Was der Spycher-Abgang für YB bedeutet

Grösste Umwälzung seit 2016
Was der Spycher-Abgang für YB bedeutet
Der angekündigte Abgang von Chief Sports Christoph Spycher wird zur grössten Umwälzung bei YB seit dessen Amtsantritt 2016 führen. Dennoch wird YB nicht in seinen Grundfesten erschüttert werden. Wegen der Stabilität in der Führung und einer finanziellen Luxuskonstellation.
Publiziert: vor 22 Minuten
- Spychers Abgang wird grösster YB-Umbruch seit 2016
- Brülhart rechnet mit Zeit, bis wieder Stabilität da ist
- 70 Mio. Franken Reserven und Rihs' Stiftung sichern YB
Alain KunzReporter Fussball
Seit dem ersten Meistertitel 2018 ist das YB-Schiffchen ruhig vor sich hingetuckert. Meist mit sehr viel Wasserverdrängung. Denn es folgten fünf weitere Titel, vier Champions-League-Teilnahmen und zwei Cupsiege. Natürlich gab es in der Ära nach Gerardo Seoane Turbulenzen. Als man den auf Platz eins liegenden Trainer Raphael Wicky in einem Akt von Wohlstandsverwahrlosung feuerte. Als es mit Patrick Rahmen hinten und vorne nicht klappte, was nicht vorhersehbar war. Oder als man Giorgio Contini opferte, weil man Seoane zurückholen konnte.
Letzte Saison als grosse Ausnahme
Aber YB fand immer zurück in die Spur. Mit Ausnahme der letzten Saison, in der man als Transfersieger abgefeiert wurde und dann trotz Seoanes Rückkehr die schlechteste Saison unter Christoph Spycher hinlegte. Ein Fail, der keiner Logik folgte.
Und immer waren es dieselben Personen, die die sportlichen Entscheide fällten. Spycher, zuerst als Sportchef, später als Ober-Sportchef mit einer Rückkehr ins Daily Business, als es nicht gut lief, und zuletzt als Chief Sports. Sekundiert von Chefscout Stéphane Chapuisat und Ausbildungschef Gérard Castella sowie zuerst Steve von Bergen und zuletzt Mathieu Beda.
Brülhart: «Es braucht Zeit, um wieder Stabilität zu haben»
Nun wird Ende Saison einiges neu. Castella ist bereits abgetreten und wurde durch Marc Hottiger ersetzt. Spycher tut es voraussichtlich im September 2027. Präsident Marcel Brülhart bejaht, dass dies die grösste Umwälzung sei seit 2016, als Spycher seinen Job antrat. «Bei solch einem Einschnitt braucht es Zeit, bis man wieder Stabilität hat», sagt der Präsident gar. Denn wieder einen Spycher zu finden, scheint kaum möglich. «Das Credo von Christoph und von mir ist, dass niemand unersetzlich ist», so Brülhart, «aber in seinem Fall wird das sehr anspruchsvoll.»
Und doch wird es in Bern kein Vakuum geben. Chappi dürfte bleiben. Beda, den viele unterschätzen, weil er zuvor als Spielerberater nur kurz mit seinem damaligen Klienten Denis Zakaria im Rampenlichtt stand, wird an Volumen gewinnen. Dazu gesellt sich Spychers Nachfolger, dessen Suche der ehemalige Nati-Spieler als Verwaltungsrat mitverantworten wird. Abgesehen davon muss sich YB nicht zwingend so aufstellen wie zuletzt. Die Strukturen können bei Bedarf angepasst werden. «Da sind wir offen und werden es genau analysieren», sagt Brülhart. Der Präsident selbst ist ein weiterer Garant, dass YB oben bleiben wird. Ein Präsident, der präsent und aktiv ist, ohne sich ins Sportliche einzumischen. «Ich masse mir keine höheren sportlichen Kompetenzen an.»
YB ist finanziell abgesichert
Doch vor allem muss man sich deshalb keine Sorgen um YB machen, weil die Organisation ein selbst europaweit geachtetes und rares finanzielles Erfolgsmodell mit Reserven von 70 Millionen Franken ist. Und Besitzer und Milliardär Hans-Ueli Rihs (83) will endgültig für Stabilität sorgen, indem er seine Aktienmehrheit in eine Stiftung überführt. Apropos Geld: Rihs hat seit 2017 keines mehr einschiessen müssen …
YB hat viel Zeit, sich für die Nach-Spycher-Zeit zu rüsten. Das ist ein Riesenvorteil. Die Berner werden bereit sein.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 11 | 25 | 31 | |
2 | BSC Young Boys | 11 | 17 | 25 | |
3 | FC Sion | 11 | 7 | 22 | |
4 | FC Zürich | 11 | -3 | 17 | |
5 | Servette FC | 11 | 2 | 16 | |
6 | FC St. Gallen | 11 | -4 | 16 | |
7 | FC Basel | 11 | -3 | 14 | |
8 | FC Luzern | 11 | -6 | 12 | |
9 | FC Thun | 11 | -11 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 11 | -1 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 11 | -13 | 9 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 11 | -10 | 6 |
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