Gefahr durch Klimawandel – Wie Griechenland seine antiken Stätten retten will

Auf der archäologischen Stätte von Brauron östlich von Athen leidet das antike Heiligtum der Göttin Artemis zunehmend unter Überschwemmungen. Pfützen mit stehendem Wasser glänzen noch in der Sonne, obwohl die Dürre bereits Mitte Juni grosse Teile Griechenlands erfasst hat.
Das Heiligtum, eines der ältesten und wichtigsten des antiken Griechenlands, liegt in einem Feuchtgebiet zwischen dem Meer und dem Fluss Erasinos. Für die Archäologin Maria Cristina Katsavou gehört ausgerechnet ein modernes Element zu den wichtigsten Einrichtungen der Stätte: die Entwässerungspumpe.
«Das viele Wasser erodiert die Materialien. Deshalb brauchen wir eine Pumpe, um das Wasser abzuleiten, das aus dem Grundwasser kommt. Das hängt nicht nur mit dem Klima zusammen, sondern auch mit der Lage der Stätte. Aber wegen des Klimawandels sättigt sich das Grundwasser», erklärt Katsavou gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.
«Wir werden alles tun, um dieses Heiligtum zu retten», sagt die Archäologin. Sie hofft auf die rasche Umsetzung des Anpassungsplans des Kulturministeriums an den Klimawandel. Dieser sieht unter anderem ein verbessertes Entwässerungssystem vor.
Risiken analysieren
An der Fakultät für Physik der Universität Athen haben der Physiker und Klimatologe Constantinos Cartalis und sein Team nach drei Jahren Arbeit eine digitale Plattform entwickelt. Sie analysiert für jede archäologische Stätte die künftigen Risiken des Klimawandels.
Zu Besuch auf der antiken Stätte von Brauron:
«Das Kulturministerium hat einen Präventionsplan lanciert, um den Risiken zu begegnen, während sich diese entwickeln. Es geht darum, die archäologischen Stätten darauf vorzubereiten, insbesondere die Umgebung um sie herum, damit sie besser gegen die klimatischen Phänomene geschützt sind», erläutert Cartalis. Sein Kollege Anastasios Polydoros nennt die antike Stätte von Mykene als Beispiel dafür, wie Klimadaten für Prognosen genutzt werden.
«In Mykene ist das Hauptrisiko die extreme Hitze. Wir erfassen also die Dauer der Hitzewellen in Tagen. Das Tool, das wir entwickelt haben, zeigt uns, dass in der Mitte dieses Jahrhunderts, laut einem konservativen Szenario, die Hitzewellen durchschnittlich elf Tage dauern werden. Das ist absolut wahnsinnig!», sagt er.
Für jede Stätte wird ein eigener Anpassungsplan erstellt. Dabei geht es um Gefahren wie Überschwemmungen, Waldbrände, Dürre, Hitze oder den Anstieg des Meeresspiegels. Gegen Hitzewellen sollen etwa Bäume gepflanzt und bioklimatische Dächer über den Ruinen installiert werden.
Besonders gefürchtet sind in Griechenland jedoch die verheerenden Brände, die jeden Sommer auftreten. Als besonders exponiert gilt der Peloponnes, wo sich zahlreiche aussergewöhnliche archäologische Stätten befinden.
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