7 Fakten zum Volkssport – Schweizer Wanderwege: Über die Kunst, den Weg zu weisen

Die Schweiz ist eine Wandernation. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ab 15 Jahren geht regelmässig wandern, durchschnittlich 15 Mal pro Jahr. Das Schweizer Wanderwegnetz umfasst rund 65'000 Kilometer und ist in seiner Art einzigartig. Die spannendsten Fakten und Zahlen rund ums Thema Wandern.
Am Anfang steht ein Zürcher
Die Geschichte der Schweizer Wanderwege beginnt Anfang der 1930er-Jahre. Der Zürcher Lehrer Jakob Ess unternahm mit seiner Klasse eine Schulreise auf den Klausenpass. Die Landschaft war beeindruckend, das Wandern weniger: Damals führte der Weg über staubige Strassen im zunehmenden Autoverkehr. Aus diesem Erlebnis entstand die Idee, Wege speziell für Fussgänger zu markieren.
Gelbe Tafeln mit schwarzer Schrift
Seit 1934 werden Wanderwege in der ganzen Schweiz mit gelben Wegweisern signalisiert. Doch schon wenige Jahre später verschwanden viele davon wieder. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs liess das Militär die Schilder abbauen, weil sie einem möglichen Angreifer als Orientierungshilfe dienen könnten.
Die Zeitangaben
Auf ebenem Gelände wird mit vier Kilometern pro Stunde gerechnet. Für je 100 Höhenmeter Aufstieg oder 200 Meter Abstieg kommt eine Viertelstunde hinzu. Früher wurden die Zeiten oft durch Testwandernde ermittelt. Das bis heute verbreitete Gerücht: Im Graubünden seien besonders fitte Personen losgeschickt worden. Wer dort schon einmal ausser Atem auf die Uhr geschaut hat, glaubt diese Geschichte vielleicht sofort.
2000 Freiwillige
In der Schweiz kümmern sich rund 2000 Freiwillige um die Wanderwege, aufgeteilt in 26 kantonale Sektionen. Mit gelben Farbkübel, Putzlappen und Baumschäre kümmern sie sich darum, dass ein unbeschwertes Wandern möglich ist.
Übrigens: Es gibt 50'000 sogenannte Wegweiserstandorte, welche Auskunft über Richtung, Ziel und Zeit geben. Aufgeteilt wird das Wanderwegnetzt in drei verschiedene Wegkategorien mit der jeweiligen Markierung: Gelb steht für Wanderwege, Weiss-Rot-Weiss kennzeichnet Bergwanderwege, und wer Weiss-Blau-Weiss sieht, befindet sich auf einem Alpinwanderweg.
Ein Milliardengeschäft
Wandern gilt als günstiges Hobby. Trotzdem geben Wandernde pro Tour durchschnittlich 58 Franken aus, etwa für ÖV, Bergbahnen, Verpflegung oder Übernachtungen. Insgesamt generiert das jährlich rund 3.6 Milliarden Franken – obschon das Wandern ja eigentlich gratis ist.
Auch das Radio wanderte
Über 40 Jahre lang lockten die Radiowanderungen von Radio Beromünster jeden Sonntag Hunderte in die Natur. Ende der 1970er-Jahre marschierten teilweise bis zu 1500 Personen gemeinsam los. Erst als die Teilnehmerzahlen stark zurückgingen, wurde die beliebte Sendung 2002 eingestellt.
Wandern steht in der Bundesverfassung
In den 1970er-Jahren verschwanden immer mehr Naturwege unter Asphalt. Dagegen wurde die Volksinitiative zur Förderung der schweizerischen Fuss- und Wanderwege lanciert, die vom Volk deutlich angenommen wurde. So ist seit 1979 das Wanderwegwesen in der Bundesverfassung (Artikel 88) verankert.
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