Waldbrände in Frankreich 2022 – Vier Jahre nach den Flammen steht der neue Campingplatz

In Frankreich weckten die heftigen Waldbrände in der Region Bordeaux Erinnerungen an den Sommer vor vier Jahren. Damals brannte es südlich der Bucht von Arcachon. Mehrere 1000 Hektar Wald sind verbrannt. Fünf Campingplätze bei der grossen Düne von Pilat wurden zerstört.
Aufbau innert vier Jahren
«Da gab es nichts mehr nach dem Brand», sagt Cédric Rocher, Direktor des Campingplatzes, der am Fuss der Düne von Pilat liegt. Es habe ausgesehen wie nach einem Krieg oder auf dem Mond.
Mit einem Golfwagen rumpelt Rocher über das 15 Hektar grosse, sonnige Gelände und zeigt stolz die wiederaufgebauten Gebäude. Vom Restaurant über das Wasserbecken und die Sanitäranlagen bis hin zu den Chalets. Vor vier Jahren hätten hier nur noch Trümmer gestanden, erzählt Rocher.
In kürzester Zeit hätten die Flammen alles zerstört.
Es war hart mit anzusehen, wie all das, was man aufgebaut hat, innert kurzer Zeit in Rauch aufgeht
40 Jahre, um den Campingplatz aufzubauen, zwei Stunden, um ihn niederzubrennen, und es werden schliesslich rund fünf Jahre dauern, ihn wieder aufzubauen.
Es sei eine schwierige Zeit gewesen, sagt Rocher, dessen Betroffenheit noch heute spürbar ist, wenn er an die Katastrophe zurückdenkt.
«Es war hart, mit anzusehen, wie all das, was man aufgebaut hat, innert kurzer Zeit in Rauch aufgeht. Es war schwer zu sehen, wie die Sachen unserer Gäste verbrannten, und dann war es schwierig, alles wieder aufzubauen, so der Direktor des Campingplatzes. Es bedeute viel Arbeit, viel Geld und einen hohen bürokratischen Aufwand.
Kritik gegenüber Versicherungen
Der bürokratische Aufwand ist noch heute gross. Die Kritik des Direktors richtet sich dabei an die Versicherungen. «Sie haben bis jetzt 25 Prozent des Gesamtschadens übernommen, aber es fehlt immer noch ein Teil. Sie suchen nach jedem Vorwand, nicht zu zahlen», sagt er.
Trotz des Streites ums Geld, der auch die Gerichte beschäftigt, konnte Rocher den Campingplatz ein Jahr nach der Katastrophe wieder eröffnen. Auch die Gäste kamen zurück.
Brände in Frankreich im Sommer 2026
Box aufklappen Box zuklappen
Im Sommer kam es im Südwesten Frankreichs zu anhaltenden Bränden, die rund um Bordeaux eine der grössten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst haben. Mehrere Hunderttausend Menschen wurden dabei evakuiert.
Über 400 Quadratkilometer sind in der Region bei Bordeaux, abgebrannt.
Nach den Bränden wird diskutiert, wie der Wald künftig aussehen soll. In der Kritik stehen vor allem die Kiefern-Monokulturen, die an die Bedürfnisse der Holzindustrie angepasst sind. Grosse, oft gleichförmige Bestände werden als besonders anfällig für Brände angesehen.
Der jüngste Waldbrand auf der anderen Seite der Bucht von Arcachon hatte allerdings Folgen. Auch wenn die Flammen nur von weitem zu sehen waren, reisten die Gäste ab.
Kritik an den Behörden
Rocher versteht, dass sich die Gäste Sorgen machten, aber er kritisiert die Warnungen der Behörden an die Touristinnen und Touristen. Während das Feuer nämlich noch nicht unter Kontrolle war, wurde davon abgeraten, in das Département zu reisen.
Anfang Bildergalerie
-
Bild 1 von 3. Tausende junge Bäume wurden auf dem Gelände des Campings gepflanzt. Bildquelle: SRF/Zoé Geissler.
-
Bild 2 von 3. Sie müssen noch wachsen... Bildquelle: SRF/Zoé Geissler.
-
Bild 3 von 3. ... bevor sie wieder Schatten spenden. Bildquelle: SRF/Zoé Geissler.
Ende der Bildergalerie
Zurück zum Anfang der Bildergalerie.
«Es war wirklich nicht nötig, die Wirtschaft hier so zu beeinträchtigen, indem man während vier Tagen sagte: Kommen Sie nicht in die Gironde. Man hätte sagen können: ‹Es gibt Orte, die man besuchen kann, und andere, die man meiden sollte›», so Rocher. Die Mindereinnahmen dieser zwei Wochen wird Rocher nicht aufholen können.
Bäume müssen noch wachsen
Trotzdem blickt der Direktor optimistisch in die Zukunft. Mittlerweile kommen die Gäste wieder und der Wiederaufbau ist fast abgeschlossen. Nur eines lässt sich nicht so schnell ersetzen.
Es fehlen die Bäume. Tausende habe man gepflanzt, nun müssten sie nur noch wachsen. Die jungen Bäume sind kaum zwei Meter hoch und spenden im heissen Sommer noch keinen Schatten. Früher, das sieht man auf Fotos, die über den Waschmaschinen hängen, prägten hohe Kiefern das Bild des Campingplatzes.
Bis die Hängematten wieder an dicken Stämmen befestigt werden können, wird es noch ein paar Jahre dauern. Was Campingdirektor Rocher nun bald ganz hinter sich hat, beginnt nördlich der Bucht von Arcachon gerade erst. Ein mühsamer Wiederaufbau.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.