Fussball international – Lustrinellis Herausforderung bei Union: «Wir sind noch am Anfang»

Mauro Lustrinelli wagte nach dem Meistertitel mit Thun das Abenteuer Bundesliga. Es läuft noch nicht so wie gewünscht.
Gross war der Hype um Mauro Lustrinelli im Sommer, nachdem der Tessiner mit Aufsteiger Thun sensationell die Meisterschaft gewonnen hatte. Letztlich erhielt Bundesliga-Klub Union Berlin die Zusage des 50-Jährigen. Es habe schon in den ersten Gesprächen gefunkt, sagte Unions Geschäftsführer Horst Heldt bei der Vorstellung Lustrinellis.
Knapp 4 Monate und 3 Bundesliga-Spieltage sind nun vergangen – und Lustrinelli befindet sich mit den Köpenickern bereits in einer unangenehmen Situation. Nach einer schwierigen Saisonvorbereitung mit vielen (nicht gewonnenen) Testspielen glückte zwar der Saisonstart mit einem 4:2-Erfolg in der 1. Pokal-Runde gegen das unterklassige Eintracht Braunschweig. Seither warten die Unioner aber auf einen Sieg.
Verkorkster Bundesliga-Start
Nach einem wilden 3:3 inklusive Comeback gegen Eintracht Frankfurt am 1. Bundesliga-Spieltag gab es für Lustrinelli und sein Team zuletzt gegen Leverkusen (0:4) und Aufsteiger Schalke 04 (1:3) nichts zu holen.
Noch vor der Partie gegen die «Königsblauen» traf SRF Sport Lustrinelli in seinem neuen «Wohnzimmer», dem ruhmreichen Stadion an der Alten Försterei. «Ich fühle mich sehr wohl in Berlin. Union ist ein spezieller Verein mit einer grossen Fankultur. Es ist schön, hier zu sein. Aber ich spüre auch Verantwortung», so der Thuner Meistermacher.
Bleiben die Resultate aus, kommt schnell Kritik auf. Das weiss auch Lustrinelli, der erstmals als Trainer im Ausland tätig ist. Seit der Entlassung des Schweizer Erfolgscoachs Urs Fischer Mitte November 2023 sucht Union Berlin nach dem passenden Trainer. Fischers Landsmann und ehemaliger Co-Trainer Lustrinelli war und ist die Wunschlösung. Doch wie viel Zeit kriegt er?
Noch nicht viel Lustrinelli-Fussball bei Union
«Wir sind noch ganz am Anfang», erklärt Lustrinelli, der den Teamspirit – wie zuletzt in Thun – besonders hochhängt. «Einige Dinge funktionieren schon gut, andere weniger. Die Mentalität und der Teamspirit sind vorhanden. Die Spielprinzipien werden kommen», zeigt sich der Tessiner zuversichtlich.
Auf die Frage, wie viel Lustrinelli-Fussball schon in seinem Team stecke, antwortet er mit einem verschmitzten Lächeln: «Momentan noch nicht so viel.» Zeit wird im Fussball immer wieder benötigt, zur Verfügung steht sie aber nur selten. Das mussten auch Lustrinellis Vorgänger Nenad Bjelica (22 Spiele im Amt) und Bo Svensson (16) erfahren.
Nun warten die Bayern
Einer, der den Lustrinelli-Fussball ganz gut kennt, ist der Ex-Thuner Kastriot Imeri. «Er kann uns Kreativität in die letzte Zone bringen», sagt Lustrinelli über den Edeltechniker, der aktuell verletzt ausfällt. Mit Nati-Spieler Michel Aebischer bekam Lustrinelli einen weiteren Landsmann für das Mittelfeld. Vom ehemaligen YB-Akteur erhofft sich der Coach, dass er eine Leaderrolle übernimmt.
Bestenfalls gleich im nächsten Spiel am Freitag zu Gast beim amtierenden Doublesieger Bayern München – eine Herkulesaufgabe für die Unioner und ihren Coach Lustrinelli.
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