Djokovic-Doku sorgt für Fragezeichen – warum fehlt Federer?

- In der neuen Prime-Video-Doku «The Wolf in Winter» über Novak Djokovic kommt Roger Federer nicht als Interviewpartner zu Wort.
- Die Gründe für Federers Abwesenheit sind unklar – es ist nicht einmal bekannt, ob er überhaupt angefragt wurde.
- Rafael Nadal ist dagegen kurz im Film vertreten und betont, wie fordernd die Duelle mit Djokovic stets waren.
«The Wolf in Winter» heisst die neue Dokumentation über Tennis-Superstar Novak Djokovic (39), die am 20. August auf Prime Video erschienen ist. Die Doku zeichnet eine persönliche Perspektive nach, in welcher Einblicke in die Welt des 24-fachen Grand-Slam-Siegers gezeigt werden.
Der Film zeigt Djokovics Kindheit in Serbien, die Entbehrungen seiner Familie, seinen Weg an die Weltspitze und einige der schwierigsten Phasen seiner Karriere. Viele Fans dürfte jedoch eine Tatsache überrascht haben: Roger Federer kommt wie der Schotte Andy Murray nicht als Interviewpartner zu Wort, während Rafael Nadal immerhin kurz im Film erscheint.
Unklar, ob Federer überhaupt angefragt wurde
Das Fehlen Federers ist bemerkenswert, denn die Rivalität des Schweizers mit Djokovic prägte die Karriere des Serben ebenso wie jene zu Nadal entscheidend. Gegen den Spanier trat Djokovic 60-mal an und entschied das Head-to-Head mit 31:29 Siegen für sich. Mit Federer bestritt er 50 Partien, von denen er 27 gewann. Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg wurden die drei bei den wichtigsten Turnieren miteinander verglichen und spornten sich gegenseitig zu Höchstleistungen an.
Warum Federer in Djokovics Doku nicht präsent ist, wird nicht abschliessend geklärt. Das serbische Medium «Mondo» spekuliert, dass Federers «zahlreiche geschäftliche und werbliche Verpflichtungen» Auftritte in externen Produktionen erschweren würden. Gleichzeitig betonte das Medium, dass nicht einmal klar sei, ob Federer überhaupt für eine Rolle in dem Film angefragt wurde.
Regisseur fokussierte sich auf Djokovics Persönlichkeit
Mit Blick auf die Ausrichtung der gesamten Dokumentation wirkt eine andere Erklärung möglicherweise plausibler: Regisseur Jason Hehir, der bereits «The Last Dance» über Michael Jordan inszenierte, interessiert sich offenbar stärker für Djokovic als Persönlichkeit als für eine weitere Erzählung einer Geschichte über die «Big Three».
Die historische Rivalität der drei Tennis-Giganten ist auch ohne eine Wortmeldung des Schweizers zentrales Thema in dem Film. Es wird gezeigt, wie Djokovic in jungen Jahren in eine Tenniswelt kam, die bereits von der Rivalität zwischen Federer und Nadal geprägt war. Nadal selbst betont in seiner Interview-Sequenz, wie fordernd die Duelle mit Djokovic stets waren. Er habe stets das Gefühl gehabt, zu 100 Prozent bereit sein zu müssen, um überhaupt eine Chance zu haben – und selbst das habe oft nicht genügt.
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Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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