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Monday, September 28, 2026

«Er wollte Hormonspirale nicht zahlen»: C. (34) trennte sich

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C. war bereits seit drei Jahren mit ihrem damaligen Freund zusammen, als sie sich eine Spirale einsetzen lassen wollte. Bis dahin hatte die heute 34-Jährige ihre Verhütung selbst bezahlt. Doch bei der Spirale fragte sie ihren Partner, ob er sich an den Kosten beteiligen würde.

Seine Antwort blieb ihr in Erinnerung: «Nein», antwortete er. Denn irgendwann trenne sich das Paar, und so hätte er quasi dafür bezahlt, dass C. später mit anderen Männern Sex haben könne. «Somit wurde er zu meinem Ex-Freund», sagt C. Heute ist sie verheiratet und ihr Mann und sie trennen ihre Finanzen nicht. «Wir zahlen alles gemeinsam.»

Wie sollten Paare die Kosten für Verhütung teilen?

Für diese Paare ist 50:50 die fairste Lösung

Mit dieser Erfahrung ist C. nicht allein. Nach dem Genfer «Ja» zur kostenlosen Verhütung wollten wir von unserer Community wissen: Wer bezahlt in einer Beziehung eigentlich Pille, Spirale, Kondome und Co.? Die Antworten zeigen, wie unterschiedlich Schweizer Paare mit den Kosten umgehen.

Für S. war klar: Entscheidet sie sich für eine Spirale, soll ihr Freund einen Teil davon übernehmen. «Ich habe mit meinem Freund abgemacht, dass wir die Kosten 50:50 teilen, wenn ich die Spirale einsetzen lasse», erzählt die 26-Jährige. Genau so hätten sie es anschliessend gemacht.

Ähnlich sieht es Julia (29). Auch sie und ihr Partner haben die Kosten ihrer Kupferspirale je zur Hälfte übernommen. «Ich finde das sehr fair.» Hans-Michel (40) hat ebenfalls eine klare Meinung zum Thema: Bei ihm und seiner Partnerin werden die Kosten 50:50 getragen. Seine Begründung: «Gemeinsame Verantwortung.»

Gratis-Verhütung im Kanton Genf

Der Kanton Genf geht bei der Verhütung neue Wege. Die Stimmbevölkerung hat gemäss vorläufigen Ergebnissen einer Initiative der SP für einen kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln zugestimmt. Damit ist Genf der erste Schweizer Kanton, der sich für eine solche Regelung ausspricht.

Die Initiative verlangt, dass verschiedene Verhütungsmethoden kostenlos zugänglich gemacht werden. Nach dem Ja an der Urne muss der Kanton nun die entsprechende gesetzliche Grundlage schaffen.

Unterstützt wurde die Initiative von linken Parteien, der Mitte sowie Libertés et Justice sociale (LJS). Dagegen stellten sich unter anderem FDP, MCG und SVP sowie der Genfer Staatsrat.

Ein zentraler Kritikpunkt waren die Kosten. Die Gegner rechnen mit jährlichen Ausgaben von mehr als 20 Millionen Franken. Mit dem Entscheid der Stimmbevölkerung ist nun der Kanton gefordert, die konkrete Umsetzung der kostenlosen Verhütung auszuarbeiten.

Erst zahlte Mara selbst, heute teilt sie die Kosten

Dass sich die Aufteilung im Laufe einer Beziehung verändern kann, zeigt die Geschichte von Mara (34). Sie nimmt seit ihrem 16. Lebensjahr Hormone und bezahlte diese lange selbst, auch weil sie bereits verhütete, als sie Single war.

Später wechselte sie auf den Verhütungsring und übernahm die Kosten auch während einer langjährigen Beziehung weiterhin selbst. Dafür mussten ihre Partner Kondome und Gleitmittel bezahlen. Vor drei Jahren änderte sich ihre Haltung. Als Mara auf die Hormonspirale umstieg, verlangte sie von ihrem Freund die Hälfte der Kosten. «Das hat er auch sofort bezahlt», sagt sie. Kondome und Gleitmittel kaufe er weiterhin.

Gemeinsam für die Vasektomie bezahlt

Ähnlich entwickelte es sich bei einem Leser aus der Community. Anfangs bezahlte seine Partnerin die Pille selbst. Nach der Hochzeit legten die beiden ihr Geld zusammen und damit wurde auch die Verhütung zur gemeinsamen Ausgabe. «Nach der Geburt unserer zwei Kinder habe ich mich einer Vasektomie unterzogen, ebenfalls bezahlt mit gemeinsamem Geld», schreibt er.

Noch einmal anders läuft es bei Flo (28): Er übernimmt die Verhütungskosten seiner Partnerin komplett. Die beiden sind seit eineinhalb Jahren zusammen. «Ich bezahle alles für meine Partnerin.»

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«Verhütung ist eigentlich Frauensache!»

Dass die Kostenfrage polarisiert, zeigen auch die Kommentare zu unserem Aufruf. «Als Paar würde ich es korrekt finden, wenn der Partner die Hälfte übernimmt. Schliesslich trägt dieser auch Verantwortung», schreibt eine Person. Ein Leser widerspricht: «Verhütung ist eigentlich Frauensache! Was könnte ich als Mann denn machen?»

Darauf gibt es prompt Widerspruch: «Verhütung ist keine Frauensache, sondern gemeinsame Verantwortung. Für ein Kind braucht es schliesslich auch zwei», antwortet eine Person. Männer könnten etwa Kondome kaufen und dabeihaben. «Wenn beide kein Kind wollen, erschliesst sich mir nicht ganz, warum nur eine Person für die Verhütung verantwortlich sein sollte.»

Wieder andere finden, dass Paare gar nicht so genau abrechnen sollten: «In einer Beziehung sollte es eigentlich nicht darauf ankommen, wer für was zahlt. Beide steuern bei.» Nicht alle möchten jedoch die Verantwortung teilen. «Ich wollte die Verhütung sicher selber in der Hand haben. Pille oder Spirale. Also habe ich sie auch selber bezahlt», schreibt eine Leserin. In einer festen und langfristigen Partnerschaft könne sie sich aber durchaus vorstellen, die Kosten zu teilen.

Hast du Fragen zu Beziehung, Liebe oder sexueller Gesundheit?

Hier findest du Hilfe:

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Carolina Lermann

Carolina Lermann (ler) arbeitet seit Mai 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Body & Soul im Lifestyle-Ressort und schreibt über Erziehung, Sport und Psychologie.

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