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Friday, September 25, 2026

Architektur für die Kunst – Peter Zumthor schafft Klarheit: Neue Bauten fürs Beyeler-Museum

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Würde man ein Museumsgebäude in seine Einzelteile zerlegen, dann ergäbe das Peter Zumthors neu gebaute Erweiterung für die Fondation Beyeler – drei Gebäude mit unterschiedlichsten Funktionen. Ein Pavillon für Veranstaltungen, ein Bürogebäude für die Administration und ein Museumsbau nur für die Kunst.

Zumthor liebt es, Klarheit zu schaffen – vor allem, was die Funktionen betrifft. So hat er es auch in seinem neuen Museum in Los Angeles gehalten: Die Ausstellungsfläche ist das eine, alles andere wird in separate Kuben ausgelagert.

In Riehen führt das dazu, dass man neben Renzo Pianos Hauptgebäude zunächst nur einen neuen Pavillon sieht. Eine Fensterfront, eingefasst mit Eichenholz und Stahldach, man könnte meinen, eine Hommage an die Moderne von Mies van der Rohe.

Zwei Personen gehen über einen sonnigen Rasen vor einem modernen Gebäude.
Legende: Teil des erweiterten Ensembles der Fondation Beyeler: der Pavillon von Atelier Peter Zumthor. Calder Foundation / Artists Rights Society / Katalin Deér

Erst wenn man weitergeht, sieht man das Herzstück von Zumthors neustem Werk. Das aus Jurakalkstein gebaute Wyss-Museum, das auch als die eigentliche Erweiterung des Museums gelten darf. Daneben sind die Büros in einem dritten Gebäude untergebracht, das mit seiner rudimentären Holzfassade stark an Zumthors eigenes Atelier in Haldenstein erinnert.

Pavillon im Parkdenkmal

Zumthor will das Museum vom Ballast des Alltags befreien. Dafür ist er das Risiko eingegangen, vom Wettbewerb ausgeschlossen zu werden. Denn der Park ist denkmalgeschützt und es brauchte anscheinend einiges an Überzeugungsarbeit, dass er den Pavillon im Park bauen durfte.

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  • Bild 1 von 9. Die Fondation Beyeler in Riehen erweitert sich räumlich – mit Bauten des Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor. Bildquelle: Mark Niedermann.

  • Bild 2 von 9. Die neuen Gebäude ergänzen den bestehenden Museumsbau um ein Servicehaus (oben links), das Wyss-Museum (mittig) und einen Veranstaltungs-Pavillon (rechts). Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.

  • Bild 3 von 9. Im monolithartigen neuen Wyss-Museum ist regional gewonnener Jurakalkstein verbaut: etwa als massiver Naturstein für Bänke und Treppen, als Terrazzo im Boden … Bildquelle: Mark Niedermann.

  • Bild 4 von 9. … oder als Hauptbestandteil der gestampften Fassade. Der Neubaukomplex wird schrittweise ab Herbst 2026 und vollständig im Januar 2027 eröffnen. Bildquelle: KEYSTONE/Claudio Thoma.

  • Bild 5 von 9. In dem Gebäude entstehen auf drei Etagen insgesamt rund 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Grossformatige Fenster verbinden diese mit der umgebenden Natur. Bildquelle: KEYSTONE/Claudio Thoma.

  • Bild 6 von 9. Das Servicehaus will sich durch seine einfache Holzskelettbauweise und Ausführung in lasierter Eiche an regional typische Gebäude anlehnen. Bildquelle: KEYSTONE/Claudio Thoma.

  • Bild 7 von 9. Der ebenerdige Veranstaltungspavillon soll tagsüber Ort der Ruhe sein, um sich dann während Veranstaltungen zum lebendigen Ort zu entwickeln. Bildquelle: KEYSTONE/Claudio Thoma.

  • Bild 8 von 9. Die Neubauten erweitern das bekannte Architektur-Ensemble des Beyeler Museums rund um den Bau von Renzo Piano. Bildquelle: KEYSTONE/Claudio Thoma.

  • Bild 9 von 9. Zeitgleich mit den Neueröffnungen erhält die ehemalige Orangerie ein neues botanisches Konzept und wird zu einem pflanzenbasierten Concept Store. Bildquelle: KEYSTONE/Claudio Thoma.

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Überhaupt ist der Schutz der Landschaft ein grosses Thema. Steht das neue Ausstellungsgebäude doch am Rand eines zweiten Parks mit sehr altem Baumbestand, um den herum der Architekt bauen musste. So entstand der Grundriss eines Ypsilons, in dessen oberer und seitlicher Einbuchtung zweihundert Jahre alte Bäume stehen.

So ist es naheliegend, dass Zumthor die Natur in die Ausstellungsräume holt. Während in Renzo Pianos Hauptgebäude das meiste Licht von oben kommt, ist das Wyss-Museum ein Seitenlicht-Museum. Zumthor besteht je länger, je mehr auf direktes seitliches Tageslicht und führt den Besucher mit grossen Panoramafenstern dem Licht entlang durchs Museum.

Oben im dritten Stockwerk angelangt erreicht man eine Terrasse, mit Blick in den Schwarzwald und den Jura. Eine Treppe in der Mauer führt wieder nach unten in den Park.

Fenster zum Garten

Keine Eingangshalle, kein Shop stört die Atmosphäre. Man betritt das Museum und ist sofort mit Wolfgang Tillmanns «Tree filling window»-Aussicht auf einen Garten konfrontiert. Die Fotografie wird zum Fenster, auch so wird dem Besucher klargemacht, worum es dem Architekten geht.

Auf drei Stockwerken zeigt die Fondation die Schätze ihrer eigenen Sammlung von der zeitgenössischen Kunst bis zur Klassischen Moderne – von Roni Horn bis Pablo Picasso. Einiges stammt auch aus Sammlungen nahestehender Mäzene, wie eine Serie von Magritte-Bildern des Präsidenten der Beyeler-Stiftung, Hansjörg Wyss.

Er ist es auch, der die Finanzierung der 120-Millionen-Museumserweiterung zum grossen Teil sicherte. Der ehemalige Medizintechnik-Unternehmer ist einer der ganz grossen Geldgeber der Kunst wie auch der Wissenschaften.

So finanziert er sowohl die ETH mit Instituten im Bereich der Medizinforschung als auch die Harvard University in den USA, wo er auch lebt. Und eben die Fondation Beyeler. Ein Glücksfall, denn ohne diese privaten Gelder würde es den neusten Wurf des Architekten Zumthor nicht geben.

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