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Thursday, September 24, 2026

«Smoothie verwässert»: Auschwitz-Besucherin sorgt für Empörung

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  • Eine britische Touristin kritisierte nach ihrem Auschwitz-Besuch auf Tiktok das Café-Angebot der Gedenkstätte.
  • Ihr Video wurde über vier Millionen Mal angesehen und löste heftige Reaktionen aus.
  • Die Touristin Lyn verteidigt sich: Das Café liege nicht im ehemaligen Lagerbereich – «niemand starb im Café».

Mehr als eine Million Menschen wurden von den Nationalsozialisten im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Nach ihrem Besuch der Gedenkstätte beschäftigte eine britische Touristin allerdings etwas ganz anderes: die Preise und das Angebot im Café. Ihre Kritik teilt sie auf Tiktok. Damit löste sie heftige Reaktionen aus.

Die Frau namens Lyn besuchte Auschwitz gemeinsam mit ihrer Tochter. In einem Café beim Besucherzentrum hätten die beiden für einen Erdbeer-Smoothie und eine kleine Flasche Limonade 9 Pfund (rund 10 Franken) bezahlt.

Smoothie «verwässert», Limonade schmecke nach Desinfektionsmittel

Der Smoothie sei «sehr verwässert» gewesen, die Limonade habe «ein bisschen wie» das Desinfektionsmittel Dettol geschmeckt, wird weiter kritisiert.

Eigentlich hätten Mutter und Tochter Kaffee trinken wollen. Doch auch dort habe das Angebot nicht ihren Vorstellungen entsprochen: Es habe weder koffeinfreien Kaffee noch pflanzliche Milchalternativen gegeben.

Ihr Fazit für andere Besucherinnen und Besucher: Wer nach Auschwitz komme, solle Essen und Getränke selbst mitbringen. Das Taxi vom Bahnhof zur Gedenkstätte habe sie dagegen positiv überrascht. Die Fahrt habe lediglich 1,20 Pfund gekostet.

Video mehr als vier Millionen Mal angesehen

Der Fokus ihres Videos sorgt in sozialen Netzwerken für heftige Kritik. Der Clip wurde mehr als vier Millionen Mal angesehen. Zahlreiche User werfen der Touristin vor, angesichts der grausamen Geschichte des Ortes über unwichtige Nebensächlichkeiten zu sprechen.

Ein User erinnerte daran, dass es sich um die Gedenkstätte eines ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers handle und nicht um ein Fünf-Sterne-Restaurant. Eine andere Besucherin schrieb, nach ihrem eigenen Auschwitz-Besuch seien Essen und persönlicher Komfort das Letzte gewesen, woran sie gedacht habe.

Das geschah in Auschwitz

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen wurde zum grössten Massenvernichtungsort der Nationalsozialisten. Zwischen 1940 und 1945 wurden dort rund 1,1 Millionen Menschen ermordet, etwa eine Million davon Jüdinnen und Juden. Dazu wurden unter anderem Polen, Roma und Sinti sowie sowjetische Kriegsgefangene deportiert und getötet. Viele Menschen wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in Gaskammern ermordet. Andere starben an Hunger, Krankheiten, Misshandlungen oder Zwangsarbeit. Heute befindet sich auf dem Gelände eine Gedenkstätte und ein Museum.

Touristin verteidigt ihre Kritik

Lyn reagierte später auf die Vorwürfe, wie die «Times» berichtet. Das Café befinde sich nicht im ehemaligen Lagerbereich. «Niemand starb im Café», verteidigt sie sich. Wenn dort Essen und Getränke verkauft würden, müsse es auch möglich sein, deren Preise zu kritisieren. Zudem dauerten manche Führungen mehrere Stunden.

Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau erklärte gegenüber der «Times», das Restaurant werde von einem externen Anbieter betrieben und die Preise seien klar ausgewiesen. Entscheidend sei für das Museum, dass Menschen die Gedenkstätte besuchten, um sich mit der Geschichte des nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers und dem Schicksal seiner Opfer auseinanderzusetzen.

Jonas Bucher

Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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