Bund öffnet erneut Pflichtlager für Flugpetrol-Versorgung

- Der Bund öffnet wegen eines Engpasses zum zweiten Mal innert weniger Wochen das Pflichtlager für Flugpetrol.
- Delegierter Roland Pfister bewilligt Bezüge von maximal 50'000 Kubikmetern bis zum 29. November.
- Grund sind eingeschränkte Raffinerien in Südfrankreich und Deutschland, die Flughäfen Genf und Zürich sind auf die Bezüge angewiesen.
Die Schweiz erlebt zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen einen Engpass beim Flugpetrol. Der Bund öffnet deshalb erneut das Pflichtlager, wie das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung mitteilt.
Der Delegierte für die wirtschaftliche Landesversorgung, Roland Pfister, gibt Flugpetrolbezüge aus den Mineralöl-Pflichtlagern von maximal 50’000 Kubikmetern bis zum 29. November frei. Zusammen mit den 30'000 Kubikmetern der ersten Öffnung entspricht dies 17.4 Prozent der Pflichtlagerbestände.
Bis zu 20 Prozent der Pflichtlagermenge darf der Delegierte in eigener Kompetenz bewilligen. Für grössere Mengen muss das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung von Bundesrat Guy Parmelin eine Freigabeverordnung erteilen.
Einschränkungen in Frankreich und Deutschland
Als Grund für den Versorgungsengpass nennt der Bund Einschränkungen in Raffinerien in Südfrankreich und Deutschland. Die Flughäfen Genf und Zürich seien daher trotz tiefer Nachfrage auf die Bezüge aus den Pflichtlagern angewiesen.
Die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten ist bereits seit Monaten angespannt, vor allem wegen der eingeschränkten Rheinschifffahrt. Es fand bereits eine Verlagerung auf die Schiene und Strasse statt, doch diese Verkehrsträger kämen nun an ihre Grenzen, schreibt der Bund.
Wie findest du es, dass der Bund erneut Flugpetrol aus dem Pflichtlager freigibt?
Der Bund unterstützte seit September vier Mal mit Bezügen aus den Pflichtlagern die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten. Beim Dieselöl können noch bis zum 22. November 2026 Bezüge gemacht werden. Die Versorgung mit Benzin und Heizöl ist aktuell sichergestellt, wie der Bund versichert. Die Situation sei aber ebenfalls angespannt.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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