SRG-Sparnahmen: «Auswirkungen werden im Programm spürbar sein»

- Die SRG streicht über 20 Prozent der obersten Kaderstellen und muss bis 2029 rund 270 Millionen Franken sparen.
- Auch das Programm ist betroffen: Einschnitte seien laut SRG «unumgänglich», wo möglich wird innerhalb bestehender Formate gespart.
- Ein Teil des Stellenabbaus soll über Fluktuation und Pensionierungen erfolgen; konkrete Zahlen nennt die SRG nicht.
Die SRG baut auf den obersten drei Führungsebenen über 20 Prozent der Führungspositionen ab – gemessen am Stand von 2024. Das teilt das Medienhaus mit. Es ist Teil des Umbaus «Enavant», mit dem sich die SRG grundlegend neu aufstellt.
Der Hintergrund: Bis 2029 muss die SRG rund 270 Millionen Franken einsparen, unter anderem wegen der vom Bundesrat beschlossenen Senkung der Medienabgabe. 80 Millionen davon müssen bereits bis 2027 zusammenkommen. Diese Massnahmen sind nun ausgearbeitet und bereit für die Umsetzung.
Auch das Programm bekommt es zu spüren
Rund 95 Prozent der Einsparungen für 2027 sollen über Strukturen, Prozesse und Herstellungsweisen erzielt werden. Ganz ohne Folgen fürs Publikum geht es aber nicht: Veränderungen im Programm seien bei diesen Summen «unumgänglich», schreibt die SRG. Wo möglich werde innerhalb bestehender Formate gespart, statt ganze Sendungen einzustellen. Zudem sollen die Sprachregionen enger zusammenarbeiten – etwa bei Sport und Fiktion.

Die Support-Bereiche Finanzen, HR, Stab und Kommunikation müssen überproportional sparen, damit das Programm möglichst verschont bleibt.
«Wir sind unserem Publikum verpflichtet. Deshalb setzen wir den politischen Sparauftrag so um, dass möglichst viel von jedem Franken der Medienabgabe ins Programm fliesst», sagt Generaldirektorin Susanne Wille. «Dazu hinterfragen wir auch unsere eigenen Strukturen konsequent.» Die Veränderungen seien anspruchsvoll, insbesondere für die betroffenen Mitarbeitenden.
Stellenabbau über Fluktuation und Pensionierungen
Die Sparmassnahmen haben auch Folgen für das Personal. Ein Teil des Stellenabbaus soll über Fluktuation und Pensionierungen erfolgen. Zur Anwendung kommt der Sozialplan der SRG. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht.
Der Frauenanteil auf den obersten Ebenen liegt laut SRG bei über 40 Prozent – fast gleichauf mit dem Verhältnis im Unternehmen insgesamt.
Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina betont, die regionale Verankerung bleibe zentral: «Wir bleiben auch in Zukunft in allen Sprachregionen mit unseren Studios nahe bei unserem Publikum.»
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Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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