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Thursday, October 15, 2026

«Versorgungsengpass verhindert»: Bund öffnet Pflichtlager

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  • Der Bund warnt vor Kerosinengpässen am Flughafen Zürich und gibt Reserven aus Pflichtlagern frei.
  • Vom 1. Oktober bis 1. November 2026 dürfen 30’000 Kubikmeter Kerosin entnommen werden, der Flughafen braucht täglich rund 4000.
  • Der Flughafen Zürich widerspricht: Es gebe «keine Hinweise auf einen Versorgungsengpass».

Nicht nur am Flughafen Frankfurt wird das Kerosin knapp. Auch der Airport Zürich ist von Kerosinengpässen bedroht. So heisst es zumindest in einer Mitteilung des Bundes von Donnerstag. Als Gründe werden Ausfälle und erhebliche Verspätungen im internationalen Schienengüterverkehr, insbesondere auf den Zufahrtsstrecken aus Deutschland, angegeben. Sie «beeinträchtigen die Versorgung des Flughafens Zürich mit Flugpetrol».

Aufgrund des Niedrigwassers auf dem Rhein seien zusätzliche Transporte anderer Güter bereits auf die stark ausgelastete Schiene verlagert. Die ausgefallenen Lieferungen können deshalb nicht rechtzeitig nachgeholt werden.

Flugpetrol-Pflichtlager darf angezapft werden

Um einen Stillstand zu verhindern, habe der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung, Roland Pfister, die Entnahme von Kerosin aus den Pflichtreserven für Erdölprodukte genehmigt. Die Freigabe sei zeitlich und punkto Menge begrenzt. Vom 1. Oktober bis zum 1. November 2026 dürfen insgesamt 30’000 Kubikmeter Kerosin verwendet werden. Laut Mitteilung sind das 6,5 Prozent der verfügbaren Reserven. «Die verfügbaren Bestände am Flughafen Zürich reichen ohne zusätzliche Massnahmen nicht aus, um die ausfallenden Lieferungen zu überbrücken», so die Begründung. Der Flughafen benötigt für den Betrieb pro Tag etwa 4000 Kubikmeter oder 400’000 Liter Kerosin.

Dafür sind die Pflichtlager

Pflichtlager können freigegeben werden, wenn die gewohnte Verfügbarkeit des Gutes im Inland stark gefährdet oder bereits stark eingeschränkt ist und die Wirtschaft die Versorgung nicht mehr selbst sicherstellen kann.

Nach einer Analyse der Versorgungslage kann die Wirtschaftliche Landesversorgung beim Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) die Freigabe von Pflichtlagern beantragen. Die Freigabe erfolgt per Verordnung und wird wieder aufgehoben, sobald sich die Versorgungslage normalisiert hat.

Der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung kann zudem eigenständig bis zu 20 Prozent der Pflichtlagermenge eines Produkts freigeben. Diese Massnahme wird als temporäre Bedarfsdeckungsunterschreitung (TBDUS) bezeichnet.

Quelle: BWL

Flughafen Zürich will von Kerosinknappheit nichts wissen

Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es vom Flughafen Zürich: Alles in Ordnung. «Derzeit gelten keine Einschränkungen bei der Betankung von Flugzeugen. Uns liegen aktuell keine Hinweise auf einen Versorgungsengpass vor», schreibt Mediensprecher Dario Geiser.

Das am Flughafen genutzte Kerosin werde über die Schiene von diversen Standorten an die Unterflurbetankungsanlage Flughafen Zürich AG geliefert, die für die Verwaltung des Kerosins und die Wartung der Leitungen zuständig ist. Die eigentliche Versorgung selbst erfolge durch neun sogenannte «Durchsetzer». Diese neun am Flughafen Zürich tätigen Energiefirmen, darunter BP, Shell und Socar, unterhalten laut Geiser eigene Liefervereinbarungen mit den Airlines.

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Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

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