Ecublens – Waadtländer Grossräte fordern nach Recyclingbrand Massnahmen

Starke Rauchentwicklung, eine gesperrte Autobahn, Beeinträchtigungen im Zugverkehr, ein abgesagter Triathlon sowie Vorsichtshinweise für den Konsum regionaler Früchte, Gemüse und Eier: Der Brand Ende August in einer Recyclingfirma in Ecublens hatte weitreichende Auswirkungen, insbesondere auf den Westen von Lausanne.
Drei Waadtländer Grossräte griffen das Thema nun im Grossen Rat auf.
«Was passiert ist, ist dramatisch. Unsere Bevölkerung will das nicht mehr, und ich kann sie verstehen», erklärt GLP-Grossrat Jerome De Benedictis gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS.
Er fordert, dass «die richtigen Massnahmen» ergriffen werden und «die Abfälle, die bei diesen Unternehmen ankommen, so sauber wie möglich sind».
Der Unmut ist umso grösser, da solche Brände, die meist durch Lithiumbatterien ausgelöst werden, in Recyclingunternehmen in den vergangenen Jahren zugenommen haben.
In Ecublens wurden seit 2013 inzwischen vier solcher Brände verzeichnet.
«Die heutigen Massnahmen reichen nicht aus», findet auch FDP-Grossrat Pierre Kaelin. «Diese Recyclingfirma ist schon seit langer Zeit hier, deshalb geht es mir nicht darum, sie von diesem Standort zu vertreiben. Aber wir müssen Massnahmen ergreifen, damit ein Zusammenleben möglich ist.»
«Ein weltweites Problem»
Für den für Umwelt und Sicherheit zuständigen Staatsrat Vassilis Venizelos (Grüne) werfe der erneute Brand zusätzlich «eine viel umfassendere Frage» auf: «Unsere Alltagsgegenstände sind voll von Lithium-Ionen-Batterien, die speziell behandelt werden müssen. Diese Zeitbomben erfordern eine ganze Recyclingkette, die Auswirkungen auf das Gebiet hat und ein gewisses Risiko darstellt.»
Der RTS-Beitrag zu den Recyclingbränden (mit dt. Untertiteln):
Um weitere Vorfälle zu verhindern, fordert Venizelos Massnahmen auf allen Ebenen. «Alle Kantone sind betroffen. Es ist ein europäisches, wenn nicht sogar ein weltweites Problem», betont er. «Wir müssen die Sicherheitsnormen auf nationaler Ebene überprüfen, und zugleich auf kantonaler Ebene bei den Wiederverwendungsquoten ansetzen sowie die Bevölkerung sensibilisieren, damit diese Abfälle in die richtigen Recyclingkanäle gelangen.»
Über diese erste Reaktion hinaus wird die Regierung den Grossräten in den kommenden Monaten ausführlichere Antworten liefern müssen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.