«Ziemlich dumm»: Mann findet Patrone und nimmt sie mit nach Hause

- Ein Reddit-Nutzer hat auf dem Aletschgletscher eine alte Patrone gefunden und diese in seine Unterkunft mitgenommen.
- Die Armee vermutet anhand des Fotos, dass es sich um ein 20-mm-Übungsgeschoss mit Leuchtspur handeln könnte.
- 2025 gingen bei der nationalen Blindgängermeldezentrale 855 Meldungen ein – die meisten aus den Bergkantonen Bern, Graubünden und Wallis.
Ein kurioser Fund beschäftigt einen Nutzer auf Reddit: Er hat eine alte Patrone auf dem Aletschgletscher entdeckt. Zu Hause angekommen, fragte er sich, ob es eine gute Idee war, diesen Gegenstand mit in seine Unterkunft genommen zu haben.
In einem Nachtrag präzisiert er, dass er den Gegenstand nicht ins Flugzeug, sondern mit dem Auto transportieren wollte. Gleichzeitig räumt er ein, dies sei wohl «ziemlich dumm» gewesen.
Armee vermutet Übungsgeschoss mit Leuchtspur
Ob ein Geschoss noch gefährlich ist, lässt sich von aussen nicht zuverlässig beurteilen, teilt Armeesprecher Mathias Volken auf Anfrage mit. «Die Auswertung des Fotos deutet darauf hin, dass es sich um ein 20-mm-Übungsgeschoss mit Leuchtspur handeln könnte.»
Eine zweifelsfreie Bestimmung anhand eines Bildes sei aber nicht immer möglich. Korrosion und Beschädigungen könnten eine Identifikation zusätzlich erschweren. Weiter erklärt der Armeesprecher, dass regelmässig Räumaktionen in ehemaligen und heutigen Übungsgebieten durchgeführt werden.
Dass der Mann den Gegenstand mit nach Hause nahm, widerspricht der zentralen Sicherheitsregel der Armee: «Nie berühren – markieren – melden.» Bei Blindgängern und Munitionsresten gilt: nicht anfassen oder bewegen, Fundstelle markieren und die Polizei unter 117 oder über die Blindgänger-App informieren. Wer einen verdächtigen Gegenstand bereits bei sich hat, soll die Polizei kontaktieren und deren Anweisungen befolgen.
855 Meldungen im vergangenen Jahr
Wie oft solche Meldungen bei den Behörden eingehen, zeigen die Zahlen vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS): 2025 gingen bei der nationalen Blindgängermeldezentrale 855 Meldungen ein. Spezialisten des Kommandos für Kampfmittel- und Minenräumung machten 227 Blindgänger unschädlich. Zudem entsorgten sie 1263 Stück Fundmunition und 1556 Munitionsschrott.
Besonders viele Hinweise kamen aus den Bergkantonen: Mit 97 Meldungen verzeichnete das Wallis schweizweit die dritthöchste Zahl, hinter Bern (169) und Graubünden (132).
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Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.
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