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Monday, October 5, 2026

Lärm für Francesco unerträglich: «Ich spare nun Geld fürs Hotel»

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Die Lärmsituation, die Francesco am Predigerplatz in Zürich den Schlaf raubt. Wie wurde dieses Video verifiziert? 20 Minuten stand in Kontakt mit dem Anwohner, und die Stadtpolizei Zürich hat seine Anrufe bezüglich der nächtlichen Lärmstörungen bestätigt.20 Minuten

Darum gehts

  • Francesco (33) wohnt seit einem Jahr am Predigerplatz in Zürich und hat wegen nächtlichen Lärms bereits 41-mal den Polizeinotruf gewählt.
  • Gruppen junger Männer sorgen vor seinem Haus regelmässig für Lärm – auf seine Bitten, leiser zu sein, gehen sie nie ein.
  • Weil die Belastung zu gross ist, spart Francesco Geld für Hotelübernachtungen am Wochenende.

Schreie, gröhlende Gruppen und laute Musik: Wegen nächtlichen Lärms wählte Francesco (33) im vergangenen Jahr bereits 41-mal den Polizeinotruf. Der 33-Jährige wohnt seit rund einem Jahr am Predigerplatz in Zürich.

Vor allem am Wochenende sei es immer wieder sehr laut, sagt Francesco weiter. «Teilweise ist der Lärm so stark, dass die Fenster spürbar vibrieren – an Schlaf ist da nicht mehr zu denken.» Auch bei geschlossenen Fenstern höre er den Lärm deutlich.

«Fühle mich nur noch erschöpft»

Als Francesco an den Predigerplatz zog, war ihm bewusst, dass Zürich eine lebendige Stadt mit Nachtleben ist – dagegen hat er grundsätzlich auch nichts, wie er erklärt. Doch inzwischen wirkt sich die Situation stark auf seinen Alltag aus: «Ich arbeite Vollzeit und brauche genügend Schlaf – aktuell fühle ich mich nur noch erschöpft.»

Am Morgen danach: Immer wieder würden leere Alkoholflaschen und Abfall herumliegen.

Am Morgen danach: Immer wieder würden leere Alkoholflaschen und Abfall herumliegen.Privat

Laut Francesco sind es immer wieder junge Männer, die für den Lärm sorgen. Er schätzt sie auf Mitte 20. Wie er weiter sagt, schreien sie und hören über mehrere Verstärker Musik. Auf seine Bitte, leiser zu sein, gingen die Männer nie ein.

Francesco hinterfragt bisherige polizeiliche Massnahmen

Deshalb wandte sich der 33-Jährige schon mehrmals an die Polizei: «Ich melde die Situation, die Polizei kommt teilweise auch vor Ort – allerdings meist zu spät. Und in den darauffolgenden Wochen wiederholt sich die Situation.» Dadurch entstehe bei ihm der Eindruck, dass die bisherigen Massnahmen keine nachhaltige Verbesserung bewirken.

An einem Wochenende Ende September brachte ein Vorfall das Fass zum Überlaufen: «Ich fragte die Leute wie so oft, ob sie ein wenig leiser sein könnten. Daraufhin drehte die Gruppe die Lautstärke absichtlich auf und machte sogar Fotos von mir. Im Grunde machten sie sich lustig über mich.»

Geld sparen, um im Hotel zu übernachten

Schliesslich habe er sich entschieden, persönlich auf den Polizeiposten zu gehen und Anzeige zu erstatten. Doch vor Ort habe man ihn vertröstet: Er solle weiterhin den Notruf wählen, wenn es erneut zu Lärmstörungen komme.

Eigentlich wolle Francesco nicht aus seiner geliebten Wohnung ausziehen. Dennoch ziehe er nun genau dies in Betracht: «Die Belastung ist einfach zu gross.» Aktuell spare er Geld, damit er am Wochenende in einem Hotel oder einer Airbnb-Unterkunft übernachten und endlich schlafen könne.

«Vor Ort Präsenz markieren und störende Personen wegweisen»

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt die Stadtpolizei Zürich, dass Francescos Meldungen eingingen: «Die Möglichkeiten der Polizei bestehen in solchen Situationen insbesondere darin, vor Ort Präsenz zu markieren, störende Personen wegzuweisen oder abzumahnen und polizeiliche Anordnungen durchzusetzen.»

Auch könnten die Einsatzkräfte Identitäten feststellen und bei fortgesetztem Fehlverhalten Verzeigungen aussprechen und gegebenenfalls auch Musikanlagen sicherstellen. Dazu heisst es: «Wo Lärmverursachende trotz wiederholter Interventionen und klarer Mahnungen keine Einsicht zeigen, ist eine Verzeigung möglich und rechtlich vorgesehen.»

Punktuelle Polizeieinsätze lösen Problematik nicht

«Das Nachtleben ist gesellschaftlich und wirtschaftlich Teil des städtischen Lebens, führt aber insbesondere an Wochenenden zu Spannungen mit dem berechtigten Ruhebedürfnis der Wohnbevölkerung», betont die Stadtpolizei. Die Erfahrung zeige, dass die Problematik nicht allein durch punktuelle Polizeieinsätze endgültig gelöst werden könne.

Vor diesem Hintergrund könne die Stadtpolizei Zürich nicht jederzeit eine dauerhafte Präsenz an einzelnen Orten garantieren. «Dass eine Patrouille vor Ort vorübergehend Ruhe schafft, sich die Situation später aber erneut bildet, ist im urbanen Nachtleben leider eine bekannte Problematik», so die Stadtpolizei Zürich.

Was tun bei Lärm?

Folgende Möglichkeiten empfiehlt die Stadtpolizei Zürich Personen in ähnlichen Situationen wie Francesco: «Akute Lärmbelästigungen können Anwohnerinnen und Anwohner beim Notruf der Stadtpolizei Zürich melden.»

Anzeigen könnten auch auf den Wachen der Stadtpolizei Zürich gemacht werden. Ob eine solche Anzeige rechtlich weiterverfolgt werden kann, hänge allerdings davon ab, ob die Identität der lärmverursachenden Person bekannt ist.

In diesem Zusammenhang weist die Stadtpolizei Zürich auf die Webseite der Stadt hin, die umfassend über die Handlungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit störenden Lärmemissionen informiert.

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Lisa Arnold

Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.

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