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Monday, September 21, 2026

Putin wählt online – ein Detail auf dem Monitor sorgt für Spott

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  • Bei Putins elektronischer Stimmabgabe zur russischen Parlamentswahl zeigt sein Bildschirm die Aufforderung, Windows zu aktivieren.
  • Der Monitor auf Putins Schreibtisch stammt zudem vom US-Hersteller Dell, der sich 2022 aus Russland zurückgezogen hat.
  • Putins Kremlpartei Geeintes Russland gewann die Wahl deutlich.

Der russische Präsident Wladimir Putin wollte bei der Parlamentswahl seine Stimme elektronisch abgeben. Doch auf Aufnahmen des Kremls fällt ein ungewöhnliches Detail auf: Auf dem Bildschirm des Kreml-Chefs ist die Aufforderung zu sehen, Windows zu aktivieren.

Ein solcher Hinweis erscheint üblicherweise, wenn das Microsoft-Betriebssystem nicht ordnungsgemäss aktiviert wurde. Ob auf dem Rechner tatsächlich eine Windows-Version ohne gültige Lizenz installiert ist, lässt sich anhand der Aufnahmen allerdings nicht zweifellos feststellen.

Sicher ist: Bei der dreitägigen Wahl vom 18. bis 20. September war Online-Voting in Russland möglich.

Auch der Bildschirm kommt aus den USA

Für Aufmerksamkeit sorgt noch ein weiteres Detail auf Putins Schreibtisch: Der verwendete Monitor stammt vom US-Hersteller Dell. Das Unternehmen hatte sich bereits 2022 aus Russland zurückgezogen.

Warum im Umfeld des russischen Präsidenten weiterhin ein Gerät des amerikanischen Herstellers eingesetzt wird, ist nicht bekannt. Möglich wäre etwa, dass der Bildschirm bereits vor dem Rückzug von Dell angeschafft wurde. Die Kombination fällt auch deshalb auf, weil Russland seit Jahren versucht, seine Abhängigkeit von westlicher Technologie zu reduzieren und bei staatlichen Stellen verstärkt auf heimische Produkte zu setzen.

Geeintes Russland baut Macht aus

Bei der russischen Parlamentswahl hat die Kremlpartei Geeintes Russland ihre Macht deutlich ausgebaut. Sie kommt nach vorläufigen Ergebnissen auf 57,83 Prozent und dürfte künftig 355 der 450 Sitze in der Staatsduma kontrollieren – so viele wie noch nie. Allerdings war die Auswahl stark eingeschränkt: Alle zehn zugelassenen Parteien gelten als kremlnah und unterstützen den Krieg gegen die Ukraine. Kremlgegner kritisieren die Abstimmung wegen des Ausschlusses echter Opposition sowie fehlender Presse- und Meinungsfreiheit als weder frei noch fair. Besonders umstritten ist, dass Russland auch in besetzten und annektierten ukrainischen Gebieten wählen liess. Die EU spricht dort von «Scheinwahlen», erkennt die Ergebnisse nicht an und kündigte Sanktionen gegen Beteiligte an.

Putin bedankt sich beim Computer

Auch Putins Umgang mit dem Rechner sorgt in sozialen Netzwerken für Reaktionen. Auf den Aufnahmen bewegt der 73-Jährige die Maus vorsichtig und blickt längere Zeit auf den Bildschirm. Nach seiner Stimmabgabe bedankt er sich sogar kurz beim Computer.

In sozialen Netzwerken wird deshalb darüber spekuliert, wie vertraut Putin tatsächlich im Umgang mit einem PC ist und ob die Szene inszeniert gewesen sein könnte.

Jonas Bucher

Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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