Nach Macklemore-Ausschluss: Ed Sheeran äußert sich bei Konzert
Nach dem Tourausschluss von Rapper Macklemore aufgrund propalästinensischer Äußerungen, äußert sich Ed Sheeran bei einem Konzert erstmals zu der Kontroverse.
20.09.2026 | 1:38 minBei seinem ersten Konzert nach dem Ausschluss von US-Rapper Macklemore (43) aus dem Vorprogramm seiner US-Tour aufgrund von propalästinensischen Äußerungen hat Popstar Ed Sheeran (35) zu der Kontroverse Stellung bezogen. US-Medienberichten zufolge sagte Sheeran bei dem Konzert in Philadelphia:
Bevor ich jetzt einige Songs spiele, ist es hoffentlich ok, dass ich jetzt einige Worte sage zu dieser vergangenen Woche.
Ed Sheeran, Sänger
Er sei es gewohnt, dass seine Musik kritisiert werde. "Aber in dieser Woche habe ich Kritik zu etwas viel Wichtigerem bekommen und ich musste schwierige Entscheidungen treffen und ich mache Fehler und es tut mir so, so leid." Er wolle, dass seine Konzerte sichere Orte für alle seien, er wolle kein Aktivist sein und er wolle seine Fans nicht enttäuschen - "deswegen bin ich heute Abend hier, alleine und mache mit meiner Tour weiter".
Macklmore wegen Äußerungen von Tour ausgeschlossen
Macklemoore hatte sich Anfang des Monats bei einem gemeinsamen Konzert in East Rutherford nahe New York propalästinensisch geäußert. Wenige Tage später teilte Macklemore mit, dass "Sheeran und sein Team" ihn aus der Tour gestrichen hätten.
Ed Sheeran verliert nach Macklemores Ausschluss weitere Support-Acts. Lukas Graham, Beoga und Aaron Rowe sagen ihre Auftritte wegen des Umgangs mit pro-palästinensischen Äußerungen ab.
16.09.2026 | 0:57 minSheeran wies kurz darauf die Verantwortung für den Rauswurf zurück und betonte, dass sei die Entscheidung des Tourveranstalters gewesen, nicht seine. Aus Solidarität mit Macklemore verließen dann noch vier weitere Bands und Künstler aus dem Vorprogramm die Tour: Aaron Rowe, Lukas Graham, die Band Beoga und Finneas O'Connell.
Ed Sheeran: Situation im Gazastreifen "nicht zu rechtfertigen"
Die Kontroverse habe ihn "in die Mitte eines wichtigen und leidenschaftlichen Streits über die Redefreiheit und das komplexeste politische Thema des Planeten" geworfen, sagte Sheeran nun. Anschließend verurteilte er sowohl das Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel als auch das israelische Vorgehen im Gazastreifen:
Was im Gazastreifen passiert, ist katastrophal und nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig.
Ed Sheeran, Sänger
Sheeran brachte seine Trauer "angesichts des Ausmaßes der Zerstörung und des Verlustes des Lebens von Zivilisten und des Lebens von Kindern" im Gazastreifen zum Ausdruck. Auch die "systematische Ungerechtigkeit" im Westjordanland dürfe "nicht ignoriert werden". Vor dem Stadion, in dem das Konzert stattfand, hatten sich US-Medienangaben zufolge einige propalästinensische Demonstranten versammelt.
Einfach propalästinensisch oder schon antisemitisch?
Macklemore äußert sich seit Jahren propalästinensisch. Kritiker werfen dem Musiker vor, in Auftritten und Liedtexten antisemitische Stereotype zu bedienen, was der Künstler bestreitet. Der Vorwurf von Antisemitismus werde mitunter genutzt, um Kritik am Staat Israel abzuwehren, hatte Macklemore in einem ersten Post zur Auseinandersetzung erklärt.
Eine heftige Debatte hatte ein Macklemore-Auftritt auch in Deutschland im vergangenen Sommer ausgelöst, nachdem er als Headliner auf dem Deichbrand-Festival in Niedersachsen angekündigt worden war. Letztlich stand Macklemore auf der Bühne und warf Israel erneut Völkermord vor.
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