The Jerusalem PostHaredi parties, Yashar, coalition bloc lose seats in Knesset, as Otzma Yehudit gains one - pollESPNMLB insiders predict the playoffs: Bold takes, dangerous teams and breakout starsCNN TürkMansur Yavaş'ın istifa süreci: Kırılma noktası 9 Eylül'deki görüşme olduPunch2027: Moghalu rejects Atiku campaign appointmentInquirerSibuyan residents file complaint vs council over mining projectESPN DeportesPorter jugará para Steelers en 2026, fecha inciertaBollywood HungamaEXCLUSIVE: CBFC censors 7 seconds of frontal nudity visuals in Robert Pattinson-starrer PrimetimeObservador DesportoÓculos espiões e livros por IA: o fim da privacidade?SözcüHerkesin burun kıvırdığı işi yaparak ayda 345 bin lira kazanıyorUOLMacron enviará militares e sistemas de defesa para a Arábia SauditaVariety‘Unabomber’ Review: A Portrait of the Terrorist as a Young Man, Given a Hokey TV-Movie Glossالنهارفوكوياما يعود ليصحح التاريخ: من "نهاية التاريخ" إلى "مملكة الإنسان الأخير" ... هل كان الملل هو من أيقظ الوحوش؟
The Daily Newsstand · Free, Always
Friday, September 25, 2026

Zwangsverwaltung in Russland – Nestlé: Babymilch als Spielball der Politik?

Translate

Warum stellt Russland ausgerechnet Nestlé unter Zwangsverwaltung? Ulrich Schmid, Osteuropa-Experte an der Universität St. Gallen, vermutet politische Motive und einen direkten Zusammenhang zur Neutralitätsinitiative, über die am Sonntag abgestimmt und die gemäss Umfragen wahrscheinlich abgelehnt wird.

Regal mit Babynahrung in Dosen im Laden.
Legende: Nestlé erwirtschaftet in Russland unter anderem mit Kaffee, Süsswaren oder Babynahrung knapp zwei Milliarden Franken. IMAGO / Depositphotos

Die Botschaft Russlands sei eine Strafaktion, ein Signal, dass man sämtliche wirtschaftlichen Beziehungen riskiere. Dass die Zwangsverwaltung Nestlé trifft, habe wohl auch mit der Grösse des Konzerns zu tun. Nestlé ist einer der grössten Schweizer Konzerne und weltweit der grösste Lebensmittelproduzent.

Wie reagiert Nestlé? Nestlé will am Geschäft festhalten und führt die sechs Fabriken normal weiter. Die russische Einheit schreibt in einer Mitteilung, es handle sich um keine Verstaatlichung. Der Konzern sei zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit mit dem neuen Verwalter zur weiteren Entwicklung des Geschäfts und zur höheren Effizienz beitragen werde.

Was tut die Diplomatie?

Box aufklappen Box zuklappen

Das Staatssekretariat Seco und das EDA, zuständig für die Schweizer Aussenpolitik, stehen mit Nestlé in engem Kontakt.

«Das Ziel der Unterstützung durch die Schweiz ist es, Nestlé die Möglichkeit zu verschaffen, ihren Standpunkt gegenüber den russischen Behörden vorzutragen und auf eine Rücknahme der Zwangsverwaltung hinzuwirken», schreibt das Seco auf Anfrage.

Weitere Details der Verhandlungen nennen weder das Seco noch Nestlé.

«Nestlé will den Ball flach halten und sich weitere Wege nicht verbauen», sagt Ulrich Schmid. Die Situation sei schwierig, denn bei anderen Firmen wie dem dänischen Bierhersteller Carlsberg oder dem französischen Lebensmittelkonzern Danone sei eine Zwangsverwaltung der erste Schritt gewesen zu einer späteren Übergabe an russische Besitzer.

Werden Schweizer Firmen sich nun zurückziehen? Die Firmen geben sich bedeckt. Auf Anfrage von SRF antwortet das Industrieunternehmen Bucher zum Beispiel, dass es keine Veränderungen plane, die Entwicklung aber beobachte. Auch Roche antwortet ähnlich. Andere Unternehmen wie Novartis oder Ems bestätigen lediglich ihre Aktivitäten, lassen sich aber bezüglich Strategie nicht in die Karten blicken.

Unternehmen in Russland: Wer ist noch da, wer ist gegangen?

Box aufklappen Box zuklappen

Experten der US-Universität Yale führen Listen über die Aktivitäten von grösseren Unternehmen in Russland und kategorisieren diese unterschiedlich.

Es gibt gemäss Yale Firmen, die ihre Geschäftstätigkeiten seit Kriegsbeginn nicht geändert haben. Aus der Schweiz sind das nur Ems, Liebherr und das Konsumgüterunternehmen Zepter.

Andere Unternehmen hätten grössere Entwicklungsvorhaben auf unbestimmte Zeit verschoben, würden aber Kerngeschäfte weiterführen. Dazu zählen unter anderem Nestlé, der Schokoladenhersteller Barry Callebaut, die Pharmakonzerne Novartis und Roche sowie der Augenheilkonzern Alcon.

Weitere Unternehmen (u. a. Bucher, Sika, Kühne + Nagel) hätten wesentliche Geschäftsbereiche zurückgefahren, seien aber noch immer vor Ort.

In einer weiteren Kategorie werden Firmen aufgeführt, die fast vollständig weggezogen sind, sich aber Optionen offenhalten (u. a. der Luxusgüterkonzern Richemont, Rolex, Swatch).

Auch solche, die den vollständigen Rückzug bekannt gegeben haben (ABB, Holcim, Zurich) werden in einer Kategorie aufgeführt.

Experte Ulrich Schmid erwartet keinen Exodus. Viele grosse Firmen (ABB, Holcim, Zurich) haben Russland bereits verlassen. Forscher der Universität Yale zählen noch rund zwei Dutzend Schweizer Unternehmen, die aktiv vor Ort sind. Viele stecken gemäss Schmid in einem Dilemma: Zum einen müssen sie sich rechtfertigen, zum anderen möchten sie die russischen Angestellten in dieser angespannten Lage nicht auf die Strasse stellen. Einige Konzerne, darunter Pharmaunternehmen und auch Nestlé, rechtfertigen ihr Verbleiben in Russland mit der Lieferung von lebensnotwendigen Gütern wie Medikamenten und Babynahrung.

Wie ist das mit den Sanktionen? Die Sanktionen gegenüber Russland betreffen insbesondere den industriell-militärischen Sektor sowie den Energie- und Finanzsektor. Nicht betroffen sind der Handel mit Lebensmitteln, Agrarerzeugnissen oder Medikamenten. Zudem gibt es Ausnahmen für humanitäre Zwecke.

Wie wird kontrolliert, was Firmen in Russland machen? Juristisch unabhängige Tochtergesellschaften im Ausland mit Schweizer Muttergesellschaften fallen in der Regel nicht unter schweizerische Sanktionsbestimmungen. «Sämtliche Schweizer Rechtsunterworfenen müssen sich an Schweizer Recht halten, auch an das Sanktionsrecht. Es liegt daher in der Verantwortung der Schweizer Unternehmen, die Russland-Sanktionen voll umfassend einzuhalten», schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco auf Anfrage. «Liegen Hinweise oder Verdachtsmomente auf Verstösse gegen Sanktionsbestimmungen vor, untersucht das Seco diese Fälle systematisch und verfolgt festgestellte Verstösse konsequent.»

View the original on SRF News →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.