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Sunday, November 1, 2026

Horror-Match: Fünf Spieler übel verletzt – auch Schiri im Spital

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Hitziger Herbst – hier in einem Freundschaftsspiel: Zwischen Mirchel (grün) und Brandis (weiss) fliegen im September die Fäuste.

Hitziger Herbst – hier in einem Freundschaftsspiel: Zwischen Mirchel (grün) und Brandis (weiss) fliegen im September die Fäuste.EHC Mirchel

Darum gehts

  • Beim 2.-Liga-Spiel EHC Mirchel gegen EHC Brandis in Worb BE verletzen sich fünf Mirchel-Spieler, drei davon schwerer.
  • Ein Spieler erhält einen Puck ins Gesicht und muss operiert werden, ein anderer erleidet mehrere Beinbrüche.
  • Auch ein Schiedsrichter verletzt sich am Knie und wird durch eine Schiedsrichterin ersetzt.
  • Mirchel verliert 1:8, der Verband SIHF sieht trotz freiwilligem Vollgitter keinen Handlungsbedarf.

Grosses Unglück im Berner Amateur-Eishockey! Beim Duell zwischen dem EHC Mirchel und dem EHC Brandis in Worb BE wütet die Verletzungshexe – das sportliche Geschehen wird zur Nebensache.

Gleich fünf Spieler von Mirchel verletzen sich, drei davon schwerer. Auch einer der beiden Schiedsrichter muss die Partie vorzeitig beenden.

Besonders schlimm erwischt es einen Spieler, der aus nächster Nähe einen Puck ins Gesicht bekommt. Er steht zwischen einem gegnerischen Stürmer und dem Tor, als der Schuss abgegeben wird. Der Mirchel-Spieler geht zu Boden und kann nicht weitermachen.

Wie das Nachrichtenportal Nau.ch zehn Tage nach dem Horror-Spiel berichtet, muss er später operiert werden. Laut Sportchef Pascal Zürcher geht es ihm den Umständen entsprechend gut. Er wird allerdings mehrere Wochen ausfallen.

Zuschauer muss bei Horror-Verletzung wegschauen

Es kommt noch schlimmer: Ein weiterer Spieler prallt heftig gegen die Bande und bleibt verletzt liegen. Die Szene ist so heftig, dass ein Zuschauer gegenüber Nau.ch erklärt, er habe wegschauen müssen.

Die Diagnose ist bitter: Der Spieler erleidet mehrere Brüche im Bein und wird seinem Team monatelang fehlen.

Damit nicht genug: Ein dritter Akteur zieht sich nach einem Schuss an den Kopf eine Hirnerschütterung zu. Zwei weitere Spieler werden am Oberkörper leicht verletzt.

Auch ein Schiedsrichter bleibt vom Verletzungspech nicht verschont. Bereits im ersten Drittel wird er versehentlich umgestossen und verletzt sich am Knie.

Zunächst ist unklar, ob die Partie überhaupt fortgesetzt werden kann. Der Unparteiische bringt das erste Drittel noch zu Ende, muss danach aber durch eine Schiedsrichterin ersetzt werden.

Zwei Ambulanzen vor der Eishalle

Die Verletzungsserie hat auch sportlich drastische Folgen. Mirchel beginnt die Partie mit 14 Feldspielern, am Ende stehen nur noch neun zur Verfügung. Damit kann das Team nicht einmal mehr zwei vollständige Linien bilden.

Vor der Eishalle fahren gleich zwei Ambulanzen vor und bringen die Opfer der Partie ins Spital. Das Resultat gerät angesichts der zahlreichen Verletzten beinahe zur Nebensache. Mirchel verliert gegen Brandis mit 1:8.

Sportchef Pascal Zürcher spricht vom bislang unglücklichsten Spiel seines Teams. Dem Gegner macht er allerdings keine Vorwürfe. Die Verletzungen seien auf unglückliche Situationen zurückzuführen, die Partie sei nicht aussergewöhnlich hart geführt worden.

Muss das Amateur-Hockey sicherer werden?

Die erschreckende Bilanz wirft dennoch Fragen zur Sicherheit im Amateur-Eishockey auf. Besonders der Gesichtstreffer zeigt, welche Folgen ein Puck haben kann, wenn Spieler keinen vollständigen Gesichtsschutz tragen.

Im Schweizer Männer-Eishockey ist ein Vollgitter für Spieler ab 18 Jahren freiwillig. Im Nachwuchsbereich und im Fraueneishockey gelten dagegen strengere Schutzvorschriften.

Trotz der zahlreichen Verletzungen sieht der Schweizer Eishockeyverband SIHF derzeit keinen zusätzlichen Handlungsbedarf. Der Verband verweist darauf, dass Eishockey ein körperbetonter Sport sei, die Sicherheitsmassnahmen aber laufend überprüft würden.

Wie sollte das Amateur-Eishockey deiner Meinung nach mit solchen Horror-Verletzungen umgehen?

Sebastian Rieder

Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.

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