Bergsteiger verlangen Gratisrettung – Gemeindepräsi winkt ab

- Mehrere Bergsteiger mussten ihren Rettungsflug vom Mont Blanc aus eigener Tasche bezahlen.
- Sie hatten den Aufstieg trotz geschlossener Hütten und offizieller Warnungen vor Steinschlaggefahr angetreten.
- Gemeindepräsident Peillex will mit dem Vorfall eine Reform der Rettungsdienste anstossen.
Für eine Gruppe von Bergsteigern wurde ein Ausflug auf den Mont Blanc besonders teuer: Wie «France Info» berichtet, mussten mehrere Personen ihren Rettungsflug mit dem Helikopter aus eigener Tasche bezahlen. Nach dem Aufstieg hatten sie um eine kostenlose Rückführung gebeten.
Zwei Berghütten, die Zugang zum Mont Blanc bieten, wurden zuvor wegen hoher Steinschlaggefahr geschlossen. Der Gemeindepräsident von Saint-Gervais-les-Bains, Jean-Marc Peillex, hatte ebenfalls von einer Besteigung des Mont Blanc abgeraten.
Rückführung nur mit privatem Unternehmen
«Eine absurde Situation», schreibt Peillex in einem Beitrag auf Linkedin. «Sie haben den Aufstieg zur Goûter-Hütte also bewusst angetreten, obwohl sie wussten, dass sie anschliessend auch wieder absteigen müssen.» Daher habe man beschlossen, die 32 Bergsteiger nicht mit dem Helikopter des Zivilschutzes und unter Beteiligung der Hochgebirgsgendarmerie PGHM zu bergen.
«Nach Rücksprache mit dem Kommandanten der PGHM habe ich entschieden, dem privaten Helikopterunternehmen CMBH zu erlauben, die Bergsteiger auf deren eigene Kosten auszufliegen. Da keine unmittelbare Gefahr bestand, war ein Einsatz der PGHM nicht erforderlich.» Laut dem Gemeindepräsidenten hätten die Bergsteiger dieses Angebot angenommen – bis auf einige, die zu Fuss abstiegen. «Ohne Zwischenfälle», so Peillex.
Rettung nur für «echte Notfälle»
Der Vorfall soll nach dem Willen von Peillex einen Präzedenzfall schaffen, und «eine Reform der französischen Rettungsdienste» ermöglichen. Diese sollen «ausschliesslich echten Notfällen vorbehalten bleiben, während unverantwortliche Personen für ihren Missbrauch und ihr riskantes Verhalten bezahlen sollen».
Wer sollte für die Rettung der Bergsteiger zahlen?
Zugangsbeschränkung für Mont-Blanc-Tour?
Erst vor wenigen Tagen stand der Gemeindepräsident in den Schlagzeilen: Er fordert eine Zugangsbeschränkung für die Tour du Mont Blanc. «Heute geht es im Gänsemarsch voran. Die Leute sehen nur die Hintern der anderen. Das ist doch nicht toll», sagt Peillex.
Konkret fordert Peillex: Wer die Tour du Mont-Blanc machen will, soll ab dem nächsten Frühling eine Reservation in einer Hütte oder in einer autorisierten Biwakzone benötigen. «Ist das nicht möglich, verschiebt man sein Vorhaben auf das nächste Jahr», erklärt er. Dazu soll es Kontrollen geben – und bei Verstössen auch entsprechende Sanktionen.
Alessia Rambaldi (ram) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Nach einem Praktikum im Ressort Bern wechselte sie im Mai 2025 an den Newsdesk.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
