Fast jeder zweite Schweizer bereut aufgeschobene Lebensträume

- Wer einen Lebenstraum wagt, bewertet den Schritt im Rückblick meist als richtig.
- Fast jede zweite Person in der Schweiz gibt jedoch an, Träume zu lange aufgeschoben zu haben.
- Bei den über 65-Jährigen sind es 37 Prozent, bei Jüngeren und Mittleren mehr.
Fast drei Viertel der Schweizerinnen und Schweizer schätzen sich selbst als glücklich ein. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Sotomo im Auftrag von Helvetia Baloise. Die hohe Zufriedenheit bedeutet jedoch nicht, dass im Leben keine Wünsche offenbleiben. Viele Menschen würden rückblickend manches anders angehen, vor allem mit mehr Vertrauen in sich selbst.
Die 1866 Befragten würden ihrem jüngeren Ich am häufigsten raten, auf sich selbst zu vertrauen und Veränderungen nicht nur als Risiko zu sehen. Die Hälfte der Befragten zeigt sich überzeugt, dass sich mit jeder schliessenden Tür auch neue Türen öffnen. Knapp die Hälfte würde ihrem jüngeren Selbst zudem mitgeben, stärker auf das Bauchgefühl und die eigenen Fähigkeiten zu hören.
Über die Umfrage
«Nein» sagen fällt vielen schwer
Die Umfrage zeigt auch: Viele wünschen sich mehr Mut im Leben, insbesondere wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen und neue Wege einzuschlagen.
So gibt mehr als ein Drittel der Befragten an, dass es sie Überwindung kostet, «Nein» zu sagen. Rund einem Drittel fällt es schwer, Probleme offen anzusprechen oder Konflikte auszutragen. Ähnlich viele tun sich damit schwer, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen, Wünsche zu äussern oder um Hilfe zu bitten. Etwa jede vierte Person hat Mühe damit, fremde Menschen anzusprechen.
Fast jede zweite Person hat Lebensträume zu lange aufgeschoben
Besonders deutlich wird der Wunsch nach mehr Entschlossenheit beim Blick auf persönliche Lebensträume. Fast jede zweite Person gibt an, solche Träume zu lange aufgeschoben zu haben. Dieses Gefühl ist in den jüngeren und mittleren Altersgruppen stärker verbreitet. Bei den über 65-Jährigen teilen noch 37 Prozent diese Einschätzung.
Dabei werden grosse Lebensentscheidungen im Rückblick fast durchwegs positiv beurteilt. Eine grosse Reise bewerten 99 Prozent der Befragten als sehr oder eher positiv. Bei einer Hochzeit sowie der Gründung oder Erweiterung einer Familie sind es 97 Prozent. Auch der Schritt in die Selbständigkeit, der Kauf von Wohneigentum oder eine berufliche Neuorientierung werden von den meisten als positive Erfahrungen wahrgenommen.
Selbst Veränderungen, die zunächst Sorgen und Unsicherheit auslösen können, erscheinen später häufig in einem anderen Licht: 69 Prozent blicken sehr oder eher positiv auf eine Trennung zurück. Rückblickend hätten viele der Befragten gerne früher auf ihre eigenen Bedürfnisse gehört.
Gibt es einen Lebenstraum, den du bisher aufgeschoben hast? Oder hast du ihn dir bereits erfüllt? Erzähl es uns.
Shirin Camenisch (sca) arbeitet seit 2025 als Praktikantin im Ressort News
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