Sandro Wagner bei Hannover 96: Ganz normal, aber anders
Das mediale Kreuzfeuer zu seinem Amtsantritt nahm Sandro Wagner gelassen hin. Der frühere Torjäger, der unter anderem bei Bayern München unter Vertrag war, steht bei seiner zweiten Karriere als Trainer unter besonderer Beobachtung.
"Eigentlich bin ich ein ganz normaler Mensch", sagt Wagner über sich. Bei seiner Vorstellung als neuer Cheftrainer von Hannover 96 ist der 38-Jährige für seine Verhältnisse kleinlaut und demütig aufgetreten.
Weiterentwicklung als Ziel
Welche Chance sieht ein prominenter Kopf des deutschen Fußballs bei einem Verein, der seit acht Jahren vergeblich auf eine Rückkehr in die 1. Bundesliga hofft? Wagner möchte sich selbst und Talente verbessern.
Es ist mein Anspruch, Spieler zu entwickeln. Ich möchte jungen Spielern eine Plattform geben.
Sandro Wagner
In der Theorie ist er für Hannover 96 bestens qualifiziert. Der praktische Beweis muss jetzt folgen.
Chance für beide Seiten
Bis vor wenigen Tagen war Hannover 96 ein Verein, der unter der Regie von Christian Titz mit druckvollem Spiel Siege erzwingen wollte. Doch der entlassene Trainer ist an zu wenig Erfolg und Flexibilität gescheitert. Geschäftsführer Jonas Boldt hat den Wechsel veranlasst und Wagner am Montag präsentiert.
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"Wichtig war jemand, der Hannover als Chance sieht und nicht jemand, dem man bitte, bitte sagen muss", erklärte Boldt. Der forsche Wagner ist als Typ grundlegend anders als der introvertierte Titz.
In Augsburg gescheitert
Die Chance auf Verbesserung und Weiterentwicklung ist bei Hannover 96 groß. Aktuell steckt der Verein im Niemandsland der Tabelle fest. Die Hierarchie der Mannschaft um Offensivspieler Marcel Hartel muss neu gefunden und gefestigt werden.
Bundesligist FC Augsburg und Trainer Sandro Wagner haben sich getrennt. Vor allem in der Defensive waren die Schwaben unter Wagner anfällig. Nun soll Manuel Baum übernehmen.
01.12.2025 | 1:11 minWagner steht zunächst bis Sommer 2028 unter Vertrag. Ende 2025 war er beim Erstligisten FC Augsburg gescheitert. Er ist dort dank klarer Worte und viel Selbstbewusstsein in Erinnerung geblieben.
Basisarbeit in Hannover
Aus Sicht von Hannover 96 ist mit der Verpflichtung von Wagner ein Transfercoup gelungen. Aus der Perspektive des Trainers stellt sich die Frage, ob die 2. Liga zu seinen Ansprüchen und zu seinem Selbstverständnis passt.
Die neue Doku-Serie "Go West! – die letzte Elf der DDR" zeigt die Veränderungen der DDR-Nationalmannschaft im Zuge des Falls der Berliner Mauer.
17.09.2026 | 1:33 minWagner war als Assistent des früheren Bundestrainers Julian Nagelsmann gefragt und geschätzt. In Hannover steht ihm in der öffentlichen Wahrnehmung eine Basisarbeit im Untergeschoss des Profifußballs bevor.
Boldt und Wagner als Duo
Boldt und Wagner, beide groß gewachsen, bilden ein imposantes Duo. Ihre Zusammenarbeit lässt in Hannover die Erwartungshaltung wachsen, dass es mit dem Wiederaufstieg zeitnah funktionieren sollte.
Beide gehen damit gelassen um. "Man hat mehr Spaß, wenn ein gewisser Druck da ist", findet Boldt. "Ich finde es gut, eine Ambition zu haben", meint Wagner.
Klare Kante oder Demut?
In Hannover stellt sich für ganz Fußball-Deutschland die Frage, ob Wagner an einer vermeintlich kleinen Aufgabe wachsen kann und sich neu entdeckt. Als Torjäger war er mehrheitlich provokant aufgetreten.
Als Experte im Auftrag des Fernsehens und als Trainer eilt ihm der Ruf nach, eine klare Kante deutlich besser als moderate Worte zu finden.
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