ESPNWho's on the CFP bubble? Did Week 8 burst the Big 12's two-bid dreams?Bollywood HungamaAli Abbas Zafar wraps up shooting for Ahaan Panday-Sharvari starrer Beparwah; says returning to YRF feels like “coming back home”Daily MaverickWINNING: Anna Trapido is Food Writer of the YearThe Jerusalem PostIsraeli Hollywood star Gal Gadot votes in 26th Israeli Knesset electionsPunchFRSC sends 19,560 number plates to FCT after delay complaintsUN NewsKenya: 20 Ebola contacts released from quarantineInquirerEstrada’s camp refutes Bonoan’s P7-B insertion claim anewThe Straits TimesDinner will never be Over at competitive eater Zermatt Neo’s new restaurantCapital FMFormer Kiambu governor Waititu, co-accused plead for leniency in sentencingZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioGhaflaRuto Breaks Ground on KSh70 Billion Cement Plant in KituiBBC NewsUK and EU officials to discuss freedom of movement
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, October 27, 2026

Brasilien: Bolsonaro-Lager erkennt Lula-Sieg nur teilweise an

Translate

Die rechte Partei des unterlegenen brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro hat den Wahlsieg des linken Amtsinhabers Luiz Inácio Lula da Silva anerkannt - allerdings nur unter Vorbehalt. Sie forderte am Tag nach der Abstimmung eine Klärung offener Fragen zum Wahlprozess.

Flávio Bolsonaro, der Brasilien wegen einer Gerichtsentscheidung vorerst nicht verlassen darf, will eine vierte Amtszeit Lulas mit juristischen Mitteln verhindern. Politische Rückendeckung bekommt er von US-Präsident Donald Trump, der das Wahlergebnis "manipuliert" nannte.

Brasilien Brasilia | Valdemar Costa Neto
Valdemar Costa Neto, Vorsitzender der brasilianischen Partei PL, will die Wahlen trotz Anerkennung, überprüfen lassen (Archivnild)Bild: Valter Campanato/Agência Brasil

"Wir erkennen das vom Obersten Wahlgericht (TSE) verkündete Ergebnis der Präsidentenwahl an, sind jedoch der Ansicht, dass die aufgeworfenen Fragen angemessen geklärt werden müssen", erklärte der Vorsitzende von Bolsonaros Liberaler Partei (PL), Valdemar Costa Neto. Die Partei kritisiert, dass Sozialleistungen früher als geplant ausgezahlt wurden - nämlich kurz vor der Abstimmung am Sonntag.

Flávio Bolsonaro will juristische Schritte gegen Lula prüfen

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses hatte Flávio Bolsonaro noch erklärt, die Niederlage nicht anzuerkennen und die Annullierung der gesamten Wahl beantragen zu wollen, da die Öffnungszeiten der Wahllokale um zwei Stunden verlängert ​worden waren.

Am Montag änderte er dann seine Strategie - er will nun nicht mehr das Wahlergebnis an sich, sondern Lulas Wahlkampfführung juristisch prüfen lassen. So will er erreichen, dass Lula und Vizepräsident Geraldo Alckmin wegen angeblichen Missbrauchs politischer und wirtschaftlicher Macht im Wahlkampf nicht vereidigt werden dürfen. Seine Niederlage räumte Bolsonaro nicht ausdrücklich ein.

Donald Trump springt Bolsonaro bei

Auch US-Präsident Trump befeuerte die Zweifel des rechten Lagers an einem rechtmäßigen Ablauf und Ausgang der Abstimmung. "Ich habe zwar keine Partei ergriffen, aber es wirkte wie eine weitere manipulierte Wahl", sagte der US-Präsident vor Journalisten. "Wissen Sie, Wahlen müssen unanfechtbar sein, und für mich sah es sehr schlecht aus." Auf welcher Grundlage Trump das offizielle Wahlergebnis anzweifelt, ließ er offen.

USA Port Huron 2026 | Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Michigan
US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Michigan (25.10.2026)Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP Photo/picture alliance

Seine eigene Niederlage bei der US-Präsidentenwahl 2020 will der Republikaner bis heute nicht anerkennen, obwohl seine Betrugsvorwürfe seither zigfach widerlegt wurden.

Trump hatte sich im Konflikt mit Brasiliens Justiz klar hinter Flávios Vater Jair Bolsonaro gestellt. Die Verurteilung des früheren Präsidenten zu mehr als 27 Jahren Haft wegen Beteiligung an einem versuchten Staatsstreich kritisierte Trump scharf. Obwohl er und der Ex-Militär Jair Bolsonaro als politische Verbündete gelten, hielt sich der US-Präsident im Wahlkampf mit öffentlicher Unterstützung für dessen Sohn Flávio zurück.

Bei der Stichwahl am Sonntag setzte sich der 80-jährige Lula mit 51,8 Prozent der Stimmen gegen Flávio Bolsonaro durch, der 48,2 Prozent erhielt. Damit holte der Amtsinhaber fast 4,4 Millionen mehr Stimmen als sein Rivale. Sollte der Widerstand der Rechten erfolglos bleiben, kann der Linkspolitiker im Januar seine vierte Amtszeit antreten.

Wegen Geldwäscheverfahren darf Flávio Bolsonaro Land nicht verlassen

Neben juristischen Auseinandersetzungen zur Wahl selbst beschäftigt Flávio Bolsonaro auch ein laufendes Geldwäscheverfahren. Der im rechten Lager verhasste Richter des Obersten Gerichtshofs, Alexandre de Moraes, ordnete am Montag an, die Reisepässe des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten zu annullieren und ihm die Ausreise zu untersagen.

Brasilien Brasília 2025 | Jair Bolsonaro am Eingang seines Hauses unter Hausarrest
Jair Bolsonaro, Vater von Flávio Bolsonaro, ist zu 27 Jahren Hausarrest verurteiltBild: Luis Nova/AP Photo/dpa/picture alliance

Die Bundespolizei forderte den 45-Jährigen nach dessen Angaben zur Abgabe der Dokumente auf, nachdem er seinen Vater besucht hatte, der infolge seiner Haftstrafe unter Hausarrest steht. Flávio Bolsonaro führte die Anordnung auf eine Äußerung seines in den USA lebenden Bruders Eduardo zurück. Dieser hatte vor der Wahl eine Ausreise Flávios im Fall einer Wahlniederlage befürwortet.

"Ich habe nie daran gedacht, das Land zu verlassen. Ich werde meine Reisepässe abgeben und mich gegen diese Absurdität wehren, die ein klarer Versuch ist, mich einzuschüchtern", sagte Flávio Bolsonaro in einem Video.

Präsidentschaftswahl Brasilien 2026 | Reaktion der Finanzmärkte auf die Wiederwahl von Lula da Silva
Die Finanzmärkte in Brasilien brachen mit Bekanntgabe der Wahlergebnisse zunächst einBild: Jean Carniel/REUTERS

In dem Verfahren geht es um mutmaßliche Geldwäsche im Zusammenhang mit Unternehmen und Online-Sportwetten. Die Bundespolizei fand nach eigenen Angaben Hinweise auf eine Verbindung Flávio Bolsonaros zu einem Bankkonto der Firma eines ebenfalls beschuldigten Anwalts. Bolsonaro bestreitet dies.

Der Senator übt ab Januar 2027 zum ersten Mal in 24 Jahren kein politisches Amt mehr aus und verliert dadurch seine Immunität, die ihn vor Strafverfolgung schützt.

View the original on DW Deutsch →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.