Ärger mit Easyjet – Berner Paar bleibt nach Flugausfall auf Kosten sitzen

Freitagabend, 21 Uhr: Schon seit geraumer Zeit warten die Passagiere in Berlin in einem Easyjet-Flieger auf den Abflug nach Basel. Plötzlich heisst es, der Flug sei annulliert. Die Airline stellt zwar einen Ersatzflug, dieser geht aber erst am Sonntagmorgen um 6 Uhr – also anderthalb Tage später. Per Mail informiert Easyjet die Passagiere ausserdem, sie müssten sich selbst um ein Hotel kümmern.
Ersatzflug muss innerhalb von 24 Stunden erfolgen
Für ein Paar aus dem Kanton Bern ist dies keine Option, denn es hat am Samstag einen wichtigen Termin. Was tun? Auf der Website der Airline steht, was bei einer Annullation gilt: Sollte Easyjet innerhalb von 24 Stunden keinen Ersatzflug anbieten können, habe man die Möglichkeit, zu einer anderen Fluggesellschaft zu wechseln, einen Zug oder einen Bus zu nehmen oder ein Auto zu mieten, um die Reise abzuschliessen. Die Kosten übernehme Easyjet.
Das Paar entscheidet sich, noch am selben Abend den Nachtzug von Berlin nach Basel zu nehmen. Kostenpunkt: 240 Franken für beide Tickets. Im Nachtzug füllen die beiden online ein Rückerstattungsformular aus. Den angebotenen Flug möchten sie gerne stornieren, eine solche Funktion finden sie jedoch nirgendwo.
Easyjet zahlt nicht – vorerst
Rund eine Woche später lehnt Easyjet per Mail die Kostenübernahme für den Nachtzug ab. Das Paar habe den Flug angenommen und gebucht. «Das ist schlicht falsch», erzählt der Berner dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Er habe Easyjet dies auch geschrieben – und nichts mehr gehört. Das Vorgehen der Airline findet er nicht korrekt. Ihm gehe es nicht nur ums Geld, sondern er wolle auch klären, was man in einem solchen Fall tun müsse.
Easyjet reagiert schnell auf eine Anfrage von SRF. Die Airline schreibt, was das Paar schon wusste: Easyjet übernimmt die Kosten für einen Alternativtransport, wenn innerhalb von 24 Stunden kein Ersatzflug organisiert werden kann. Dafür müsse man ein Formular ausfüllen. Das Paar hat also alles richtig gemacht.
Easyjet entschuldigt sich zwar beim Berner Paar für die entstandenen Unannehmlichkeiten und übernimmt nun die Kosten für den Nachtzug. Eine Erklärung, weshalb das bisher abgelehnt wurde, bleibt das Unternehmen schuldig.
Aus Kulanz zahlt die Airline dem Paar zusätzlich noch je 50 Franken. Diese Geste von Easyjet wäre noch schöner, wenn das Paar ohne Umwege zu seinem Recht gekommen wäre.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.