Kriminalität in den USA – Memphis – das Aushängeschild von Trumps Law-and-Order-Politik

Es ist eine gute Nachricht, die erstaunlich wenig Aufsehen erregt hat: In den USA nimmt die Kriminalität ab. Im Jahr 2025 verzeichnete die Bundespolizei FBI den stärksten jährlichen Rückgang (-9,7 Prozent) bei Gewaltverbrechen, seit sie 1936 begonnen hat, Statistiken zu führen.
Der Rückgang der Straftaten begann nach der Covid-Pandemie. Weniger Morde (-18,1 Prozent), weniger Körperverletzungen (-7,2 Prozent), weniger Vergewaltigungen (-7,6 Prozent), weniger Diebstähle (-18,5 Prozent). Der Rückgang betrifft alle Städte, auch die berüchtigtsten wie Baltimore, Detroit oder Memphis.
Memphis im Bundesstaat Tennessee galt als die gefährlichste Stadt der USA. Dieser Ruf ist auch in der Geschichte verwurzelt: von den rassistischen Gewalttaten, die 1866, nur wenige Monate nach dem Ende des Bürgerkriegs, die Stadt am Mississippi verwüsteten, bis zur Ermordung von Martin Luther King am 4. April 1968.
Im vergangenen Herbst kündigte Präsident Donald Trump die Bildung einer Spezialeinheit zur Verbrechensbekämpfung an, und er entsandte die Nationalgarde nach Tennessee.
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Bild 1 von 4. Eine Polizeipatrouille in der Beale Street, der Strasse des Blues in Memphis. Bildquelle: RSI.
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Bild 2 von 4. Anthony Buckner, der neu gewählte Sheriff des Shelby County. Bildquelle: RSI.
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Bild 3 von 4. Die Skyline von Memphis, einer Stadt mit 609’000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Bildquelle: RSI.
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Bild 4 von 4. Der konservative Moderator Todd Starnes hatte Präsident Trump zur Entsendung der Nationalgarde nach Memphis aufgefordert. Bildquelle: RSI.
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Ein Jahr später klingt es aus dem Weissen Haus triumphierend. Die Zahlen geben der von Trump ins Leben gerufenen Spezialeinheit recht. Im Gegensatz zu dem, was in Los Angeles, Minneapolis und Chicago geschah, hatte der Einsatz der Nationalgarde eine abschreckende Wirkung, ohne dass dieser die Bevölkerung gegen die Behörden aufbrachte.
Erleichterung ist spürbar
Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt trifft man auf Bürgerinnen und Bürger, die berichten, wie sich die Reservisten der Nationalgarde allmählich ihr Vertrauen erarbeiteten. Der junge Sheriff des Shelby County, Anthony Buckner, lobt die Wende in höchsten Tönen: «Mit 700 zusätzlichen Beamten der Ordnungskräfte kann man wirklich aussergewöhnliche Ergebnisse erzielen. Und so war es auch.»
Bill Gibbons, Professor am Institut für Öffentliche Sicherheit der Universität Memphis, ist zurückhaltender. Für ihn ist der Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Straftaten und der Politik der Regierung weniger eindeutig. «Die Kriminalität begann in Memphis im Jahr 2024 zu sinken, noch bevor sich jemand eine ‹Task Force› vorstellte», sagt er.
Stimmen aus Memphis zum Rückgang der Kriminalität:
Eine Lesart, die laut vielen Kriminologen und Soziologen auch auf nationaler Ebene gilt. Der Rückgang der Kriminalität hat vielfältige Ursachen: von der Rückkehr zur Normalität nach der Pandemie, dem Rückgang des Konsums von Alkohol und Drogen über weniger gekaufte Waffen bis hin zu einer anderen Haltung der lokalen Politik, auch unter demokratischer Führung, gegenüber Verbrechen.
Für Todd Starnes, einen der populärsten konservativen Radiomoderatoren der USA, ist das «Haarspalterei». Er war es, der im August 2025 Präsident Trump während eines Interviews live aufforderte, die Nationalgarde nach Memphis zu schicken. «Der Verdienst für den Rückgang geht zu tausend Prozent an Donald Trump», sagt Starnes dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI). «Es gab einfach nicht genug Polizisten im Dienst, und viele der von den Demokraten umgesetzten Massnahmen waren zu nachsichtig.»
Memphis ist eine traditionell demokratische Stadt in einem traditionell republikanischen Bundesstaat.
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