"Bereit, Arbeit fortzusetzen": Schwesig will Gespräche mit Linken und Grünen führen

"Bereit, Arbeit fortzusetzen"Schwesig will Gespräche mit Linken und Grünen führen
21.09.2026, 12:57 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern fehlt SPD und Linkspartei die nötige Mehrheit für die Fortsetzung ihrer Arbeit als Regierung des Bundeslandes. Ministerpräsidentin Schwesig will deshalb einen weiteren Partner ins Boot holen.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig will nach der Landtagswahl in ihrem Bundesland mit Grünen und Linken über ein Regierungsbündnis sprechen. Das sagte die SPD-Politikerin nach Gremiensitzungen in der Parteizentrale in Berlin. Am Abend würden die Parteigremien tagen, und sie werde diesen vorschlagen, mit Linken und Grünen Gespräche zu führen. Bisher regierten SPD und Linke in einer Zweierkoalition. Dieses Bündnis hat im neuen Landtag keine Mehrheit mehr.
Die AfD wurde stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Schwesig hatte aber bereits am Wahlabend ihren Anspruch auf das Amt der Ministerpräsidentin unterstrichen. Sie sehe die 35,5 Prozent für die SPD als Auftrag der Wählerinnen und Wähler, "eine demokratische, stabile Regierung" zu bilden, so Schwesig. "Die Mehrheit hat sich für demokratische Parteien entschieden. Deshalb stehe ich bereit, die Arbeit fortzusetzen." Das wollten auch 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in dem Bundesland.
"Wir können ein Regierungschaos wie in Sachsen-Anhalt nicht gebrauchen in Mecklenburg-Vorpommern", sagte Schwesig mit Blick auf die Wahl vor zwei Wochen, wo gleichfalls die AfD gewonnen hatte und es bis heute keine Perspektive auf eine Regierung gibt. Die SPD-Politikerin betonte, in Mecklenburg-Vorpommern habe die AfD ihr Ziel gleichfalls nicht erreicht, eine absolute Mehrheit zu erreichen und eine Alleinregierung zu bilden: "Die AfD wird keine Regierung stellen können", sagte Schwesig im NDR.
Drei Themen für mögliche Gespräche
Schwesig nannte drei Themen für die Gespräche mit möglichen Koalitionspartnern: die Stärkung der Wirtschaft und die Sicherung von Arbeitsplätzen; die Entlastung von Familien und stärkere Investitionen für Bildung; und schließlich den sozialen Zusammenhalt. "Mit diesen drei Themen wollen wir in Gespräche gehen", sagte die SPD-Politikerin.
Die Grünen erklärten bereits ihre Bereitschaft, sich an einer rot-rot-grünen Regierung zu beteiligen. Die Spitzenkandidatin der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, Claudia Müller, wertete das Wahlergebnis ihrer Partei als Erfolg. "Das Gesamtergebnis kann uns aber alle nicht zufriedenstellen", so Müller. Die Polarisierung habe die AfD stärker gemacht, was man auch in anderen Bundesländern gesehen habe.
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Landeswahlleitung holte die AfD 38,2 Prozent der Stimmen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch sie reklamierte für sich den Auftrag für die Regierungsbildung. Man werde alle anderen Parteien zu Gesprächen einladen, auch wenn er nicht viel Hoffnung habe, dass das positiv verlaufe, so Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm bei einer AfD-Pressekonferenz in Berlin. Er rechnet mit einer rot-rot-grünen Regierung: "Wir sind dann die einzige Opposition im Landtag."
Die SPD erreicht mit 35,5 Prozent Platz zwei bei der Wahl. Zudem ziehen die Linke (6,5 Prozent) und die Grünen (5,7 Prozent) in den Landtag ein. Die CDU (4,9 Prozent) sowie das BSW (4,8 Prozent) scheitern knapp. Für die CDU war es das schlechteste Abschneiden der Partei bei einer Landtagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik.
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