The Jerusalem PostFrance braces for renewed nationwide protests as Macron's government vows tough responseESPNSources: Walter, Kushner finalize terms of Lakers sale at $12.5B valuationPunchDelta monarch backs Customs’ anti-smuggling driveInquirerFlower prices go up in Bohol ahead of UndasUN NewsSomalia looks to the future as the UN's political mission closesCNN TürkSon dakika haberi: İstanbul'da 310,5 milyon liralık kaçak elektronik sigara operasyonu한겨레이 대통령, ‘집값 하락 전망’ 공유하며 “시간 지나면 알게 될 것”Bollywood HungamaSanjay Gupta Funeral: Final Rites to be held at Mumbai’s Pawan Hans crematorium on October 31ZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioCollider‘The Lincoln Lawyer’ Officially Meets Its Match in Lana Parrilla’s Legal HitFootball ItaliaCannavaro: ‘Spalletti and Allegri are similar, Kolo Muani and Hojlund less killer than strikers of my era’OnetWładysław Kosiniak-Kamysz zabrał głos. Idzie na rozmowy z prezydentem
The Daily Newsstand · Free, Always
Saturday, October 31, 2026

«Wir sehen viele schwer verletzte Junge, irgendwann gibts auch hier Tote»

Translate

Polizeichef in Dietikon ZH schlägt wegen E-Scootern Alarm

«Wir sehen viele schwer verletzte Junge, irgendwann gibts auch hier Tote»

E-Trottis und E-Scooter stehen im Visier der Polizisten Marco Bisa und Roland Vogler. In Dietikon ZH wollen sie zu junge Lenkerinnen und Lenker sowie getunte Zweiräder stoppen. Blick hat eine Kontrolle begleitet.

Publiziert: vor 21 Minuten

  • Schweizweit stiegen E-Trotti-Unfälle seit 2019 von 91 auf 730, drei Menschen starben
  • Polizeichef von Dietikon fordert Helm- und Nummernpflicht
  • Bundesrat prüft Helmpflicht und Anti-Tuning-Massnahmen nächstes Jahr

Statt Zmittag gibts für die 13-Jährige Zoff mit der Polizei. Sie verlässt das Schulhaus und schnappt sich ihr E-Trotti. Schnell nach Hause – so der Plan. Er scheitert. Marco Bisa (54) und Roland Vogler (55), Polizisten in Dietikon ZH, passen sie an einer Kreuzung ab. Die Kontrolle zeigt: Sie ist zu jung für dieses Gefährt, das ihrer Mutter gehört. Das Trotti wird eingezogen, die Mutter informiert. Mit «En Guete» wird die 13-Jährige nach 20 Minuten in die Freiheit entlassen.

«Wir wollen die Schülerinnen und Schüler nicht plagen», erklärt Bisa, Chef der Stadtpolizei Dietikon. Aber: Er hat sich den Kampf gegen die ausufernde Dynamik dieser «Trendfahrzeuge», wie er sagt, auf die Fahne geschrieben. Bisa: «Neben Prävention braucht es jetzt Repression.»

Seit 2019 beobachtet der Polizeichef in Dietikon schwere Unfälle und Verletzungen mit E-Trottis und E-Scootern, die kleinen Harleys gleichen. Das Problem: Sie fahren zu schnell oder die Lenker sind zu jung dafür. «Bei diesem Regen mit diesen schmalen Rädli und ohne Fahrschule ist es brandgefährlich», sagt Bisa auf einer Patrouille durch Dietikon. «Wir sehen viele schwer verletzte Junge, aber irgendwann gibts auch hier Tote.»

Jeder Fünfte schwer verletzt

7.15 Uhr: Schichtbeginn im Stadthaus von Dietikon. Vogler testet den Taser, der zu seiner Grundausrüstung gehört. Bisa testet das Funkgerät. Mit einem weiteren Kollegen gehen sie in orange leuchtenden Jacken auf die Strasse. Ihr Ziel: das Schulhaus Wolfsmatt. Ab 7.45 Uhr stehen Bisa und Vogler versteckt in der Seitenstrasse. Der dritte Polizist sitzt im Auto auf einem Parkplatz und informiert Bisa und Vogler, sobald jemand kommt. «Kurz vor Schulbeginn werden wir sie hier kontrollieren», erklärt Bisa.

