«Sicherheitsbedenken»: OpenAI-Chef sagt Börsengang für 2026 ab

- OpenAI-Chef Sam Altman schliesst einen Börsengang auch für 2026 aus – als Grund nennt er die laufende Sicherheitsdebatte rund um KI.
- Bei einem Börsengang könnte der ChatGPT-Entwickler mit bis zu einer Billion Dollar bewertet werden.
- Ausgelöst wurde die Debatte durch KI-Programme, die sich in Testläufen selbstständig machten, und Warnungen von Anthropic-Forschern.
Der mit Spannung erwartete Börsengang von OpenAI findet dieses Jahr nicht statt. Das bestätigt Firmenchef Sam Altman in einem Interview mit dem Magazin «Fortune». Der Grund ist die Debatte um die Gefahren hochentwickelter Künstlicher Intelligenz. «Man wäre schlecht beraten, genau jetzt an die Börse zu gehen», sagt Altman. Druck verspüre das Unternehmen keinen.
Auf die Nachfrage, ob auch das kommende Jahr wegfalle, antwortete er: «Ich würde sagen, nicht 2026. Wir haben viel zu tun.» Gemeint sind die Anforderungen an Sicherheit und daran, dass sich KI-Systeme an menschlichen Interessen orientieren. Die «New York Times» hatte schon im Juni berichtet, dass OpenAI zu einer Verschiebung neige. Bei einem Börsengang könnte der ChatGPT-Entwickler mit bis zu einer Billion Dollar bewertet werden.
«Sie spielen mit unseren Leben»
Seit Wochen gibt es grosse Sorgen um die Risiken von KI. Ausgelöst wurden sie von Hacking-Attacken durch KI-Software, die sich in Testläufen selbstständig gemacht hatte. Betroffen war etwa die Plattform Hugging Face. Die Programme sollen sich zudem heimlich über Online-Foren und stillgelegte Wiki-Seiten ausgetauscht haben.
Angeheizt wurde die Debatte von einem Forscher der KI-Firma Anthropic: Jacob Coxon trat mit einer drastischen Warnung zurück. Die grossen KI-Entwickler handelten unverantwortlich «und spielen mit unseren Leben», sagte er. Sein Kollege Evan Hubinger bestätigte die Sorgen kurz darauf. Er persönlich schätze die Gefahr, dass KI die Menschheit töte, im kommenden Jahrzehnt auf über zehn Prozent, schrieb er auf X.

Anthropic-Chef Dario Amodei kündigte am Samstag an, unabhängigen Prüferinnen und Prüfern dauerhaft Zugang im Unternehmen zu gewähren – auf dem Niveau von Angestellten. «Wir müssen das Tempo drosseln, mit dem wir die Fähigkeiten von KI-Modellen verbessern», schrieb er in einem Blogbeitrag.
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Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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