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Sunday, November 1, 2026

Stichwahl um Präsidentenamt: Russlandfreundliche Amtsinhaberin führt in Bulgarien

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Stichwahl um PräsidentenamtRusslandfreundliche Amtsinhaberin führt in Bulgarien

01.11.2026, 20:53 Uhr

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Würde gerne verhandeln: Ilijana Jotowa. (Foto: picture alliance/dpa/Bulgarian News Agency/AP)

Bulgarien wählt im Schatten des Ukraine-Krieges. Präsidentin Ilijana Jotowa liegt laut ersten Prognosen in Führung, der Kandidat der Opposition landet auf Platz zwei. Damit würde die Amtsinhaberin gewinnen.

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Bulgarien deutet sich nach ersten Prognosen eine Mehrheit für Amtsinhaberin Ilijana Jotowa an. Wie aus Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe des bulgarischen Meinungsforschungsinstituts Mjara hervorgeht, könnte Jotowa, die Kandidatin der regierenden Mitte-Links-Partei Progressives Bulgarien (PB), auf 51 Prozent der Stimmen kommen.

Bei klarem Rückstand folgt den Angaben zufolge der prowestliche Herausforderer Andrej Gjurow mit knapp 45 Prozent. Der frühere Interimsregierungschef wird vom liberal-konservativen Oppositionslager unterstützt. Der Ukraine-Krieg unweit von Bulgarien verleiht der Wahl in dem Land an der Ostflanke der Nato eine neue Dimension. Gjurow ließ im Wahlkampf eine engere Orientierung an den westlichen Partnern erwarten sowie eine stärkere Unterstützung für die Ukraine im russischen Angriffskrieg.

Jotowa setzte sich im Wahlkampf immer wieder für eine Friedenslösung für die Ukraine durch Verhandlungen mit Russland ein. Sie sagte, sie wolle eine bulgarische "Präsidentin des Friedens" sein. Die ehemalige Journalistin und sozialistische Europaabgeordnete hatte das Präsidentenamt erst im Januar vom damaligen Amtsinhaber und heutigen Regierungschef Rumen Radew übernommen. Dieser war zurückgetreten und hatte anschließend die Parlamentswahl gewonnen und das Amt des Ministerpräsidenten übernommen.

Die Wahl in dem südöstlichen EU-Land wurde von dem Konflikt überschattet. In der bulgarischen Wirtschaftszone im Schwarzen Meer - und auch in der des Nachbarlandes Rumänien - häuften sich in den vergangenen Wochen Drohnenangriffe auf Handelsschiffe. Rund 6,5 Millionen Bulgarinnen und Bulgaren konnten wählen. Die Wahlbeteiligung lag kurz vor Wahlschluss Meinungsforschern zufolge bei nur 29 Prozent. Damit war das Interesse an der Stichwahl aber größer als beim ersten Wahlgang vor einer Woche.

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