller Welt, darunter 42 aus der Schweiz, werden sich bis am Wochenende in ihren Berufen messen.
Zimmerleute, Hotel-Rezeptionistinnen und Mechatroniker kämpfen um die begehrten Podestplätze. Die Erwartungen im Schweizer Lager sind traditionell hoch. Schliesslich gehört die Schweiz seit jeher zur absoluten Weltspitze der «Worldskills».
Die Angst vor der Spionage
Um sich auf die Bedingungen vor Ort einzustellen, reiste ein Teil des Schweizer Teams bereits im Juni für ein Trainingscamp nach Schanghai. Beim dortigen Ableger des Schweizer Technologiekonzerns Bühler kam es zum ersten Kräftemessen mit der internationalen Konkurrenz.
Mit dabei waren die beiden Automatiker Gianin Schneller und Massimiliano Pellegrini. Die frisch gebackenen Lehrabgänger der Rhätischen Bahn und der EMS-Chemie überlassen nichts dem Zufall. Im Trainings-Wettbewerb agierten die beiden ausgesprochen taktisch.
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Bild 1 von 5. Die Bündner Massimiliano Pellegrini (links) und Gianin Schneller prüfen ihre Sortieranlage. Sie über drei Tage die Woche für die Worldskills. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 5. Im Trainingscamp müssen die Teams zum Beispiel eine Produktionsanlage mit sicherem Web-Shop erstellen. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 5. Noch funktioniert nicht alles reibungslos im Trainingscamp in Schanghai. Übung macht den Meister sind Pellegrini und Schneller überzeugt. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 5. Beim Einrichten der Anlagen hilft man sich noch aus. Die chinesischen Konkurrenten flicken die Schweizer Arbeitsstation. Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 5. Wie bei Olympischen Spielen laufen die 1400 Teilnehmenden bei der Eröffnungsfeier der Worldskills in die Arena. Die Schweiz schickt 42 junge Fachkräfte in den Wettbewerb. Bildquelle: SRF.
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Die eigenen Kniffe, spezielle Werkzeuge und massgeschneiderte Messlehren blieben bewusst zu Hause. Die will man der Konkurrenz erst im echten Wettkampf zeigen. Spionageprävention in den Diensten der Schweizer Präzision.
Zu Hause trainieren die beiden zudem dreimal pro Woche zusammen. Das geht nur mit Unterstützung ihrer Arbeitgeber, denn die Vorbereitungen laufen auf Arbeitszeit.
Medaillen als beste Werbung
Hinter dem sportlichen Ehrgeiz der Schweizer Delegation steckt auch ein knallhartes wirtschaftliches Interesse. Für den Branchenverband der Tech-Industrie Swissmem ist die Weltmeisterschaft ein zentrales Marketingprojekt. Jährlich muss die Branche rund 4500 Lehrstellen besetzen. Glänzende Medaillen von den «Worldskills» sind dafür die beste Werbung.
Doch der Weg aufs Podest ist schwieriger geworden. Ein Blick auf die Statistik zeigt eine massive Verschiebung der Kräfteverhältnisse. Holten die Schweiz und China 2015 noch fast gleich viele Medaillen, sicherten sich die Chinesen bei der letzten Austragung eine Flut von 49 Podestplätzen. Mehr als dreimal so viel wie die Schweiz.
Staat will Erfolge
In China sind die «Worldskills» längst eine Prestigesache für den Staat geworden. Die Talente werden dort stark gefördert und auf den Wettbewerb vorbereitet. Allgemein hat die Wirtschaftsmacht viel in die Bildung investiert und grosse technische Fortschritte gemacht. Das ermöglichte die Erfolge.
Die Schweizer Teilnehmenden kommen dagegen aus einer klassischen Berufslehre. Doch auch sie werden unterdessen zusätzlich gefördert. Schliesslich soll die Schweiz im Medaillenspiegel weiterhin oben mithalten können, trotz erstarkter Konkurrenz.
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