Was die Dietiker Polizisten beschäftigt, ist ein Thema in der ganzen Schweiz: Immer mehr Trottis und Scooter sind auf den Strassen. Gab es 2019 erst 91 Unfälle, waren es im letzten Jahr bereits 730. Mehr als zwei Drittel der Unfallfahrer wurden 2025 leicht verletzt. Jede fünfte Person wurde beim Unfall schwer verletzt. Drei Personen kamen letztes Jahr mit dem E-Trotti ums Leben. In Fislisbach AG oder in Wettswil ZH mussten in diesem Jahr schon verletzte Buben mit Helikoptern ins Spital geflogen werden.

«Genug», findet Polizist Bisa und erklärt: «Es nimmt eine Richtung an, in der die Prävention ausgeschöpft ist.» Er fordert eine Helm- und Nummernpflicht für E-Trottinetts und E-Scooter. Aktuell dürfen diese ab 16 Jahren ohne Ausweis gefahren werden. Wer zwischen 14 und 16 Jahre alt ist, braucht einen Töffli-Ausweis (Kategorie M).

Externe Inhalte

Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Thema auch im Bundeshaus

Was die Polizisten fordern, hört auch das Parlament in Bern. Matthias Jauslin (64, GLP) will E-Scooter wie Töffli behandeln. Das heisst: Helm, Nummernschild, eine Prüfung und nicht mehr als eine Person auf einem Fahrzeug. Der Bundesrat sieht nur teilweise Handlungsbedarf. Eine Helmpflicht soll nächstes Jahr Thema werden. Ebenso will er dem Frisieren einen Riegel schieben.

Dass E-Scooter und Co. auch ein Nummernschild oder eine Prüfung voraussetzen sollten, will die Regierung nicht. Der «zusätzliche administrative Aufwand» sei zu gross.

Zufrieden ist Bisa damit nicht. Am Morgen vor dem Schulhaus kontrolliert er mit Vogler eine junge Dame. Sie ist alt genug, war dem Augenschein nach nicht zu schnell und kann weiterfahren. «So ruhig wie heute war es noch nie», sagt Bisa und fragt sich: «Haben sie es gecheckt oder nehmen sie einen Umweg?»

Viele Urteile gegen Jugendliche

Zahlen der Zürcher Jugendanwaltschaft zeigen, dass sich deutlich mehr Jugendliche mit E-Trottis und E-Scootern strafbar machen. «29,5 Prozent der straffälligen Jugendlichen wurden deswegen verurteilt – deutlich mehr als noch 2023 (16,6 Prozent)», schrieb sie auf Anfrage.

Ab Mittag stellen sich die Dietiker Tschugger ins Dorfzentrum. Dies sei ein neuralgischer Punkt. Kaum gesagt, rollen die elektrifizierten Mini-Harleys und Trotti-Gangs ruhig daher. Die Mädchen und Jungs reagieren gelassen auf die Kontrolle. Im Hintergrund, rund 100 Meter entfernt von der Kontrollstelle, kehren Jungs mehrfach die Richtung und weichen offensichtlich den Polizisten aus. Verfolgen können sie diese nicht.

Das 13-jährige Mädchen fährt in die Arme der Polizisten. Ihr E-Trotti, oder genau genommen das der Mutter, packt Polizist Roland Vogler in den Streifenwagen. Bis die Mutter es abholt, steht es im Stadthaus-Keller mit einem Dutzend anderen Zweirädern. Darunter sind solche, die es ziemlich draufhaben.

Vogler holt die Geschwindigkeitsrolle hervor. «Mal schauen, ob der Akku noch Energie hat», sagt er und schaltet das E-Trotti ein. Ein Ton erklingt. Es läuft – und fährt. Das Hinterrad stellt Vogler auf die Messstation und gibt Gas. Auf dem Tacho steht eine 50. Auf der geeichten Messstation eine 47. «Zu schnell, viel zu schnell», so Voglers Fazit. Erlaubt sind 20 km/h.

Es ist nicht das schnellste gemessene illegale E-Trotti. Im Oktober 2025 geriet ein Turbo-Trotti ins Visier der Stadtpolizei Zürich. Es fuhr bis zu 110 km/h.

View the original on Blick →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.