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Monday, September 28, 2026

«Keinen Porno gedreht»: Steve Guerdat wehrt sich nach Vorwürfen

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Weltmeister Steve Guerdat steht am Montagmorgen in der Kritik.

Weltmeister Steve Guerdat steht am Montagmorgen in der Kritik.IMAGO/Eibner

Darum gehts

  • Ein Video vom Teambuilding-Anlass der Schweizer Springreit-Nationalmannschaft sorgt für Wirbel um Weltmeister Steve Guerdat (44).
  • Das Portal «Inside Paradeplatz» spricht von einer «Porno-Freizeitbeschäftigung» – Guerdat widerspricht: «Wir haben keinen Pornofilm gedreht».
  • Swiss Equestrian distanziert sich von den Aufnahmen, Guerdat übernimmt aber nur teilweise Verantwortung und lehnt eine Entschuldigung ab.

Erst vor wenigen Wochen krönt sich Steve Guerdat zum Weltmeister im Springreiten, nun sorgt ein ganz anderes Video des Schweizer Reitstars für Wirbel. Das Finanzportal «Inside Paradeplatz» veröffentlicht am Montag Aufnahmen von einer Teambuilding-Aktivität der Schweizer Springreiter – und spricht von einer «Porno-Freizeitbeschäftigung».

Das Wirtschaftsportal schreibt, dass der 44-jährige Jurassier zusammen mit seinen Kollegen aus der Schweizer Springreit-Nationalmannschaft ein Video mit «Softcore»-pornografischem Charakter gedreht haben soll.

Die veröffentlichten Aufnahmen, die aus einem vierminütigen Video stammen, zeigen Steve Guerdat in wenig vorteilhaften Positionen: Einerseits wurde Guerdat mit einer Reiterkollegin in Doggy-Style abgelichtet – andere Aufnahmen zeigen, wie dieselbe Kollegin gegenüber dem Springreiter einen Blowjob andeutet.

Anlass war ein Filmdreh mit dem Kaderteam

Guerdat selbst will diese Darstellung so nicht stehen lassen. Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt der 44-Jährige, wie es zu den pikanten Szenen gekommen ist: «Es war ein Tag mit den anderen Kaderreitern, aber niemand wusste, dass wir Filme drehen würden. Es war eine Überraschung», erklärt er. «Wir mussten zufällig eine Karte mit einem Thema ziehen, und wir bekamen die Mafia, zusammen mit den dazugehörigen Gegenständen und Kostümen.»

Geplant waren rund 40 kurze Szenen, die später mithilfe von KI zu einem Film zusammengesetzt werden sollten. Die Dialoge und Szenen waren von Anfang an vorgegeben, doch um ihr Thema zu parodieren, fügten Steve Guerdat und seine Mitstreiter eine eigene Note hinzu.

«Für uns bedeutete Mafia Geld, Drogen und Frauen», sagt er. So entstand unter anderem eine Szene, in der Oralsex angedeutet wird. In einer weiteren tut Guerdat so, als würde er Kokain nehmen. «In Wirklichkeit war es Zucker. Wir haben das gemacht, um uns kaputtzulachen, nichts weiter.»

Verband distanziert sich

Beim Schweizerischen Pferdesportverband kommen die Videoausschnitte weniger gut an. Präsident Damian Müller bestätigt gegenüber «Inside Paradeplatz», dass während des Drehs «Anspielungen mit sexuellem Bezug» entstanden seien. Swiss Equestrian distanziere sich «klar von diesen Inhalten».

Steve Guerdat stellt klar: «In diesem Video bin ich kein Spitzensportler. Man hat mich gebeten, die Rolle eines Schauspielers zu übernehmen, in diesem Fall die des Mafia-Paten. Ich habe nicht das Gefühl, etwas Falsches getan zu haben. Wir haben keinen Pornofilm gedreht», fährt er fort.

Guerdat zeigt Reue

«Das hindert mich nicht daran, mich selbst bescheuert zu finden, wenn ich diesen Film anschaue, aber was hätten wir machen sollen? Uns nicht darauf einlassen?» Gleichzeitig sagt er: «Vielleicht war es bescheuert. Aber nicht bösartig.»

Indirekt bereue er die Aktion dennoch – vor allem, weil seine Familie nun darunter leiden könnte. Eine grosse Entschuldigung will der Weltmeister aber nicht abgeben: «Ich werde mich deswegen auch nicht auf die Knie werfen und um Verzeihung bitten.» Und: «Ich übernehme meinen Teil der Verantwortung und die Konsequenzen.»

Jérémy Santallo

Céline Eicher

Céline Eicher (eic), Jahrgang 1996, arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Sport.

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