Spaniens verheerendste Zugunglücke und ihre traurige Bilanz

Darum gehts
- Bei einer schweren Zugkollision in Zentralspanien sterben mindestens 46 Menschen.
- Bei früheren Bahnunglücken in Spanien kamen ebenfalls zahlreiche Menschen ums Leben.
- Als schwerstes Zugunglück Spaniens gilt die Katastrophe von Torre del Bierzo mit vermutlich mehreren Hundert Toten.
Noch ist das Ausmass der schweren Zugkollision in Zentralspanien mit mindestens 46 Toten nicht bekannt. Doch bereits jetzt werden Erinnerungen an zurückliegende Bahnkatastrophen wach.
Erst im Frühjahr 2024 kamen bei dem Zusammenstoss zweier Hochgeschwindigkeitszüge im spanischen Adamuz 46 Menschen ums Leben. Über 150 Menschen wurden damals verletzt. Es war das schwerste Bahnunglück in Spanien seit 2013. Die Ursache ist immer noch Gegenstand von Ermittlungen. Bei ersten Erhebungen wurde ein Schienenbruch gefunden.
2013: Santiago de Compostela, Angrois, 80 Tote
Damals entgleiste am 24. Juli nahe der Stadt Santiago de Compostela ein Hochgeschwindigkeitszug. Dieser war von Madrid-Chamartín nach Ferrol unterwegs. Der Zug des spanischen Eisenbahnunternehmens Renfe war in einer nur mit 80 km/h befahrbaren Kurve mit mehr als doppelt so hoher Geschwindigkeit unterwegs. Er entgleiste, prallte gegen eine Betonwand und fing teils Feuer. Bei dem schwersten Eisenbahnunglück Spaniens seit 1972 kamen 80 Personen ums Leben. Rund 144 Menschen wurden verletzt, zum Teil schwer. Der Lokführer des Unglückszugs war wegen fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
1972: El Cuervo, Provinz Sevilla, 86 Tote
In den Morgenstunden des 21. Juli 1972 kam es nahe El Cuervo de Sevilla auf der Strecke Cádiz-Sevilla zu einer Frontalkollision zwischen dem Triebwagen eines Nahverkehrszugs und einem Nachtschnellzug aus Madrid. Das Unglück forderte 86 Menschenleben, 112 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Als Hauptursache gilt menschliches Versagen: Der Lokführer des Nahverkehrszugs hatte im Bahnhof ein Haltesignal ignoriert und war eigenmächtig auf den damals eingleisigen Streckenabschnitt eingefahren, anstatt die planmässige Kreuzung mit dem verspäteten Schnellzug abzuwarten.
1944: Torre del Bierzo, Provinz León, 78 Tote
Der Eisenbahnunfall von Torre del Bierzo am 3. Januar 1944 gilt als das schwerste Eisenbahnunglück in der spanischen Geschichte. Nach offiziellen Angaben kamen dabei 78 Menschen ums Leben. Rund 75 Personen wurden verletzt. Heute geht man jedoch von über 100 bis mehreren 100 Todesopfern aus. Die Diskrepanz wird mit der Zensur durch das Franco-Regime begründet. Zur Katastrophe kam es infolge von Bremsversagen. Ein Nachtschnellzug, der von Madrid nach A Coruña unterwegs war, kollidierte damals westlich des Bahnhofs von Torre del Bierzo mit einem Postzug, einer Rangierlokomotive und einem Güterzug. In der Folge kam es zu einem Grossbrand. Einige Trümmer sollen zwei Tage lang gebrannt haben.
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