«Sanches hat Anlagen wie Yamal und Olise»

Kubi schwärmt trotz Cup-Klatsche
«Sanches hat Anlagen wie Yamal und Olise»
Blick-Kolumnist Kubilay Türkyilmaz, zweitbester Torschütze der Nati-Geschichte und Stürmertrainer der AC Taverne, verlässt das Campo Comunale beim 0:5 gegen YB verärgert nach 80 Minuten. Obwohl er Riesengefallen findet, einem YB-Spieler zuzuschauen.
Publiziert: 12:04 Uhr
- Taverne-Stürmertrainer Kubi ist verärgert über den Cup-Auftritt seines Teams
- Er versteht nicht, wie man gegen YB Zonendeckung machen kann
- Er liebt Alvyn Sanches, kritisiert aber, dass dieser konkreter werden müsse
Alain KunzReporter Fussball
Der Ärger ist gross, als Kubilay Türkyilmaz das 0:5 seiner AC Taverne im Cup gegen YB analysiert: «Ich finde ja die Philosophie gut, mitzuspielen und etwas kreieren zu wollen. Aber wenn YB kommt, muss man gewisse Dinge anders angehen. Man kann zum Beispiel nicht bei der Zonendeckung bleiben. Erst recht nicht bei einem Corner gegen sich, bei dem sich die beiden Türme Zesiger und Jenz vor dir aufbauen. Das geht gegen Thalwil oder Gossau. Aber nicht gegen YB.»
Man müsse seine Philosophie ja nicht total über Bord werfen. Auch nicht in solch einem Spiel. «0:5 kann man auch mit Catenaccio verlieren. Aber es braucht eine gewisse Anpassung.»
Nicht simulierbare Situation
Im Vorfeld hat Stürmertrainer Türkyilmaz allerdings keinen Einfluss genommen. «Es ist nicht meine Sache, das dem Coach oder Patron Leonid Nowoselski zu sagen. Ich versuche einzig, den Stürmern zu helfen.»
Doch auch diese funktionieren nicht wie gewünscht. Rossetto lässt nach wenigen Minuten eine Tausendprozentige nach einem Superpass von De Donno liegen. «Wir haben das Hunderte Male geübt. Im Training gehen die rein. Doch die Spielsituation, wenn dir zig Nationalspieler gegenüberstehen, kann man nicht eins zu eins simulieren.»
«Sanches, dieses Riesentalent, muss konkreter werden»
Was hat Kubi sonst noch gesehen? Die starken Einstände von Moritz Jenz, Edin Etoski und Facinet Conte. «Aber mit Verlaub: eine Beurteilung ist nach diesem Spiel gegen uns natürlich nicht möglich.»
Eine nimmt er dennoch vor. Im Fall Alvyn Sanches. «Mann, hat der Talent! Ich sehe da dieselben Anlagen wie bei Lamine Yamal oder Michael Olise. Diese Leichtigkeit. Diese technische Perfektion. Dieses Schweberische. Aber der Junge muss viel konkreter werden. Er muss viel dezidierter in den Abschluss gehen. Dann kann er ein ganz Grosser werden.»
Es sei schön, schön zu spielen. «Aber was am Ende zählt, ist, wie konkret einer ist. Und wenn man das Talent eines Sanches hat, muss man zwanzig Tore machen. Doch wo steht Alvyn? Bei drei nach zehn Spielen. So kommt er nur gut auf die Hälfte.»
Und doch sagt Kubi: «Ich hätte ihn an die WM mitgenommen.» Die Diagnose ist klar: Im Fall Sanches spricht Kubi wie ein verletzter Fan. Und das ist doch schön.
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