Nach dem doppelten Verletzungsschock: Wer stürmt jetzt für den 1. FC Köln?
Die Ausfälle der Mittelstürmer Ragnar Ache und Thijs Dallinga sind ein herber Schlag für den 1. FC Köln. Trainer René Wagner muss nun vor dem Duell mit Mönchengladbach eine passende Ersatzlösung finden.

Marius Bülter erzielte im Testspiel gegen Viktoria Köln den Treffer zum 2:2-Endstand. IMAGO/DeFodi Images
Die Diagnosen nach dem 2:2 im Testspiel gegen Viktoria Köln waren heftig. Ragnar Ache fehlt dem 1. FC Köln mit einer Muskelverletzung etwa drei bis vier Wochen, Thijs Dallinga mit einem Kreuzbandriss deutlich länger. Für den vom FC Bologna ausgeliehenen Niederländer könnte die Verletzung das Saison-Aus bedeuten. Einen "Albtraum" nannte Dallinga die Blessur auf Instagram. Ein harter Doppelschlag für die Rheinländer. Ausgerechnet vor dem rheinischen Duell mit Borussia Mönchengladbach steht der FC ohne etablierten Mittelstürmer da.
Das Kopfballspiel als Knackpunkt
Für Trainer René Wagner begannen gleich am Morgen die Überlegungen, wie der Doppel-Ausfall aufzufangen sein könnte. In dieser Saison jedenfalls standen immer entweder Ache oder Dallinga in der Startelf und besetzten die Mittelstürmer-Rolle. Flankiert wird der FC-Angriff von zwei Außenbahnspielern und einem zentral positionierten Zehner hinter der einzigen Spitze.
Ein adäquater dritter Stürmer steht nicht zur Verfügung, sodass Wagner eine Ersatzlösung konstruieren muss. Die besten Karten dürfte dabei Marius Bülter haben, der im Viktoria-Test auch den Treffer zum Endergebnis erzielte. Der 33-Jährige gehört zu den erfahrensten Akteuren im FC-Kader und ist in der Offensive polyvalent einsetzbar. Für Bülter spricht, dass er neben immensem Fleiß auch 1,90 Meter Körpergröße und ein gutes Kopfballspiel einbringt. Ein wichtiger Faktor, um die latente Standardschwäche nach ruhenden Bällen zu bekämpfen.
Bülter ist der Favorit
Ganz offen aussortiert wurde eigentlich Imad Rondic, der Stürmer Nummer 4. Der Bosnier ist zwar 1,89 Meter groß und verfügt über passable Abschlussqualitäten, dürfte aber weiterhin maximal für Kurzeinsätze über zehn bis 15 Minuten infrage kommen - wenn überhaupt. Zuletzt jedenfalls hatte Wagner stets vier Profis aus dem Spieltagskader streichen müssen. Rondic schaffte es deshalb erst einmal überhaupt ins Team.
Mittelstürmer-Erfahrung haben auch Luca Waldschmidt und Jan Thielmann, die beide aber deutlich kleiner gewachsen sind (1,81 Meter und 1,77 Meter) als Bülter. Thielmann kommt am besten in Kontersituationen zur Geltung, Waldschmidt kann auch aus der Distanz gefährlich abschließen und bringt sich auch als Spielmacher und Ankurbler ein. Beide allerdings dürften gegenüber Bülter, der am ehesten die Ankerspielerqualitäten im Sturm erfüllt, das Nachsehen haben.
Gut denkbar ist auch, dass Bülter Nationalspieler Said El Mala zur Seite gestellt bekommt. Der 20-Jährige lief bislang stets links auf, Wagner probierte ihn in der Schlussphase der vergangenen Spielzeit aber auch in einer zentraleren Rolle aus. Trotz zweier Ausfälle also diverse Alternativen für Wagner - mit dem klaren Favoriten Bülter.
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